Zwischenfall vor der kubanischen Küste 2026
Tödlicher Schusswechsel zwischen kubanischer Küstenwache und einem mit bewaffneten Exilkubanern besetzten Schnellboot aus Florida
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Am Morgen des 25. Februar 2026 kam es vor der kubanischen Küste zu einer Konfrontation zwischen der kubanischen Küstenwache und einem in Florida registrierten Motorboot. Laut Angaben der Kubaner eröffnete die Besatzung des Bootes nach der Entdeckung durch ein Grenzschutzboot das Feuer. Bei dem folgenden Schusswechsel kamen vier Menschen auf dem eindringenden Boot ums Leben, sechs wurden verletzt. Auf kubanischer Seite erlitt der Kommandant des kubanischen Küstenschutzbootes Verletzungen, so eine vom Innenministerium herausgegebene Erklärung.[1]
Der Zwischenfall ereignete sich rund eine Seemeile (1,85 km) vor der zum Archipel Jardines del Rey gehörenden Insel Cayo Falcones, in der Provinz Villa Clara, im Norden Kubas, nur einem Tag nachdem sich der Flugzeugabschuss der Brothers to the Rescue im Jahr 1996 zum 30. Mal jährte.
Besatzung und Ladung
Die Besatzung des Bootes bestand aus in den USA ansässigen Exilkubanern. Die meisten davon hätten einen bekannten militanten Hintergrund. Zwei Besatzungsmitglieder, Amijail Sánchez González und Leordan Enrique Cruz Gómez, standen auf der kubanischen Liste der meistgesuchten Personen. In Kuba wurde ein Mann festgenommen, der Bootsbesatzung und Ladung in Empfang nehmen sollte. Ziel sei, so Aussagen von Festgenommenen, die Infiltration zwecks Durchführung terroristischer Aktionen gewesen.[2]
Das Boot hatte Behördenangaben zufolge 13 Gewehre, 11 Pistolen und fast 13.000 Patronen geladen, außerdem Kampfstiefel, Kamera-Helme und Tarnrucksäcke.[3][4]
Hintergründe zu einzelnen Besatzungsmitgliedern
Alle 10 Männer, die gemäß0 kubanischen Angaben zur Besatzung gehörten, bewegten sich in einschlägigem Social-Media-Umfeld, welches ihre Motivation an der Teilnahme an dieser Mission nachvollziehen lassen.
Pavel Alling Peña, beim Schusswechsel verstorben, postete im Vorfeld KI-generierte Videos von schwerbewaffneten Soldaten, die einheimische Polizisten erschießen und Präsident Miguel Díaz-Canel gefangen nehmen.
Michael Ortega Casanova und Leo Enrique Cruz Gómez waren Mitglieder der antikommunistisch-kubanischen Gruppe Casa Cuba de Tampa. Beide waren überzeugt, dass man die aktuelle kubanische Regierung mit Waffengewalt stürzen müse.
Andere teilten einschlägige Videos, in denen zum bewaffneten Sturz der aktuellen kubanischen Regierung aufriefen.[5]
Reaktionen
Während der Kuba-stämmige Kongressabgeordnete Carlos A. Giménez auf X von einem „Massaker“ sprach[6], kündigte US-Außenminister Marco Rubio eine Untersuchung des Vorfalls an. Er betonte, das Motorboot sei nicht in offizieller Mission unterwegs gewesen.[7] Am 1. April 2026 traf ein technisches Investigationsteam des FBI in Kuba ein, um den Vorfall zu untersuchen. Besuche dieser Art sind sehr selten.[8]
Der Vorfall ereignete sich in einer Zeit sowieso erhöhter zwischenstaatlicher Spannungen im Zuge der Ölblockade gegen Kuba. Michael J. Bustamante, Professor für Kuba-Studien an der Universität von Miami, glaubt aber nicht an eine direkte Involvierung von Mainstream-kubanoamerikanischen Gruppen oder Politiker. Vielmehr dürfte es sich um Randgruppen der exilkubanischen Diaspora handeln.[9] Auch US-Korrespondent Peter Kleim meint, dass diese Aktion nicht in das Konzept von Donald Trump und Rubio passe, deren Strategie eher auf das Aushungern Kubas hinauslaufe.[10]
Gegen die sechs Überlebenden der Besatzung wird in Kuba Anklage wegen Terrorismus erhoben. Im Falle einer Verurteilung könnte sogar die Todesstrafe verhängt werden.[11]
Weblinks
- Claire Heddles , Syra Ortiz Blanes, Verónica Egui Brito: Secret talks, a firefight off Cuba and 72 hours of near silence from Trump Read more at: https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article314876174.html. In: Miami Herald. 28. Februar 2026 (englisch).
- Was wir über den tödlichen Schusswechsel vor Kubas Küste wissen – und was nicht. In: Deutschlandfunk. 26. Februar 2026.