Żukówko (Parchowo)
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Żukówko (kaschubisch Żukówkò; deutsch Zukowken, ab 1937 Treuenfelde) ist ein Dorf der Landgemeinde Parchowo im Powiat Bytowski in der Woiwodschaft Pommern in Polen.
| Żukówko / Żukówkò | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytowski | |
| Gmina: | Parchowo | |
| Geographische Lage: | 54° 14′ N, 17° 39′ O | |
| Einwohner: | ||
Geographische Lage
Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, etwa neun Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bytow, fünf Kilometer nordwestlich von Parchowo und drei Kilometer nordöstlich von Pomysk Mały.
Östlich des Dorfkerns liegt der drei Kilometer lange Żukówko (Zukowkener See), der vom Flüsschen Słupia durchflossen wird.
Geschichte
Am 30. Juni 1253 bestätigte Wolimir, Bischof von Leslau, der Heiligkreuzkirche zu Parchau die Zehnten der Dörfer Parchau, Nakel, Zukowken und Golzau.[1] In einem Grenzbrief vom 9. Oktober 1313, den Markgraf Waldemar von Brandenburg dem Deutschen Orden gab, nachdem er ihm durch Vertrag zu Słupsk vom 10. Juni 1310 einen Teil Pommerns verkauft hatte, wird das Dorf unter dem Namen villa Sucow erwähnt.[2][3] Ebenfalls am 9. Oktober 1313 beglaubigte der Hochmeister Karl von Trier den Grenzverlauf und nannte das Dorf villa Svkowe.[4] In einer Beurkundung vom 23. Februar 1330 wird das Dorf von Ritter Jesko von Schlawe Zugowa genannt.[5] In den Zinsregistern des Ordens wird das Dorf nirgends erwähnt.[6] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die Ortsnamen Sukowke und Zukowken in Gebrauch.[7]
Um 1780 war Zukowken ein dreigeteilter Adelssitz.[8] Zu den Familien, die von alters her in Zukowken begütert waren, gehörten die Dambrowski. Im 16. Jahrhundert soll Sophia von Glauch-Głuchawska ihrem Gemahl Johann Dąbrowski einen Gutsanteil Zukowken mit Mühlchen eingebracht haben. Abkömmlinge dieses evangelischen Zweigs der Familie Dambrowski waren noch bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus in Zukowken begütert. Letzter Gutsbesitzer des Anteils Zukowken mit Mühlchen aus dieser Familie war K a r l Ludwig Nicolaus von Dambrowski (1797–1855).[9] Da dieser Gutsanteil ein Jahrzehnt später an einen Seydlitz kam,[10] muss es sich dabei um Zukowken C gehandelt haben. Für Zukowken A – C war noch im 19. Jahrhundert ein eigenes kleines Patrimonialgericht zuständig.[11]
Im Jahr 1857 werden August Busch als Besitzer des Rittergutsanteils Zukowken A u. B und Fr. Busch als Besitzer des Rittergutsanteils Zukowken C angegeben.[12] Der Rittergutsanteil Zukowken A u. B wurde 1864 zum Preis von 35.875 Talern veräußert, der Rittergutsanteil Zukowken C hatte 1864 einen Kaufpreis von 31.000 Talern.[13] Besitzer des Gutsanteils Zukowken C wurde der Königlich preußische Gerichts-Assessor a. D. Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1837–1903), der ihn seinem Sohn Kurt Friedrich (* 1869 in Zukowken) vererbte.[14]
Am 19. März 1877 wurden der Gutsbezirk Zukowken und die Kolonie Mühlchen zur Landgemeinde Zukowken zusammengeschlossen.[15]
Gutsbesitzer Friedrich Wilhelm von Seydlitz war 1882 zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks Parchau[16] ernannt worden und Gutsbesitzer Busch aus Zukowken als sein Stellvertreter.[17] Am 10. September 1888 wurde Gutsbesitzer von Seydlitz in Zukowken erneut für sechs Jahre als Amtsvorsteher des Amtsbezirks Parchau ernannt.[16] Bis Frühjahr 1884 war er auch als Standesbeamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Parchau tätig gewesen.[18]
