(263) Dresda

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(263) Dresda ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 3. November 1886 vom österreichischen Astronomen Johann Palisa an der Universitätssternwarte Wien entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(263) Dresda
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Koronis-Familie
Große Halbachse 2,885 AE
Exzentrizität 0,081
Perihel – Aphel 2,652 AE  3,117 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 1,323°
Länge des aufsteigenden Knotens 216,1°
Argument der Periapsis 161,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 10. Dezember 2023
Siderische Umlaufperiode 4 a 329 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,51 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 24,0 km ± 0,2 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,20
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 16 h 49 min
Absolute Helligkeit 10,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
S
Geschichte
Entdecker Johann Palisa
Datum der Entdeckung 3. November 1886
Andere Bezeichnung 1886 VB, 1905 OC, 1915 RL, 1917 BA, 1950 XV, 1977 PC
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid wurde benannt zu Ehren der deutschen Stadt Dresden. Die Benennung erfolgte durch den russischen Astronomen Basil von Engelhardt, der eine private Sternwarte in Dresden besaß.

(263) Dresda ist eines der größeren Mitglieder der Koronis-Familie, einer sehr zahlreichen Gruppe von Asteroiden, die durch eine kollisionsbedingte Zerstörung des Vorgängerkörpers von (158) Koronis entstanden.

Wissenschaftliche Auswertung

Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im Infraroten mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi vom 3. Dezember 1980 wurden für (263) Dresda erstmals Werte für den Durchmesser und die Albedo von 21 km und 0,21 bestimmt.[1] Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (263) Dresda, für die damals Werte von 23,2 km bzw. 0,23 erhalten wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 25,5 km bzw. 0,18.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 24,0 km bzw. 0,20 korrigiert.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 21. bis 27. November 1984 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten, recht lückenhaften Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,32 h abgeleitet.[5] Ausführlichere Beobachtungen erfolgten dann im Mai 1988 wieder am McDonald-Observatorium sowie im April 1992 und im Juli 1993 am Wallace Astrophysical Observatory (WAO) in Massachusetts. Die Auswertung der Daten führte nun zu einer deutlich längeren Rotationsperiode von 16,77 h.[6]

Aus Beobachtungen der Jahre 1984 bis 1993 konnte in der Ukraine für (263) Dresda eine Rotationsperiode von 16,7654 h abgeleitet werden. Es wurde auch eine Position für die Rotationsachse mit prograder Rotation sowie die Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells für den Asteroiden berechnet.[7] Neue Messungen von April bis Juni 2002, im Juli und August 2003 sowie im Januar 2005 am Whitin Observatory in Massachusetts führten zu einer abgeleiteten Rotationsperiode von 16,814 h.[8]

Die Auswertung archivierter Lichtkurven der Lowell Photometric Database ermöglichte in einer Untersuchung von 2016 für ein ellipsoidisches Gestaltmodell die Bestimmung der Rotationsperiode zu 16,8138 h, außerdem konnten zwei alternative Lösungen für die Position der Rotationsachse mit prograder Rotation angegeben werden.[9] In einer weiteren Untersuchung von 2016 führte die Auswertung von 12 vorliegenden Lichtkurven und weiteren Daten der Lowell Photometric Database zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 16,8139 h.[10]

Eine Auswertung der Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus den Jahren 2015 bis 2018 leitete in einer Untersuchung von 2020 eine Periode von 12,450 h ab, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 28 % für einen C-Typ und 72 % für einen S-Typ angegeben werden.[11] Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 16,81384 h bestimmt werden.[12]

Siehe auch

Commons: (263) Dresda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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