Zug der Liebe
politische Demonstration
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Der Zug der Liebe ist eine politische Demonstration, die seit 2015 in Berlin stattfindet. An der Veranstaltung nahmen in der Vergangenheit zwischen mehreren tausend und mehreren zehntausend Menschen teil.[1][2]

Beschreibung
Bei der jährlichen Demonstration sind jeweils zwischen 15 und 22 Musik-Trucks und soziale Vereine als Schirmherren vertreten. Unterstützt werden auf der Demonstration soziale Einrichtungen und gemeinnützige Kollektive, die sich in die gesellschaftliche Diskussion einbringen. Der Zusammenschluss von Veranstaltern, Musikern und Medienschaffenden ist gleichzeitig ein gemeinnütziger Verein: Zug der Liebe e.V.[3] Das Kernteam des Zugs setzt sich aus Martin Hüttmann und Jens Schwan zusammen. Die Finanzierung erfolgte durch Crowdfunding und private Eigenmittel, nach Corona durch eine Afterparty im Ritter Butzke.[4]
Geschichte
Der erste Zug der Liebe wurde 2015 in einer Meldung der DPA „Neue Loveparade“ genannt, wovon sich die Veranstalter distanzierten.[5] Ursprünglich war eine Demonstration mit fünf Wagen und etwa 5000 Teilnehmenden geplant, die vorrangig als Gegenpol zu aufkommenden Pegida-Märschen dienen sollte, aber in Folge des starken Interesses auf 15 Wagen und offiziell 28.000 Teilnehmende anwuchs. Im Jahr 2018 nahmen laut Polizeischätzungen mehrere tausend Teilnehmer,[6] laut Veranstalter 50.000 Personen teil.[7] Die Großdemonstration bekam 2018 erstmals eine Förderung vom Musicboard Berlin und hatte den öffentlich-rechtlichen Sender Radioeins als Medienpartner.
In der Presse wurde bekannt gegeben, dass 2018 der letzte Zug der Liebe stattfinden sollte. Jürgen Laarmann, Mitveranstalter der Loveparade, schrieb dazu: „Doch das Problem ist die chronische Überlastung der Organisatoren, die mit dem wachsenden Erfolg ihres Events an die Grenzen ihres ehrenamtlichen Engagements stoßen … Rein historisch würde es der Stadt Berlin gut stehen, hier mit Geldern aus den Töpfen der Kulturförderung für Abhilfe zu sorgen.“[8]" Im Frühjahr 2019 gab es die Entscheidung, einen 5. Zug der Liebe auf die Straße zu bringen. Das Crowdfunding für den Zug der Liebe 2019 startete am 15. März 2019.
Im Jahr 2021 nahmen am Zug der Liebe laut Schätzungen der Polizei rund 4.000 Personen teil. Da sich viele Teilnehmer nicht an die im Rahmen der COVID-19-Pandemie verhängten Hygienemaßnahmen hielten, wurde der Umzug zunächst von der Polizei gestoppt und dann vom Veranstalter vorzeitig beendet.[9] Im Jahr 2022 nahmen laut Schätzungen der Polizei bis zu 9.000 Personen am Zug der Liebe teil.[10]
Am 30. Juli 2026 sagte der Verein die für den 29. August 2026 geplante Demonstration aufgrund des Anschlags am Rande des Berliner Christopher Street Day ab. Die Veranstalter unterstützten die Kundgebung am 29. August 2026 für das RAW-Gelände.[11]
Ziele
Phase 1: 2015 – 2018 (Die Findungs- und Abgrenzungsphase) In den Anfangsjahren lag der Fokus extrem stark darauf, zu erklären, was die Veranstaltung nicht ist – nämlich keine kommerzielle Loveparade. Der Auftritt war breit und universell: Protest für mehr Mitgefühl, Nächstenliebe und soziales Engagement. Es ging gegen Pegida, gegen die AfD und für eine menschliche Lösung der Geflüchtetenkrise. Das Thema „Leben statt Hauptstadtwahn“ war präsent; alles lief unter dem „Liebe gegen Hass“-Narrativ.[12]
2015
- Menschliche Lösung der europaweiten Flüchtlingsproblematik
- Erhalt von Grünflächen und eine kulturorientierte Senatspolitik
- Jugendförderung und Schutz
- Nachhaltige Stadtentwicklung ohne Armut und Gentrifizierung
- Tolerantes Zusammenleben ohne Pegida
2016
- Menschliche Lösung der europaweiten Flüchtlingsproblematik
- Tolerantes Zusammenleben ohne Rassismus und Rechtsextremismus
- Offene Gesellschaft ohne Armut und Diskriminierung
- Tolerantes Zusammenleben ohne AfD
2017
- Presse- und Meinungsfreiheit
2018
- Für mehr Toleranz und Nächstenliebe
Phase 2: 2019 – 2021 (Die politische Zuspitzung & Solidaritäts-Fokus) Hier wurde der Verein wesentlich spezifischer und griff das aktuelle Zeitgeschehen direkter auf:[13]
2019
- „30 Jahre Mauerfall – Gegen neue Meinungsmauern“ - Ein politisches Statement gegen gesellschaftliche Spaltung.
2020–2021
- „#wirfüreuch“ – Im Corona Zeitraum, als große Demonstrtaionen ausfielen, wurden ersatzweise dezentrale Kiezfeste für ehrenamtliche Helfer:innen als Social Meet-ups organisiert. Der Verein Zug der Liebe e.V. wurde in der Krise zum direkten Support-Netzwerk.
Phase 3: 2023 – 2025 (Rückkehr, Clubkultur und Jubiläum) Nach der coronabedingten Pause fokussierte sich die Demonstrationstärker um den verbindenden Charakter der Musikszene und den Blick nach vorn:
2023
- „Mehr Liebe für die Welt von morgen“
2024
- „Bässe verbinden“ – Clubkultur als sozialer Klebstoff
2025
- „10 Jahre Liebe – Gemeinsam für eine gerechtere Zukunft“