Zinn(II)-hydroxid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Zinn(II)-hydroxid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Hydroxide mit Zinn in der Oxidationsstufe II.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur des Zinn(II)-Ions Sn2+  2 · Struktur des Hydroxidions (OH)−
Allgemeines
Name Zinn(II)-hydroxid
Andere Namen

Zinndihydroxid

Summenformel Sn(OH)2
Kurzbeschreibung

weißes, amorphes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12026-24-3
EG-Nummer 234-710-9
ECHA-InfoCard 100.031.542
Wikidata Q115740
Eigenschaften
Molare Masse 152,716 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Fällung von Zinn(II)-hydroxid aus einer Zinn(II)-chloridlösung

Bei der Zugabe von verdünntem Alkalihydroxid zu Zinn(II)-salzlösungen wird ein weißer Niederschlag gebildet, der in Wasser schwer löslich ist. Die Gleichung für die Bildung des reinen Hydroxids ist wie folgt:

Ähnlich wie bei Blei(II)-hydroxid, handelt es sich bei Sn(OH)2 jedoch um hydratisierte Oxide der Zusammensetzung SnO·x H2O (x < 1).[3] Die Bezeichnung Zinn(II)-hydroxid wird normalerweise synonym dafür verwendet.

Die Zusammensetzung der Oxidhydrate ist in der Literatur umstritten. Es werden beispielsweise folgende Formeln angegeben[4]

  • 2SnO·H2O
  • 3SnO·H2O
  • 3SnO·2H2O
  • 5SnO·2H2O

Die einzige dieser Verbindungen mit bekannter Kristallstruktur ist 6SnO·2H2O (3SnO·H2O) = Sn6O4(OH)4.[5][6] Die Substanz besteht aus einzelnen Clustern in Form eines Rhombendodekaeders, in denen die Zinn(II)-Ionen oktaedrisch angeordnet sind und die Dreiecksflächen des Oktaeders von Oxid- und Hydroxid-Ionen überkappt werden.

Es wurde berichtet, dass die Reaktion der Organozinnverbindung Me3SnOH mit Zinn(II)-chlorid reines Sn(OH)2 erhalten werden kann.[4] Die Struktur des Produkts ist jedoch nicht bekannt.

Eigenschaften

Wird Zinn(II)-hydroxid in einer sauerstofffreien Atmosphäre erhitzt so bildet sich durch Dehydratisierung ein blauschwarzes Pulver, das Zinn(II)-oxid.[3]

Wie alle Zinn(II)-Verbindungen ist auch das Hydroxid ein Reduktionsmittel und oxidiert leicht zu Zinn(IV)-oxid.

Zinn(II)-hydroxid ist amphoter, es reagiert sowohl mit starken Säuren wie auch mit starken Basen. Mit starken Säuren bildet es Zinn(II)-salze und mit starken Laugen die Stannate(II), veraltet Stannite genannt. Letztere sind damit Salze einer Zinn(II)-säure, die sowohl Tri-[Sn(OH)3]– wie auch Tetra-hydroxozinn(II)-[Sn(OH)4]2−–Verbindungen bildet.[3] In starken Basen löst sich das Oxidhydrat zu den Alkalistannaten(II). Die Reaktionsgleichung für die Reaktion mit Natriumhydroxid zu Natriumstannat(II) ist wie folgt:

Literatur

Einzelnachweise

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