Zur Landgemeinde Zukowken gehörten um 1903 zwei Güter: ein 342 Hektar großes Gut besaß Carl Kroening; das 596 Hektar umfassende Gut Zukowken C befand sich im Besitz von Curt von Seydlitz.[19]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1468,5 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Zukowken 71 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 91 Pferde, 290 Stück Rindvieh, 47 Schafe und 460 Stück Borstenvieh hielten.[20]
Am 30. November 1920 erfolgte die Eingliederung der Landgemeinde Zukowken aus dem bisherigen Kreis Karthaus in der Provinz Westpreußen in den Kreis Bütow der Provinz Pommern.[21]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Zukowken eine Flächengröße von 14,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 56 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnplätzen:[22]
- Forsthaus
- Mühlchen
- Zukowken
Um 1935 hatte Zukowken unter anderem einen Gasthof, ein Fischversandgeschäft, eine Schmiede und zwei Stellmachereien.[23]
Am 9. Dezember 1937 wurde die Gemeinde Zukowken in Treuenfelde umbenannt.[21] Bis 1945 bildete Treuenfelde eine Landgemeinde im Kreis Bütow der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Treuenfelde war dem Amtsbezirk Pomeiske zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Pomeiske.
Nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs wurde Treuenfelde 1945 der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die allermeisten einheimischen Dorfbewohner wurden in der Folgezeit aus dem Ort vertrieben.
Mit der Zweisprachigkeit der Gemeinde wurde 2006 der kaschubische Ortsname Żukówkò amtlich.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1780 | – | adliges Gut mit einer Mühle am Flüsschen Stolpe und 22 Feuerstellen (Haushaltungen), drei adligen Besitzern gehörig, eingepfarrt zu Parchau[8] |
| 1818 | 45 | inklusive der Brandhaus genannten Gärtnerwohnung, Hauptgut mit acht Feuerstellen (Haushaltungen), adelige Besitzung, davon 31 Evangelische und 14 Katholiken[24] |
| 1852 | 225 | Dorf[25] |
| 1864 | 419 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk(?)[26] |
| 1867 | 395 | am 3. Dezember, Gutsbezirk[27] |
| 1871 | 371 | am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 317 Evangelische und 54 Katholiken[27] |
| 1885 | 369 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 311 Evangelische und 58 Katholiken[28] |
| 1905 | 426 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 292 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 134 Katholiken (zwölf mit deutscher, fünf mit polnischer und 117 mit kaschubischer Muttersprache)[29] |
| 1910 | 466 | am 1. Dezember, davon 304 mit deutscher Muttersprache (299 Evangelische, eine katholische und eine Person mit anderem Glaubensbekenntnis sowie drei Juden), 161 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und eine Person mit deutscher und einer anderen Sprache[30] |
| 1925 | 433 | Landgemeinde, in 87 Haushaltungen, darunter 376 Evangelische und 55 Katholiken[22] |
| 1933 | 371 | [31] |
| 1939 | 354 | [31] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
Die vor 1945 hier lebenden Dorfbewohner waren mehrheitlich Evangelische (Angehörige der Landeskirche) und gehörten zum Kirchspiel Groß Pomeiske.
Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört überwiegend der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur
- Zukowken, Dorf und Landgemeinde, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Zukowken (meyersgaz.org)
- Gerhard Bronisch, Walter Ohle, Hans Teichmüller: Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Bütow. L. Saunier, Stettin 1938, insbesondere S. 275–276 (Bałtycka Biblioteka Cyfrowa; PDF, 40 MB).
Weblinks
- Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)
- Die Gemeinde Zukowken im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Zukowken (buetow-pommern.info)
- Zukowken mit Mühlchen (kerntopf.com)
