(480) Hansa

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(480) Hansa ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 21. Mai 1901 vom deutschen Astronomen Max Wolf und seinem italienischen Mitarbeiter Luigi Carnera an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 11,5 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(480) Hansa
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 5. Mai 2025 (JD 2.460.800,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Hansa-Familie
Große Halbachse 2,644 AE
Exzentrizität 0,044
Perihel – Aphel 2,526 AE  2,761 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 21,326°
Länge des aufsteigenden Knotens 237,1°
Argument der Periapsis 212,1°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 18. Februar 2024
Siderische Umlaufperiode 4 a 109 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,31 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 56,2 km ± 2,5 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,25
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 16 h 11 min
Absolute Helligkeit 8,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf, Luigi Carnera
Datum der Entdeckung 21. Mai 1901
Andere Bezeichnung 1901 KB, 1905 JA, 1911 UJ
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt in Erinnerung an die mittelalterliche Hanse, einen Handelsbund. Die Hanse bestand aus Kaufleuten verschiedener deutscher Freistädte und erreichte im 14. und 15. Jahrhundert den Höhepunkt ihrer Macht. Die Benennung erfolgte 1906 mit Erlaubnis des Entdeckers durch Heinrich Kreutz, Herausgeber der Astronomischen Nachrichten in Kiel, einer alten Hansestadt.[1]

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (480) Hansa, für die damals Werte von 56,2 km bzw. 0,25 erhalten wurden.[2] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 58,4 km bzw. 0,23 bestimmt wurden.[3] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 65,7 km bzw. 0,16.[4]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (480) Hansa eine taxonomische Klassifizierung als S-Typ.[5] Weitere spektroskopische Messungen wurden am 9. Oktober 2001 mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi durchgeführt. Die gewonnenen Spektren deuteten auf eine Oberfläche hin, die hauptsächlich aus Orthopyroxen und Olivin mit wenig oder zusätzlichem Klinopyroxen besteht.[6]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 31. Juli bis 4. August 1992 und vom 10. bis 15. November 1993 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 16,19 h bestimmt.[7] Weitere Beobachtungen erfolgten vom 1. bis 6. Dezember 1993 am NF/ Observatory in New Mexico. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde hier eine Rotationsperiode von 16,22 h abgeleitet,[8] während Messungen vom 3. bis 28. Februar 1994 am United States Naval Observatory (USNO) in Washington, D.C. zur Bestimmung einer Rotationsperiode von 16,19 h führten.[9]

Die Auswertung von archivierten Lichtkurven des USNO in Arizona und der Catalina Sky Survey führte in einer Untersuchung von 2016 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen, eine mit prograder und eine mit retrograder Rotation, sowie einer Periode von 16,1894 h.[10]

Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 wieder ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 16,1895 h bestimmt.[11] Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (480) Hansa, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 16,1896 h berechnet wurde.[12]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 16,19 h bestimmt werden.[13] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 16,1895 h berechnet.[14]

Hansa-Familie

(480) Hansa ist das namensgebende und größte Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 2,53–2,74 AE, eine Exzentrizität von 0,00–0,13 und eine Bahnneigung von 21,2°–22,7°. Taxonomisch handelt es sich um Asteroiden der Spektralklassen S, L und Q, die mittlere Albedo liegt bei 0,27. Die Hansa-Familie umfasste im Jahr 2019 etwa 2200 bekannte Mitglieder,[15] ihr Alter wird auf 895 ± 164 Mio. Jahre geschätzt.[16]

Siehe auch

Commons: (480) Hansa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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