Árru
Filmdebüt von Elle Sofe Sara
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Árru ist das von Joiks geprägte Spielfilmdebüt der samischen Choreografin und Filmemacherin Elle Sofe Sara. Erzählt wird die Geschichte einer samischen Familie, die nicht nur gegen ein Bergbauprojekt kämpft, sondern sich auch mit lang verdrängten Konflikten und komplexen familiären Beziehungen auseinandersetzen muss. Die Weltpremiere fand im Februar 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin statt.
| Film | |
| Titel | Árru |
|---|---|
| Produktionsland | Norwegen, Schweden, Finnland |
| Originalsprache | Norwegisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 95 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Elle Sofe Sara |
| Drehbuch | Elle Sofe Sara, Johan Fasting |
| Produktion | Elisa Fernanda Pirir |
| Musik | John Erik Kaada |
| Kamera | Cecilie Semec |
| Schnitt | Michał Leszczyłowski |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Das Siedlungsgebiet von Maia und ihrer Familie ist akut bedroht: Ein Unternehmen plant den Bau einer Mine. Seit vielen Generationen lebt Maias samische Familie ein traditionelles Leben im Einklang mit der Natur und der Rentierherde. Gemeinsam mit ihrer jugendlichen Tochter Áilin und ihrem Bruder Dánel bewirtschaftet Maia das Land.
Maia wendet sich an ihren Onkel Lemme, der die Kommunikation mit den Behörden und dem Bergbauprojekt übernimmt. Lemmes Anwesenheit löst bei Dan Unbehagen aus, während sich Áilin sehr über den Besuch freut. Zusammen mit Lemme organisiert sie ein Protestcamp, das sich für den Erhalt der traditionellen Landnutzung und den Schutz der Rentierherde einsetzt. Zur Eröffnung reisen viele Jugendliche an, um einige Tage vor Ort zu campen und die samischen Traditionen kennenzulernen. Maia möchte das Camp am frühen Abend verlassen, um nach Hause zu fahren. Áilin ist enttäuscht, dass sie so früh aufbrechen muss und die ausgelassene Stimmung nicht weiter genießen kann. Nach dem Abendessen fährt sie heimlich mit dem Quad zurück auf den Berg und schließt sich wieder der Gruppe an. Später sitzen die Jugendlichen gemeinsam mit Lemme in einem Lavvu, einem traditionellen samischen Zelt, das hier für rituelle Reinigungsrituale genutzt wird. Lemme ist als Einziger vollständig nackt und bietet den Jugendlichen Bier an. Áilin fühlt sich zunehmend unwohl, verlässt die Schwitzhütte und fährt nach Hause. Dan sieht sie, als sie ankommt.
Gegen Ende des Protestcamps beschließt Dánel ebenfalls, dorthin zu kommen. Er ist stark alkoholisiert und kann Lemmes Anwesenheit nicht länger ertragen. Lautstark äußert er sich an Lemme gewandt, zu einem lange verschwiegenen, schmerzhaften Geschehen aus der Vergangenheit. Áilin fordert Maia auf, ihr zu erzählen, was zwischen Lemme und Dánel vorgefallen ist. Auch die übrigen Familienmitglieder, die in unmittelbarer Nachbarschaft leben, schweigen. Maia, Dánel und Áilin beginnen, einen Zaun zu bauen, als Lemme hinzukommt. Dan bricht daraufhin wütend auf. Später betont Lemme in einem Gespräch mit Maia, bei dem auch die Familienälteste Áhkku anwesend ist, dass letztlich nur er allein über das Schicksal und den Fortbestand des Landes entscheiden könne. Er macht Maia unmissverständlich klar, dass ihr weiteres Handeln weitreichende Konsequenzen haben wird.
Während Áhkkus Geburtstagsfeier kommt es zu einem Eklat, der von Áilin ausgeht und in einem kraftvollen Joik von Maia endet. Maia, Dánel und Áilin beginnen, die getroffene Entscheidung umzusetzen.
Produktion und Hintergründe
Elle Sofe Sara ist eine samische Choreografin und Filmemacherin. Sie wurde in Guovdageaidnu (Kautokeino) in Sápmi, Norwegen, geboren. Ihre künstlerische Arbeit ist geprägt von der Verbindung von Körperlichkeit, Spiritualität und Joik, den traditionellen Gesängen der Sámi, sowie von einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen Herkunft, Verbundenheit und Widerstandsfähigkeit. Diese zentralen Elemente finden sich auch in Árru wieder. Mit Árru realisierte Sara ihren ersten abendfüllenden Spielfilm.[1][2]
Árru ist ein Spielfilm der Produktionsfirmen Elle Sofe Dansekompaniet und Stær Production. Der Film wurde mit einem Produktionsbudget von 500.000 NOK gefördert und ist als Sámi-Joik-Musical konzipiert, in dem traditionelle samische Gesänge eine zentrale Rolle spielen.[3]
Das nordsamische Substantiv árru wird in der Bedeutung „Hindernis, Behinderung, Hemmnis, Hürde, Störung“ verwendet.[4][5]
Veröffentlichung
Die Weltpremiere von Árru fand am 16. Februar 2026 im Rahmen der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin in der Sektion Panorama statt.[1]