Ziftomenib
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Ziftomenib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antineoplastika. Unter dem Namen Komzifti wurde er im November 2025 in den USA zugelassen zur Behandlung einer Form der wiederkehrenden oder therapieunempfindlichen akuten myeloischen Leukämie (AML), einer Art von Blutkrebs. Ziftomenib hemmt das Zusammenwirken des Tumorsuppresorproteins Menin mit dem Protein Lysin-Histon-Methyltransferase 2A (KMT2A). Die Anwendung erfolgt oral (Einnahme).
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Freiname | Ziftomenib[1] | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C33H42F3N9O2S2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
Weißes bis off-weißes Pulver[2] | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse |
Antineoplastika | |||||||||||||||
| Wirkmechanismus |
Menin-Inhibitor | |||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 717,88 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
Fest[2] | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
| Pharmakologische Daten[2] | |
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| Verabreichungsweg | Oral (Einnahme) |
| Bioverfügbarkeit | 19,9 % |
| Plasmaeiweißbindung | 99 % |
| Maximaler Plasmaspiegel | 4,1 Stunden (Median) |
| Halbwertszeit | 93,6 Stunden (bei gleichzeitger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren: 189,8 Stunden) |
| Metabolisierung | Hepatisch, CYP3A4 |
| Ausscheidung | Fäzes |
Eigenschaften
Wirkungsmechanismus
Ziftomenib hemmt die Wechselwirkung von Menin mit der lysinspezifischen Histon-Methyltransferase 2A (KMT2A).[2] Die KMT2A spielt beim Menschen eine wesentliche Rolle in der Regulierung der Genexpression bei der Hämatopoese.[4] Die Unterdrückung des Menin-KMT2A-Komplexes blockiert die onkogene Aktivität von mutiertem Nukleophosmin-Gen (NMP1)[2] und die Differenzierung leukämischer Zellen wird vorangetrieben.[5]
NPM1-Mutationen (NPM1-m) sind häufig ursächlich beteiligt an der Entstehung von AML,[6] ebenso auch KMT2A-Rearrangements (KMT2A-r).[7] Eine Abhängigkeit von Menin ist bei KMT2A-r-Leukämien, NPM1-m-AML und anderen Neoplasie-Typen bekannt. Interaktionen von Menin mit dem KMT2A-Protein gelten durch die Hochregulation der HOX/MEIS1-Genexpression als entscheidend für das leukämische Transkriptionsprogramm.[8]
Anwendungsgebiet
Die von der U.S.-Food and Drug Administration erteilte Zulassung umfasst die Behandlung von Erwachsenen mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer empfindlichen NPM1-Mutation, für die keine zufriedenstellenden alternativen Behandlungsoptionen bestehen.[2]
Klinische Prüfung
Die Zusassung basiert auf den Ergebnissen einer offenen, einarmigen, multizentrischen Studie, in die 112 Erwachsenen mit rezidivierter oder refraktärer AML bei einer bestätigten NPM1-Mutation eingeschlossen waren. Bei 21,4 % kam es zur kompletten Remission mit vollständiger oder partieller hämatologischer Erholung. Die Remissionen hielten im Mittel mehrere Monate an.[9][10][11]
In weiteren klinischen Studien werden Kombinationstherapien mit Ziftomenib untersucht.[12]
Zulassung
Die Zulassung von Komzifti (Hersteller: Kura Oncology) in den USA erfolgte im November 2025.[9] Der Wirkstoff Ziftomenib ist nach Revumenib eine weitere niedermolekulare Verbindung aus der Gruppe der Menin-Inhibitoren.