(4169) Celsius

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(4169) Celsius ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 16. März 1980 vom schwedischen Astronomen Claes-Ingvar Lagerkvist am La-Silla-Observatorium in Chile entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 12. Oktober 1964 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana, 1974 am Observatorium auf dem Cerro El Roble in Chile sowie 1977 und 1980 am Krim-Observatorium in Nautschnyj fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(4169) Celsius
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,403 AE
Exzentrizität 0,162
Perihel – Aphel 2,853 AE  3,954 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 9,990°
Länge des aufsteigenden Knotens 355,1°
Argument der Periapsis 32,6°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 20. Oktober 2027
Siderische Umlaufperiode 6 a 102 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,04 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 37,3 km ± 0,2 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,06
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 10 h 53 min
Absolute Helligkeit 11,3 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Claes-Ingvar Lagerkvist
Datum der Entdeckung 16. März 1980
Andere Bezeichnung 1964 TM, 1974 FK, 1977 TL7, 1980 FO3, 1984 BE, 1986 EQ
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach dem schwedischen Astronomen Anders Celsius (1701–1744), der die nach ihm benannte thermometrische Skala entwickelte. Als Teilnehmer der französischen Expedition nach Lappland zur Messung der Erdkrümmung war er auch der erste Astronom, der versuchte, Sternhelligkeiten photometrisch zu bestimmen. Im Jahr 1990 jährte sich die Gründung des Astronomischen Observatoriums Uppsala durch ihn zum 250. Mal. Das ursprüngliche Gebäude ist noch heute im Zentrum von Uppsala erhalten. Dieses Jubiläum wurde im Rahmen der Nordisch-Baltischen Astronomiekonferenz vom 17. bis 21. Juni 1990 in Uppsala gefeiert.

(4169) Celsius wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (4169) Celsius, für den damals Werte von 33,1 km bzw. 0,07 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 39,9 km bzw. 0,05.[2] Eine Analyse von Beobachtungen, die im August 2006 und April 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 38 ± 1 km bzw. 0,06.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 37,3 km bzw. 0,06 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 36,8 km bzw. 0,07 angegeben[5] und dann 2016 korrigiert zu 36,4 km bzw. 0,05, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[6]

Aus einer Kombination von photometrischen Daten der Lowell Observatory Database mit thermischen Infrarot-Messungen von NEOWISE wurde in einer Untersuchung von 2018 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 10,89065 h berechnet.[7]

Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (4169) Celsius wurde aus Messungen vom 28. Mai bis 18. Juni 2019 eine Rotationsperiode von 10,8924 h erhalten.[8] Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 wieder ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 10,89064 h berechnet.[9]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 10,8906 h bestimmt werden.[10] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 10,8907 h berechnet.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

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