Zhang Youxia
chinesischer Militär in der Volksrepublik China
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Zhang Youxia (chinesisch 张又侠, Pinyin Zhāng Yòuxiá; * Juli 1950 in Beijing) ist ein chinesischer General und von Oktober 2017 bis Januar 2026 2025 Mitglied des 18., 19. und 20. Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas. Er war zudem von Oktober 2017 bis Januar 2026 Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission und damit einer der beiden nach dem Präsidenten Xi Jinping ranghöchsten Befehlshaber des chinesischen Militärs;[1][2][3][4] der zweite war General He Weidong (何卫东, * 1957), der jedoch im Oktober 2025 wegen Korruption abgesetzt wurde.[5] Am 24. Januar 2026 wurde bekannt, dass auch General Zhang von Xi Jinping aus seinen Ämtern entfernt worden ist.

Werdegang
Zhang wurde im Juli 1950 in Beijing geboren und wuchs in der Stadt Weinan in der Provinz Shaanxi auf. Sein Vater, Zhang Zongxun, war ebenfalls General in der Volksbefreiungsarmee. Er und der Vater von Präsident Xi Jinping waren Kameraden in der Armee in den 1940ern.[2] Zhang Youxia trat im Jahr 1968 in die Volksbefreiungsarmee ein. Im Jahr 1979 nahm er als Kommandant am Chinesisch-Vietnamesischen Krieg teil.[6] Beim chinesisch-vietnamesischen Grenzkonflikt im Jahr 1984 agierte er als Oberst.[2]
Ab dem Jahr 2000 war Zhang Kommandeur in der 13. Armee und anschließend Vize-Kommandeur für die Militärregion Beijing. Ab 2007 war er Kommandeur in der Militärregion Shenyang und wurde zum Generalleutnant befördert. Im Jahr 2011 wurde er zum General ernannt. Im Oktober 2012 wurde er Leiter des Hauptzeugamts der Volksbefreiungsarmee.[1] Neben der Entwicklung und Beschaffung von Waffensystemen gehörte dort auch die gesamte Raumfahrt der Volksrepublik China zu seinem Aufgabenbereich. Zhang ist ein Befürworter der Verknüpfung militärischer und ziviler Projekte, eine Idee die Xi Jinping initiierte und Zhang im weiteren Verlauf vorantrieb.[2] Ferner arbeitete er an der Intensivierung der militärischen Kooperation mit Russland.[7]
Zhang war seit Oktober 2017 Mitglied des Politbüros und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas. Er war Mitglied des 17. und 18. Zentralkomitees. Im Oktober 2017 wurde er Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission und ersetzte Chang Wanquan.[1] Er galt als sehr enger Verbündeter von Präsident Xi Jinping und war eine der treibenden Kräfte bei der zum 1. Januar 2016 in Kraft getretenen tiefgreifenden Reform der Landesverteidigung und des Militärs. Außerdem zählte er zu den wenigen Militärs mit Kriegserfahrung.[2]
Seine Entfernung aus dem Amt unter dem Vorwurf „schwerer Verstöße gegen Parteidisziplin und Gesetze“ erfolgte im Rahmen einer Säuberungswelle, mit der Xi die Führungsspitze der Volksbefreiungsarmee radikal ausdünnt.[8] Die Absetzung und Verhaftung war von drastischen Kontrollmaßnahmen innerhalb der Volksbefreiungsarmee begleitet. In der Volksbefreiungsarmee seien Mobiltelefone und Munition eingezogen, ferner Waffen zentral verwahrt worden. Zhang Youxia warf man vor politische Seilschaften gebildet zu haben. Im Beschaffungssystem soll er Bestechungsgelder angenommen haben. Noch schwerwiegender war der Vorwurf des Landesverrats, da er angeblich Daten zum chinesischen Nukleararsenal an die USA weitergab. Dies führte in China in der Vergangenheit zu extremen Strafen. In China baute die Regierung den zentralen Sicherheits- und Überwachungsapparat über Parteibüro, Zentrale Wachschutzbehörde und spezielle Sicherheitsdienste zuletzt systematisch aus. Xi Jinping verfügt über nahezu vollständige Kontrolle über Informationsflüsse, die persönliche Sicherheit politischer Akteure und verfügt über physische Zwangsmittel im Machtzentrum. Xi Jinping habe mit Zhang Youxia einen potenziellen Rivalen ausgeschaltet.[9]
Nach einer Analyse von K. Tristan Tang für die Jamestown Foundation sind die Anschuldigungen gegen Zhang und Liu (ebenfalls abgesetzter und beschuldigter General) aus politischen Gründen erhoben worden. Hintergrund sind ihre Ablehnung oder ihr Widerstand gegen das Verantwortungssystem des Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission Xi Jinping. Laut Tang gaben sie der militärischen Effektivität Vorrang vor einer übermäßigen politischen Kontrolle des Militärs und widersetzten sich Anweisungen, die sie als unrealistisch einschätzten. Dies betraf insbesondere Xis Forderung, dass die Armee bis 2027 in der Lage sein müsse, Taiwan zu erobern. Zhang soll einen Zeitplan bis 2035 für realistischer gehalten haben.[10]