Étale Topologie
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Die étale Topologie ist eine Grothendieck-Topologie auf einer Kategorie von Schemata, bei der Familien von étalen Morphismen die Rolle von Überdeckungen spielen. Sie ist feiner als die Zariski-Topologie und ist insbesondere Grundlage der étalen Kohomologie.
Einführung: étale Morphismen und Grothendieck-Topologie
Eine Grothendieck-Topologie auf einer Kategorie legt fest, welche Familien von Morphismen als Überdeckungen der Objekte gelten. Sei die Kategorie der Schemata und ein festes Schema. Sei die Kategorie der Schemata über (ein Schema heißt Schema über , wenn ein Morphismus gegeben ist). Ein Morphismus von Schemata heißt étale, wenn flach, unverzweigt und lokal von endlicher Präsentation ist. Étale Morphismen können als algebraische Gegenstücke der lokalen Homöomorphismen aus der Topologie aufgefasst werden.
Für die étale Topologie betrachtet man die Kategorie oder die Kategorie . Die étale Topologie legt fest, dass die Überdeckungen durch Familien von étalen Morphismen gegeben sind, deren Bilder das jeweils überdeckte Schema überdecken. Solche Familien werden als étale Überdeckungen bezeichnet. Die étale Überdeckungen bilden eine Prätopologie und die daraus erzeugte Grothendieck-Topologie heißt Étale-Topologie. Eine Kategorie zusammen mit einer Grothendieck-Topologie nennt man Situs. Die Objekte der Kategorie spielen dabei die Rolle der offenen Mengen.
Étale Überdeckungen
Sei ein Schema. Eine Familie von étalen Morphismen heißt étale Überdeckung von , wenn
gilt.[1]
Die Bilder der unter den étalen Morphismen überdecken also . Ist die Indexmenge endlich, so heißt die Familie eine endliche étale Überdeckung.
Eigenschaften
Jede offene Immersion ist étale und deshalb ist jede Überdeckung in der Zariski-Topologie auch eine étale Überdeckung.
Étale Überdeckungen sind unter Komposition und Basiswechsel stabil. Insbesondere ist für eine étale Überdeckung und einen Morphismus die Familie
wieder eine étale Überdeckung. Damit definieren die étale Überdeckungen eine Grothendieck-Topologie.
Étale Topologie
Die étale Topologie auf (oder ) ist die Grothendieck-Topologie, deren Überdeckungen genau die étale Überdeckungen sind.[1]
Für ein festes Schema sei die Unterkategorie von , deren Objekte die étalen Morphismen sind. Sie wird mit der von der étale Topologie auf induzierten Topologie versehen. Der so entstehende Situs wird als étaler Situs von bezeichnet.[1]
Erklärung der Definition
Das System der étalen Überdeckungsfamilien bildet eine Prätopologie und die von den daraus erzeugten Sieben erzeugte Grothendieck-Topologie ist die étale Topologie.
Étaler Topos und étale Kohomologie
Der étaler Topos von ist der Topos der Garben auf dem Étale-Situs .[1] Seine Objekte sind die Garben auf diesem Situs und seine Morphismen sind die natürlichen Transformationen zwischen den Garben.[1]
Ist eine abelsche Garbe auf dem Étale-Situs von , so bezeichnet die -te Kohomologiegruppe von mit Koeffizienten in . Der Funktor der globalen Schnitte ist linksexakt. Insbesondere gilt
Die höheren Kohomologiegruppen sind die abgeleiteten Funktoren des Funktors der globalen Schnitte:
Damit ist die étale Kohomologie von mit Koeffizienten in die Kohomologie der abelschen Garbe im étaler Topos .[2][3]