(3015) Candy

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(3015) Candy ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 9. November 1980 vom US-amerikanischen Astronomen Edward L. G. Bowell an der Anderson Mesa Station des Lowell-Observatoriums in Arizona bei einer Helligkeit von 16,2 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 2. und 4. Mai 1965 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana sowie 1974 und 1980 am Krim-Observatorium in Nautschnyj fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(3015) Candy
Berechnetes 3D-Modell von (3015) Candy
Berechnetes 3D-Modell von (3015) Candy
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,391 AE
Exzentrizität 0,178
Perihel – Aphel 2,789 AE  3,994 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 17,345°
Länge des aufsteigenden Knotens 37,9°
Argument der Periapsis 302,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 29. November 2023
Siderische Umlaufperiode 6 a 90 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,05 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 24,5 km ± 0,5 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,11
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 4 h 38 min
Absolute Helligkeit 11,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Edward L. G. Bowell
Datum der Entdeckung 9. November 1980
Andere Bezeichnung 1974 VL2, 1974 XC, 1980 VN, 1984 HS
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach dem britischen Astronomen Michael Philip Candy (1928–1994), zuletzt Direktor des Perth-Observatoriums in Australien und über dreißig Jahre lang aktiver Astrometriker und Orbitrechner. Während seiner Tätigkeit am Royal Greenwich Observatory entdeckte er den Kometen C/1960 Y1 (Candy) und leistete einen wichtigen Beitrag zur Astronomie der Südhalbkugel, indem er Positionen, insbesondere von Kometen und Kleinplaneten, ermittelte, die für Beobachter auf der Nordhalbkugel schwer zu bestimmen gewesen wären. Als ehemaliger Direktor der Kometensektion der British Astronomical Association (BAA) und Herausgeber der BAA-Rundschreiben war er von 1982 bis 1985 Präsident der IAU-Kommission 6.

(3015) Candy wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.

Wissenschaftliche Auswertung

Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (3015) Candy zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 24,5 km bzw. 0,11.[1]

Eine spektroskopische Untersuchung von Asteroiden der Cybele-Gruppe am 22. und 23. März 1996 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (3015) Candy eine taxonomische Klassifizierung als X-Typ.[2] Eine weitere spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium ergab dann eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.[3]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 22. bis 29. Dezember 2005 am Rosemary Hill Observatory der University of Florida. Aus der während fünf Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 4,6247 h bestimmt.[4] Weitere Beobachtungen erfolgten im Rahmen mehrerer Kampagnen am Preston Gott Observatory in Texas um Daten zur Erstellung eines Gestaltmodells zu liefern: Messungen während vier Nächten vom 30. Oktober bis 27. November 2011 konnten das frühere Ergebnis mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 4,62489 h exakt bestätigen,[5] ebenso wie Beobachtungen während fünf Nächten vom 29. November 2013 bis 9. März 2014 (mit Unterstützung durch das Chiro Observatory in Australien) mit einer abgeleiteten Periode von 4,62516 h[6] und Messungen während sechs Nächten vom 26. April bis 21. Juni 2016 (abgeleitete Periode 4,62538 h). Seit den ersten Beobachtungen 2005 schien die Rotationsperiode stetig um etwa 2,4 s zugenommen zu haben.[7]

Aus den im Zeitraum 2005 bis 2016 aufgezeichneten Daten wurde dann in einer Untersuchung von 2016 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,63520 h berechnet.[8] Im gleichen Jahr führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey ebenfalls zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,62522 h.[9] Am Preston Gott Observatory gab es noch einmal Beobachtungen am 23. und 24. November 2017, die zu einer Rotationsperiode von 4,62140 h ausgewertet wurden.[10]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 4,6252 h bestimmt werden.[11] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,62519 h berechnet.[12]

Siehe auch

Einzelnachweise

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