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Α-Phenylglycin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

α-Phenylglycin (häufig kurz, aber nicht eindeutig als Phenylglycin bezeichnet) ist eine nicht natürlich vorkommende, nicht-proteinogene α-Aminocarbonsäure.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von α-Phenylglycin
Strukturformel von α-Phenylglycin ohne Angabe der Stereochemie
Allgemeines
Name α-Phenylglycin
Andere Namen
  • 2-Phenylglycin
  • 2-Amino-2-phenylessigsäure
  • PhG
Summenformel C8H9NO2
Kurzbeschreibung

weißes kristallines geruchloses Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 220-608-1
ECHA-InfoCard 100.018.735
PubChem 3866
ChemSpider 3732
Wikidata Q15633805
Eigenschaften
Molare Masse 151,16 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

302 °C (Zersetzung, D-Phenylglycin)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (D-Phenylglycin, 3 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Stereochemie

α-Phenylglycin enthält ein asymmetrisch substituiertes Kohlenstoffatom, es ist daher eine chirale Verbindung. Von α-Phenylglycin kommen zwei spiegelbildliche Moleküle (Enantiomere) vor, das D-Phenylglycin und das L-Phenylglycin.

Stereoisomere von α-Phenylglycin
Name D-Phenylglycin L-Phenylglycin
Andere Namen
  • (R)-Phenylglycin
  • (−)-Phenylglycin
  • (S)-Phenylglycin
  • (+)-Phenylglycin
Strukturformel
CAS-Nummer 875-74-12935-35-5
2835-06-5 (Isomerengemisch)
EG-Nummer 212-876-3220-909-8
220-608-1 (Isomerengemisch)
ECHA-Infocard 100.011.706100.019.009
100.018.735 (Isomerengemisch)
PubChem 7013499291
3866 (Isomerengemisch)
Wikidata Q423849Q27225746
Q15633805 (Isomerengemisch)
Schmelzpunkt 302 °C[1]
290 bzw. 255 °C (Racemat)[2]

D-Phenylglycin

D-Phenylglycin [Synonym: (R)-Phenylglycin] ist das ökonomisch bedeutendere Isomer, das in der Seitenkette mehrerer semisynthetischer β-Lactam-Antibiotika als Teilstruktur enthalten ist, etwa im Ampicillin.

Darstellung

D-Phenylglycin kann durch Spaltung des Racemats DL-Phenylglycin mit Hilfe von D-Campher-10-sulfonsäure, in der Gegenwart von Essigsäure und Salicylaldehyd erhalten werden. Die Ausbeute bei diesem Verfahren beträgt 68 % bei einer optischen Reinheit von 95,9 %.[3][4]

Die enzymatische Darstellung von D-Phenylglycin aus Phenylpyruvat gelang 2006.[5] Phenylpyruvat ist ein direkter Vorläufer des L-Phenylalanins. Daher wurde für die Darstellung ein E. coli-Stamm eingesetzt, der auf die Produktion von L-Phenylalanin auf Basis von Glucose optimiert war. Die Umwandlung des Phenylpyruvats erfolgte über Mandelat und Phenylglyoxylat in drei Stufen. Diese wurden durch drei Enzyme [Hydroxymandelat-Synthase (HmaS), Hydroxymandelat-Oxidase (Hmo) und die stereoinvertierende Hydroxyphenylglycin-Aminotransferase (HpgAT)] katalysiert. Die diese Enzyme kodierenden Gene stammten aus Amycolatopsis orientalis, Streptomyces coelicolor und Pseudomonas putida.

Eigenschaften

D-Phenylglycin ist ein farbloser Feststoff, der sich bei 305 °C zersetzt. Der Drehwert α einer 1-molaren Lösung in 1-molarer Salzsäure beträgt bei 20 °C und einer Wellenlänge von 589 nm −155°.[6]

Verwendung

D-Phenylglycin ist ein wichtiger Seitenketten-Baustein für die halbsynthetische Gewinnung von β-Lactam-Antibiotika, wie Cefalexin oder Ampicillin.[5]

L-Phenylglycin

Die enantiomere Aminosäure L-Phenylglycin [Synonym:(S)-α-Phenylglycin] besitzt nur untergeordnete Bedeutung. L-Phenylglycin ist Bestandteil der Streptogramin-Antibiotika Pristinamycin bzw. Virginiamycin, die von Streptomyces pristinaespiralis bzw. Streptomyces virginiae produziert werden.[7]

Einzelnachweise

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