(281) Lucretia
Asteroid des Hauptgürtels
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(281) Lucretia ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 31. Oktober 1888 vom österreichischen Astronomen Johann Palisa an der Universitätssternwarte Wien entdeckt wurde.
| Asteroid (281) Lucretia | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (281) Lucretia | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,187 AE |
| Exzentrizität | 0,132 |
| Perihel – Aphel | 1,898 AE – 2,477 AE |
| Neigung der Bahnebene | 5,3° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 31,3° |
| Argument der Periapsis | 16,7° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 31. Oktober 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 3 a 86 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 20,05 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 11,0 km ± 0,1 km |
| Albedo | 0,23 |
| Rotationsperiode | 4 h 21 min |
| Absolute Helligkeit | 12,1 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
SU |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Johann Palisa |
| Datum der Entdeckung | 31. Oktober 1888 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1888 UC, 1906 FD, 1948 EK, 1984 JX |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid wurde benannt zu Ehren von Caroline Lucretia Herschel (1750–1848),[1] der Schwester des Uranus-Entdeckers Wilhelm Herschel (1738–1822), dem sie ab 1772 assistierte. Sie entdeckte unabhängig sieben oder acht Kometen. Nach dem Tod ihres Bruders kehrte sie von England nach Hannover zurück und erstellte einen Katalog der von ihm entdeckten Nebel und Sternhaufen. 1828 erhielt sie die Goldmedaille der Royal Astronomical Society. Die Benennung erfolgte durch die Ehefrau des tschechischen Astronomen Vojtěch Šafařík, Professor für Astronomie an der Universität Prag.
Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (281) Lucretia zur Flora-Familie gezählt.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (281) Lucretia, für die damals Werte von 11,8 km bzw. 0,20 erhalten wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 11,8 km bzw. 0,20.[3] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 11,3 km bzw. 0,34 geändert worden waren,[4] wurden sie 2014 auf 11,0 km bzw. 0,23 korrigiert.[5] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 angegeben mit 10,0 km bzw. 0,31, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[6]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 30. November und 13. Dezember 1969 und vom 14. August bis 1. September 1972 am Kitt-Peak-Nationalobservatorium sowie am 13. und 14. April 1974 an der Catalina Station des Steward Observatory, beide in Arizona. Aus den aufgezeichneten Lichtkurven wurde eine Rotationsperiode von 4,348 h bestimmt.[7] Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory, von LONEOS und der Catalina Sky Survey ermöglichte 2011 für den Asteroiden die Bestimmung einer retrograden Rotation sowie einer Periode von 4,34971 h.[8]
Die Auswertung neuer Messungen vom März 2003 am Nationalen Astronomischen Observatorium Roschen in Bulgarien sowie vom Januar/Februar 2006, Dezember 2008/Januar 2009 und September und November 2011 am Observatorium Borówiec in Polen bestätigte die Rotationsperiode mit einem Wert von 4,349 h.[9] Außerdem wurde in einer Untersuchung von 2013 aus archivierten Daten aus dem Zeitraum 1969–2011 ein dreidimensionales Modell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,34971 h berechnet.[10]
Ebenfalls aus den archivierten photometrischen Daten des United States Naval Observatory und der Catalina Sky Survey in Arizona wurde in einer Untersuchung von 2013 ein weiteres dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,34971 h bestimmt.[11]
Eine Auswertung der Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus den Jahren 2015 bis 2018 leitete in einer Untersuchung von 2020 eine Periode von 4,783 h ab, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 17 % für einen C-Typ und 83 % für einen S-Typ angegeben werden.[12]
Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 erneut eine Rotationsachse mit retrograder Rotation berechnet. Die Rotationsperiode wurde dabei zu 4,34971 h bestimmt.[13] Vom 10. bis 28. Januar 2022 erfolgte durch photometrische Beobachtungen einer Beobachtergruppe aus Spanien noch eine Bestimmung der Rotationsperiode zu 4,349 h.[14]
Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 4,34973 h bestimmt werden.[15] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,34968 h berechnet.[16]
Siehe auch
Weblinks
- (281) Lucretia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (281) Lucretia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (281) Lucretia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (281) Lucretia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).