Zwhatt
Wohn- und Gewerbeviertel in Regensdorf bei Zürich
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Zwhatt ist ein neu entstehendes Wohn- und Gewerbeviertel in Regensdorf bei Zürich. Es wird seit 2022 in mehreren Phasen errichtet und bezogen. Bei der Fertigstellung 2030 soll es rund 650 Wohnungen und 15'000 Quadratmeter Gewerbeflächen umfassen.
Zu den markantesten Gebäuden gehört das 2025 fertiggestellte Holzhochhaus des Zürcher Architekten Roger Boltshauser, zum Zeitpunkt der Fertigstellung das höchste Holz-Hybridhochhaus der Schweiz.[1][2]
Geschichte
Zwhatt entsteht unmittelbar am Bahnhof Regensdorf-Watt auf dem früheren Areal des Elektronikherstellers Gretag, der 2002 seine Tätigkeit einstellte.[3][4] Der Projektname Zwhatt bezeichnet den Standort «zwischen» den Waldstücken «Hardhölzli» und «Schlatt».[5]
2016 erwarb die Anlagestiftung Turidomus das 3,6 Hektaren grosse Gelände.[6] An der Entwicklung und Bebauung beteiligten sich zudem die Anlagestiftungen Adimora und Pensimo. Alle drei Stiftungen werden durch die Pensimo Management AG vertreten.[7]
2018 wurde die städtebauliche Planungsphase eröffnet.[8] Das Konzept für ein «Stadtquartier» mit ökologisch und sozial nachhaltiger Mischnutzung[9][10][11] erstellte der Zürcher Architekt Peter Märkli.[12] Die Baubewilligungen wurden 2022 erteilt. Die Umsetzung übernahmen das Studio Märkli sowie die Architekten Boltshauser, Graser Troxler und Lütjens Padmanabhan.
Bauphasen
Die erste Bauphase (bis 2026) umfasst zehn Wohn- und Gewerbegebäude.[13] Im Fundament verbauten die Konzeptkünstler Patrik und Frank Riklin Alltagsgegenstände von Anwohnern als «DNA für ein attraktives und nachbarschaftliches Miteinander».[14][15][16]
Mit dem sogenannten Längsbau wurde 2024 das erste Wohngebäude fertiggestellt und bezogen.[17] Es folgten u. a. das 25-stöckige Holzhochhaus (2025)[18][19] sowie der 26-stöckige Wohnturm (2026)[20].
In einem Gewerbe- und Bürohaus aus den frühen 1980er-Jahren auf dem Areal («Winkelbau») wurden 2025 zwei Etagen zu Wohnungen umgebaut.[21][22] Das Konzept mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit und Wiederverwendung von Baumaterialien entstand u. a. im Rahmen eines Forschungsprojektes an der ETH Zürich und wurde von EMI Architekt*innen und dem Zürcher «Baubüro in Situ» umgesetzt.[23][24]
Für den folgenden Ausbau ab 2028 sind zwei weitere Baufelder mit 230 Wohnungen und Gewerbeflächen vorgesehen.[25] Für die zweite Bauphase wurden Donet Schäfer Reimer Architekten sowie Salathé Architekten beauftragt.[26]
Holzhochhaus
Besondere Aufmerksamkeit zog das 25-stöckige, 75 Meter hohe Holzhochhaus im Zwhatt auf sich.[27] Es entstand in Holz-Hybridbauweise mit einem oberirdischen Holzanteil – Stabbuche aus dem Jura – von rund 30 Prozent. Im Vergleich zur konventionellen Betonbauweise wurden 600 Tonnen Kohlendioxid (25 Prozent) eingespart, im verbauten Holz sind weitere 1500 Tonnen Kohlendioxid gespeichert. Das Gebäude erhielt bei den Holcim Awards 2023 einen Anerkennungspreis für nachhaltiges Bauen.[28]