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Ōtama

Ort in der Präfektur Fukushima, Japan From Wikipedia, the free encyclopedia

Ōtama (jap. 大玉村, -mura) ist eine Dorfgemeinde (Mura) im Landkreis Adachi in der Präfektur Fukushima auf der Insel Honshū in Japan. Sie ist die einzige eigenständige Dorfgemeinde innerhalb des Landkreises Adachi.[1]

Ōtama (2011)
Schnelle Fakten 大玉村村, Geographische Lage in Japan ...
Ōtama-mura
大玉村村
Ōtama (Japan)
Ōtama (Japan)
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 32′ N, 140° 22′ O
Höhe: 310 m
Basisdaten
Fläche: 127,70 km²
Einwohner:
Gemeindeschlüssel: 07308-3
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Ōtama
Rathaus
Adresse: Ōtama Village Hall

Ōtama-mura, Adachi-gun
Fukushima-ken  Japan
Lage des Dorfes Ōtama in der Präfektur Fukushima
Lage Ōtamas in der Präfektur
Lage Ōtamas in der Präfektur
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Geographie

Ōtama liegt inmitten der Präfektur Fukushima, in der Nakadōri-Region. Das Gemeindegebiet überstreckt sich über eine Fläche von 79,44 km² am östlichen Ende des Berges Adatara, einem aktiven Vulkan (1.728 m), der das landschaftliche Panorama und die Geologie der Gemeinde prägt.

Das Dorfgebiet bildet eine Schwemmland-Fächerzone, die durch vulkanische Ausläufer geformt wurde. Im Osten wird das Gemeindegebiet vom Abukuma-Fluss begrenzt.[2]

Klima

In Ōtama herrscht ein feuchtes kontinentales Klima (Köppen-Geodaten: Cfa), das durch warme Sommer und kalte, schneereiche Winter geprägt ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 10,8 °C. Der niederschlagsreichste Monat ist September, während die extremsten Durchschnittstemperaturen im August ca. 24,0 °C und im Januar −1,2 °C sind.[3]

Geschichte

Das Gebiet Ōtama hat eine lange Siedlungsgeschichte. Archäologische Funde von Grabhügeln (Kofun) belegen eine Besiedlung seit der Kofun-Zeit. In der feudalen Ära Japans gehörte das Land zur historischen Provinz Mutsu und war während der Edo-Zeit Teil des Nihomatsu-Han (Lehen Nihonmatsu).

Nach der Meiji-Restaurierung und der Neuordnung der Verwaltungstrukturen wurden am 1. April 1899 die beiden Dörfer Ōyama und Tamonoi innerhalb des Landkreises Adachi gegründet.[2] Die heutige Gemeinde entstand am 31. März 1955 im Zuge der großen Shōwa-Gebietsform durch den Zusammenschluss dieser beiden Dörfer.[2] Während der Gemeindereform der 2000er-Jahre lehnte Ōtama eine Fusion mit den Nachbarstädten bewusst ab, um seine ländliche Struktur und Identität zu bewahren.[3]

Wirtschaft und Kultur

Die Wirtschaft Ōtamas ist traditionell stark agrarisch geprägt. Begünstigt durch den nährstoffreichen Vulkanboden des Adatara-Massivs liegt der Fokus vor allem auf dem Anbau von Reis und regionalem Gemüse sowie der Nutztierhaltung.[3]

„Die schönsten Dörfer Japans“

Im Jahr 2014 wurde Ōtama offiziell in den Verband „The Most Beautiful Villages“ in Japan aufgenommen.[4] Ein zentrales Kriterium war der Schutz der Igune, traditionelle dichte Wälder rund um die Höfe in der Ebene vor dem Vulkan. Die Gemeinde erlange 2020 landesweit Aufmerksamkeit, als sich Bürger und Gemeindeverwaltung erfolgreich gegen staatliche Pläne zur großflächigen Installation von Photovoltaikanlagen auf Nutzflächen wehrten, um das geschützte Landschaftsbild zu bewahren.

Brauchtum

Aufgrund der landwirtschaftlichen Prägung hat sich in Ōtama die Tradition Motozoro Taue Dancing erhalten, ein ritueller Tanz, der jährlich am zweiten Sonntag im Januar aufgeführt wird, um symbolisch die Reiseernte des kommenden Jahres zu segnen.

Bevölkerung

Entgegen dem ländlichen Bevölkerungsrückgang in Japan hat sich die Einwohnerzahl über die letzten Jahrzehnte relativ stabil gehalten.[5] Diese Stabilität ist primär auf die verkehrsgünstige Lage zwischen den beiden Wirtschaftszentren Kōriyama und Fukushima-Stadt zurückzuführen, was Ōtama zu einer attraktiven Pendlergemeinde macht.[1] Am 30. April 2026 verzeichnete die Gemeinde eine Gesamtbevölkerung von 8.769 Einwohnern in 3.250 Haushalten, was einer Bevölkerungsdichte von ca. 110 Einwohnern/km² entspricht.[1]

Politik

Das Rathaus befindet sich im Ortsteil Tamai. Als Symbole der Gemeinde wurden per Dekret die Japanische Rotkiefer (Pinus desiflora) als Gemeindebaum, die Kirschblüte (Sakura) als Gemeindeblume sowie der Buntfasan (Phasinus colchicus) als Gemeindevogel festgelegt.[2]

Infrastruktur und Bildung

Verkehr

Ōtama besitzt keinen eigenen Bahnhof an einer der Hauptlinien der Japan Railways (JR), ist aber über den nahegelegenen Bahnhof Motomiya oder Shin-Sugita an die Tohoku-Hauptlinie angebunden. Im Straßenverkehr ist die Gemeinde über die Tōhoku-Autobahn sowie die Nationalstraße 4 an das Straßennetz angeschlossen.[3]

Bildung

Die Gemeinde betreibt insgesamt drei öffentliche Schulen: die zwei Grundschulen Ōtama Oyama Elementery School und Otama Tamonoi Elementary School sowie die weiterführende Ōtama Junior High School.[2]

Internationale Beziehungen

Seit dem 26. Oktober 2015 hält Ōtama eine Städtefreundschaft und einen Kulturaustausch mit Machu Picchu (Peru),[6] Dies war die weltweit erste Städtepartnerschaft, die die Gemeinde Machu Picchu eingetragen hat.[7] Sie geht auf den japanischen Einwanderer Yokichi Nouchi zurück, der aus der Region stammte und in den 1920er-Jahren eine bedeutende Rolle beim Aufbau der Infrastruktur nahe der Inka-Ruinenstadt spielte.[6]

Angrenzende Städte und Gemeinden

Die Gemeinde ist von drei größeren Städten umschlossen und dient teilweise als Wohnort für Wirtschaftszentren. Im Norden und Nordosten grenzt Ōtama an Nihonmatsu, während sich im Westen und Südwesten die Stadt Kōriyama anschließt. Der Süden und Südwesten grenzt an die Gemeinde Motomiya.[2]

Commons: Ōtama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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