Zwergasseln

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Die Trichoniscidae, deutsch manchmal als Zwergasseln bezeichnet, sind eine Familie der Landasseln aus der Sektion Synocheta. Die Tiere sind meist kleiner als 7 Millimeter und leben an feuchten Orten, oft im Boden oder in Höhlen. Etwa drei Viertel der bisher bekannten höhlenlebenden (troglobionten) Asseln gehören zu dieser Familie, es werden laufend, auch in Europa, neue Arten beschrieben. Es handelt sich insgesamt um eine recht artenreiche Gruppe mit, je nach taxonomischer Auffassung, gut 500 Arten.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Zwergasseln

Trichoniscus pusillus

Systematik
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Asseln (Isopoda)
Unterordnung: Landasseln (Oniscidea)
Synocheta
Familie: Zwergasseln
Wissenschaftlicher Name
Trichoniscidae
G.O. Sars, 1899
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Merkmale

Trichoniscidae[1][2] sind kleine Asseln, mit einer Körperlänge bis etwa 7 Millimeter. Die Gestalt ist meist in Aufsicht lang-oval, abgeflacht, selten hoch gewölbt, nur in der kleinen Unterfamilie Buddelundiellinae mit Fähigkeit, sich einzukugeln. Die Augen bestehen, wenn überhaupt vorhanden, aus drei kleineren Ocellen oder einem einzelnen Ocellus, viele Arten sind völlig augenlos. Die ersten Antennen (Antennulae) sind dreigliedrig, mit schlankem Endglied, das mehrere haarförmige chemische Sensillen (Aesthetasken) trägt. Die Geißel der zweiten Antennen besteht aus 2 bis 12 Gliedern, am Ende pinselförmig beborstet. Wichtig für die Definition und Abgrenzung gegenüber verwandten Familien sind mehrere morphologische Merkmale des Kopfes. Am Kopf ist eine v-förmige Naht, die Linea supraantennalis, ausgebildet. Deren Scheitelpunkt ragt nach vorn vor bis zwischen die Einlenkungsstellen der Antennen (Antennenhöcker). Eine Stirnlinie (Linae frontalis) fehlt hingegen in der Regel, sie ist nur in der kleinen Unterfamilie Buddelundiellinae vorhanden. Der Clypeus ist flach, es sind deutliche Stirnlappen ausgeprägt. Das Integument der Trichoniscidae ist oft glatt, es kann durch Höcker oder Längsrippen skulpturiert sein.

Schwierig und nur im männlichen Geschlecht verlässlich ist die Differenzierung zur Familie Styloniscidae. Bei diesen ist der Protopodit des ersten Pleopoden groß, bei den Trichoniscidae kleiner, nicht größer als deren Exopodit. Die Genitalpapille ist zum Ende hin (distal) erweitert, bei den Trichoniscidae nicht erweitert. Allerdings sind die Styloniscidae vor allem auf der Südhemisphäre, überwiegend in den Tropen, verbreitet, in Europa sind nur eingeschleppte Arten in Gewächshäusern zu erwarten.

Verbreitung

Die Familie lebt in ganz Europa, im Mittelmeerraum auch im angrenzenden Nordafrika, in Westasien nur in Kleinasien und dem Kaukasus. Außerdem kommen sie vor in Nordamerika, nördlich bis in die südlichen Teile Kanadas, südlich bis nach Mexiko.[2] Die Arten leben im Boden oder in Höhlen, immer in sehr luftfeuchten Lebensräumen. Wenige Arten sind sekundär wieder in aquatische Lebensräume zurückgekehrt. Die Art Alpioniscus kuehni lebt in untermeerischen Höhlen vor der Küste Sardiniens.

Taxonomie und Systematik

Haplophthalmus danicus (Unterfamilie Haplophthalminae)

Innerhalb der Landasseln gehört die Familie Trichoniscidae in eine Sektion Synocheta, die etwa 15 Prozent von deren Arten umfasst. Gegenwärtig werden etwa 90 Gattungen in der Familie anerkannt.[3] Die Monophylie der Familie wird von einigen Autoren als zweifelhaft angesehen.[4] Umstritten ist insbesondere die Position der Unterfamilie Buddelundiellinae, die von einigen Autoren, wie auch der traditionellen Auffassung folgend, als eigenständige Familie gesehen wird.[5] Folgt man dieser Auffassung, wären Trichoniscidae und Buddelundiellinae Schwestergruppen, die zusammen eine Überfamilie Trichoniscoidea bilden würden. Akzeptiert man die Einbeziehung in die Trichoniscidae, fallen die Familie und die Überfamilie zusammen.

Es ergibt sich folgendes System:

Familie Trichoniscidae G.O. Sars, 1899

  • Unterfamilie Buddelundiellinae Verhoeff, 1930. Arten mit dem Vermögen, sich einzukugeln. In Mitteleuropa nur eine Art.
  • Unterfamilie Haplophthalminae Verhoeff, 1908. Erkennbar an der Skulptur des Körpers, mit deutlichen Längsrippen oder Wülsten.
  • Unterfamilie Thaumatoniscellinae Tabacaru, 1993 (nur eine Gattung Thaumatoniscellus mit 2 Arten, lebt in Höhlen in Kroatien und Rumänien)
  • Unterfamilie Trichoniscinae G.O. Sars, 1899. Skulptur manchmal mit Höckern, aber nie mit Längsrippen oder Wülsten.

Einzelnachweise

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