Östlicher Weißschopf-Hornvogel

Art der Gattung Horizocerus From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Östliche Weißschopf-Hornvogel (Horizocerus cassini) ist eine afrikanische Vogelart, die zu den Nashornvögeln (Bucerotidae) gehört. Sie kommt im Süden Nigerias, im Süden und im Zentrum von Kamerun, in Gabun und Mbini, in der Republik Kongo, im Norden und Westen der DR Kongo sowie im Westen von Uganda und im Norden von Angola vor.

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Östlicher Weißschopf-Hornvogel

Östlicher Weißschopf-Hornvogel (Horizocerus cassini)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Gattung: Horizocerus
Art: Östlicher Weißschopf-Hornvogel
Wissenschaftlicher Name
Horizocerus cassini
(Finsch, 1903)
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Merkmale

Der Östliche Weißschopf-Hornvogel zählt zu den großen Nashornvögeln und erreicht eine Gesamtlänge von 70 bis 80 Zentimeter. Der Schwanz ist bei den Männchen 43,5 bis 50,5 Zentimeter lang, bei den Weibchen erreicht er eine Länge von 39 bis 42 Zentimeter. Der Schnabel der Männchen ist 9,3 bis 11,9 Zentimeter lang, der Schnabel der Weibchen ist mit einer Länge von 6,7 bis 8 Zentimeter deutlich kürzer. Letztere erreichen ein Gewicht von 204 bis 238 Gramm, während Männchen mit 270 bis 399 Gramm schwerer werden. Das Gefieder ist überwiegend schwarz gefärbt. Lediglich die weiße Federhaube, die Spitzen der Schwanzfedern und die Spitzen einiger Flügelfedern sind weiß. Vom (Westlichen) Weißschopf-Hornvogel (Horizocerus albocristatus) unterscheidet er sich durch die schwarzen Ohrdecken (weiß bei H. albocristatus) und die weißen Spitzen an den Flügelfedern. Außerdem wird der Östliche Weißschopf-Hornvogel etwas größer als sein westlicher Verwandter und sein Schnabel ist fast einfarbig schwarz, während bei H. albocristatus an der Basis des Oberschnabels ein cremefarbener Bereich vorhanden ist.[1]

Der Östliche Weißschopf-Hornvogel ist nicht sehr ruffreudig, die Rufe haben aber eine auffällige Klangfarbe. Einer Ruffolge von krächzenden Lauten folgt ein raues, heulendes uoo-uoo--uoo-aah-aah.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Die Früchte von Dacryodes edulis gehören zur Nahrung des Weißschopf-Hornvogels

Der Östliche Weißschopf-Hornvogel lebt in feuchten, immergrünen Primärregenwäldern, in Sekundärwäldern, in Galeriewäldern mit hohen Bäumen sowie in Parklandschaften mit angrenzenden Wäldern. Dort kommen sie vor allem in dichten Pflanzenbeständen vor. In Kivu wurden die Vögel bis in Höhen von 1500 Metern beobachtet. In den meisten Regionen ihres Verbreitungsgebietes sind sie territoriale Standvögel. Meist leben sie paarweise oder in Familiengruppen zusammen, gelegentlich auch in kleinen Gruppen von bis zu acht Individuen, die aber instabil sind und sich gegenseitig in der Flucht jagen können. Das Territorium wird gerne mit einer Affengruppe geteilt. Östliche Weißschopf-Hornvögel ernähren sich vor allem von Insekten, aber auch von Früchten, Samen, Spinnen, Nacktschnecken und kleinen Wirbeltieren. Die Nahrungssuche findet vor allem in den Bäumen in Höhen von 5 bis 35 Metern über dem Erdboden statt, hin und wieder werden auch Kleintiere auf dem Boden gejagt. Oft verfolgen sie Gruppen von Affen, anderen Vögeln oder Wanderameisen, um von ihnen aufgescheuchte Insekten zu erbeuten.[1]

Wie alle Arten der Nashornvögel ist auch der Weißschopf-Hornvogel ein Höhlenbrüter. Das Nest wird in natürlichen Baumhöhlen oder Palmenstümpfen in 10 bis 16 Metern Höhe errichtet. Das Weibchen mauert sich in der Nisthöhle ein und wird während der Brutzeit vom Männchen gefüttert. Nistende Vögel wurden in Gabun und im Kongobecken im Januar und Februar, von Juni bis August und von Oktober bis Dezember beobachtet. Die Brut ist wahrscheinlich saisonunabhängig. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern, die eine narbige Schale haben. Die Brutdauer und die Nestlingszeit sind unbekannt. Offenbar gelingt es nur selten, mehr als einen Jungvogel erfolgreich aufzuziehen.[1]

Systematik

Der Östliche Weißschopf-Hornvogel wurde 1903 durch den deutschen Ornithologen Otto Finsch als Ortholophus cassini erstmals wissenschaftlich beschrieben und zu Ehren des US-amerikanischen Ornithologen John Cassin benannt.[2] Lange Zeit galten der Östliche Weißschopf-Hornvogel und der (Westliche) Weißschopf-Hornvogel als konspezifisch. Erst im Jahre 2001 in Band 6 des Handbook of the Birds of the World wurden beide Arten wieder getrennt. Zusammen mit dem Hartlaub-Hornvogel (Horizocerus hartlaubi) und dem Kongotoko (H. granti) bilden die zwei Arten die 1899 durch den amerikanischen Ornithologen Harry Church Oberholser eingeführte Gattung Horizocerus[3] innerhalb der Nashornvögel.[1]

Gefährdung

Die Bestandssituation des Weißschopf-Hornvogels wurde 2024 in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „Least Concern (LC)“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.[4]

Einzelnachweise

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