Ziftomenib

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Ziftomenib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antineoplastika. Unter dem Namen Komzifti wurde er im November 2025 in den USA zugelassen zur Behandlung einer Form der wiederkehrenden oder therapieunempfindlichen akuten myeloischen Leukämie (AML), einer Art von Blutkrebs. Ziftomenib hemmt das Zusammenwirken des Tumorsuppresorproteins Menin mit dem Protein Lysin-Histon-Methyltransferase 2A (KMT2A). Die Anwendung erfolgt oral (Einnahme).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Ziftomenib
Allgemeines
Freiname Ziftomenib[1]
Andere Namen
  • (7S)-84-(Methansulfonyl)-54,7-dimethyl-12-(methylamino)-16-(2,2,2-trifluorethyl)-2-aza-1(4)-thieno[2,3-d]pyrimidina-5(5,1)-indola-8(1)-piperazina-3(4,1)-piperidinaoctaphan-52-carbonitril
  • KO-539
Summenformel C33H42F3N9O2S2
Kurzbeschreibung

Weißes bis off-weißes Pulver[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2134675-36-6
PubChem 138497449
ChemSpider 115009296
DrugBank DB17171
Wikidata Q133521494
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antineoplastika

Wirkmechanismus

Menin-Inhibitor

Eigenschaften
Molare Masse 717,88 g·mol−1
Aggregatzustand

Fest[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]

Achtung

H- und P-Sätze H: 302315319
P: 264270280301+312+330302+352305+351+338332+313337+313362+364501[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Weitere Informationen Pharmakologische Daten ...
Pharmakologische Daten[2]
Verabreichungsweg Oral (Einnahme)
Bioverfügbarkeit 19,9 %
Plasmaeiweißbindung 99 %
Maximaler Plasmaspiegel 4,1 Stunden (Median)
Halbwertszeit 93,6 Stunden (bei gleichzeitger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren: 189,8 Stunden)
Metabolisierung Hepatisch, CYP3A4
Ausscheidung Fäzes
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Eigenschaften

Ziftomenib ist ein weißes bis off-weißes Pulver und im Wässrigen bei einem pH-Wert von 1,2 sehr gut löslich, hingegen praktisch unlöslich bei pH 4.[2]

Wirkungsmechanismus

Ziftomenib hemmt die Wechselwirkung von Menin mit der lysinspezifischen Histon-Methyltransferase 2A (KMT2A).[2] Die KMT2A spielt beim Menschen eine wesentliche Rolle in der Regulierung der Genexpression bei der Hämatopoese.[4] Die Unterdrückung des Menin-KMT2A-Komplexes blockiert die onkogene Aktivität von mutiertem Nukleophosmin-Gen (NMP1)[2] und die Differenzierung leukämischer Zellen wird vorangetrieben.[5]

NPM1-Mutationen (NPM1-m) sind häufig ursächlich beteiligt an der Entstehung von AML,[6] ebenso auch KMT2A-Rearrangements (KMT2A-r).[7] Eine Abhängigkeit von Menin ist bei KMT2A-r-Leukämien, NPM1-m-AML und anderen Neoplasie-Typen bekannt. Interaktionen von Menin mit dem KMT2A-Protein gelten durch die Hochregulation der HOX/MEIS1-Genexpression als entscheidend für das leukämische Transkriptionsprogramm.[8]

Anwendungsgebiet

Die von der U.S.-Food and Drug Administration erteilte Zulassung umfasst die Behandlung von Erwachsenen mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer empfindlichen NPM1-Mutation, für die keine zufriedenstellenden alternativen Behandlungsoptionen bestehen.[2]

Klinische Prüfung

Die Zusassung basiert auf den Ergebnissen einer offenen, einarmigen, multizentrischen Studie, in die 112 Erwachsenen mit rezidivierter oder refraktärer AML bei einer bestätigten NPM1-Mutation eingeschlossen waren. Bei 21,4 % kam es zur kompletten Remission mit vollständiger oder partieller hämatologischer Erholung. Die Remissionen hielten im Mittel mehrere Monate an.[9][10][11]

In weiteren klinischen Studien werden Kombinationstherapien mit Ziftomenib untersucht.[12]

Zulassung

Die Zulassung von Komzifti (Hersteller: Kura Oncology) in den USA erfolgte im November 2025.[9] Der Wirkstoff Ziftomenib ist nach Revumenib eine weitere niedermolekulare Verbindung aus der Gruppe der Menin-Inhibitoren.

Einzelnachweise

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