Üçtepe Höyük
archäologische Stätte in Bismil, Diyarbakır, Turkey
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Üçtepe Höyük ist ein Tell, der 40 km südöstlich der Stadt Diyarbakır liegt. Genauer gesagt befindet er sich im Landkreis Bismil am Ufer des Tigris beim Dorf Üçtepe (alter Name Kerh oder Kerh-i Dicle, dt.: Ufer des Tigris'). Der Hügel, der direkt südlich an der Fernstraße D 370 liegt, ist ein natürlicher Hügel mit einer Breite von 200 × 180 Metern und einer Höhe von 44 Metern.[1]
Üçtepe ist einer der größten Tells in der Region Ost- und Südostanatoliens. Dieser Umstand, der Fund der Kurkh-Monolithen und die geografische Lage führten zu der Annahme, dass Üçtepe ein Kandidat für die assyrische Provinzhauptstadt Tušḫan sei.[1] Andere Versuche der Gleichsetzung waren das assyrische Tidu/Ta’idu oder das mitannische Waššukanni, aber keines davon konnte bewiesen werden. Anhand einer 2022 publizierten Tontafeln wurde der Name Šināmum (Mittelassyrische Zeit)/Sinābu (Neuassyrische Zeit) vorgeschlagen.[2]
Ausgrabungen

1865 fand John George Taylor, der britische Botschafter in Diyarbakır, zwei Stelen aus Kalkstein, die von den assyrischen Königen Assur-nasirpal II. und Salmanassar III. errichtet worden waren. Aber bis 1986 wurden in der Region außer einigen Oberflächenuntersuchungen und einem Intermezzo (1907, Albert T. Olmstead) keine weiteren Ausgrabungen durchgeführt. Ab 1986 begann Veli Sevin mit Surveys,[3] die Grabungen wurden 1988 unter seiner Leitung mit Unterstützung der TAÇDAM der ÖDTU Ankara begonnen und bis 1992 fortgesetzt.[4][1] Ziel war es, die Residenz Assur-nasirpals II. zu finden. Später, im Juli 2001, wurde eine Rettungsaktion eingeleitet, um Schäden zu verhindern, die durch Straßenarbeiten an der D 370 verursacht werden könnten.
Stratigraphie
Die bei den unter der Leitung von Veli Sevin durchgeführten Ausgrabungen im Hügel identifizierten Siedlungsschichten sind von oben nach unten wie folgt:[4][5][6][1]
- 1–4: Römerzeit (Mittlere Kaiserzeit oder spätrömische Zeit)
- 5–6: Hellenistische Periode
- 7: Späte Neoassyrische Zeit
- 8: Frühe Neoassyrische Zeit
- 9: Mittelassyrische Zeit
- 10: Spätbronzezeit
- 11: Mittlere Bronzezeit
- 12: Frühe Bronzezeit IV. (2200–2100 v. Chr.)
- 13: Frühe Bronzezeit III (2700–2200 v. Chr.)
Funde
Üçtepe Höyük ähnelt einer typischen neoassyrischen Siedlung. Als Wall rund um die Kernburg stand wohl eine dicke 3 m hohe Mauer ohne Fundament, deren Lehmblöcke etwa 41/43 – 15/19 cm groß waren.[1][7]
In der neunten Siedlungsschicht wurde das gemeinsame Grab einer Frau und eines Mädchens gefunden. Die Bestattungen erfolgten bekleidet. Zu den Grabbeilagen gehörten Goldschmuck, Fayenceperlen, Bronzearmbänder und ein silberner Nasenring. Auch hochwertige Keramik wurde dem Grab beigefügt.[1]
In der 11. Schicht, die bis in die mittlere Bronzezeit zurückreicht, ist eine vermutlich regionalspezifische Dekorationstechnik recht interessant. Diese Keramiken, die wie die anderen auf schnell rotierenden Töpferscheiben hergestellt wurden, haben die gewöhnliche orange Farbe, aber einige ihrer Seiten scheinen eine andere Farbe gehabt zu haben. Es wird angenommen, dass dies durch eine Änderung der Temperatur im Ofen oder durch eine bestimmte Platzierung der Keramik im Ofen erreicht worden ist.[8]
Gebäude aus der hellenistischen Zeit waren im Inneren mit Kalk verputzt und in Gelb, Rot, Hellgrün und Schwarz gestrichen. Auch Fresken und Bodenmosaiken und mit Blumenmotiven verzierte Flaschen wurden gefunden. Ähnliche Mosaiken wurden auch im Mithridates-Palast in Samosata gefunden.[5]