(489) Comacina
Asteroid des Hauptgürtels
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(489) Comacina ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 2. September 1902 vom italienischen Astronomen Luigi Carnera an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg entdeckt wurde. Es war seine letzte von insgesamt 16 Asteroidenentdeckungen.
| Asteroid (489) Comacina | |
|---|---|
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| Berechnetes 3D-Modell von (489) Comacina | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 3,152 AE |
| Exzentrizität | 0,049 |
| Perihel – Aphel | 2,998 AE – 3,306 AE |
| Neigung der Bahnebene | 12,994° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 166,7° |
| Argument der Periapsis | 8,2° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 28. April 2023 |
| Siderische Umlaufperiode | 5 a 217 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,77 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 139,4 km ± 3,0 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 9 h 1 min |
| Absolute Helligkeit | 8,6 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | Luigi Carnera |
| Datum der Entdeckung | 2. September 1902 |
| Andere Bezeichnung | 1902 RD, 1911 DA |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt nach der Isola Comacina, einer kleinen Insel im Comer See in Norditalien. Der Name ist vermutlich mit den Magistri Comacini verwandt, den lombardischen Baumeistern des Mittelalters, die die Architektur dieser Zeit prägten. Die Benennung durch den Entdecker erfolgte 1905 auf Wunsch des italienischen Astronomen Luigi Volta.[1]
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (489) Comacina, für die damals Werte von 139,4 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[2] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 115,0 oder 117,9 km bzw. 0,05 angegeben[3] und dann 2016 korrigiert zu 120,9 km bzw. 0,05, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[4] Eine Untersuchung von 2020 bestimmte aus drei Sternbedeckungen durch (489) Comacina einen Durchmesser von 128,0 ± 4,3 km.[5]
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (489) Comacina eine taxonomische Klassifizierung als X-Typ.[6]
Eine Forschergruppe an der University of Arizona und am Planetary Science Institute in Tucson führte in den 1980er Jahren ein Programm zur „Photometrischen Geodäsie“ einer Anzahl von schnell rotierenden Asteroiden des Hauptgürtels durch, darunter auch (489) Comacina. Bereits nach einer ersten zweistündigen Messung am 11. April 1984 am Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona wurde auf eine Rotationsperiode von mindestens etwa 9 Stunden geschlossen. Auch nach weiteren Beobachtungen vom 22. bis 24. Dezember 1988 wurde eine Rotationsperiode von 9 h abgeleitet, obwohl auch ein Wert von 7,6 h möglich erschien.[7]
Weitere photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 24. März bis 9. Mai 2001 im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Santana Observatory in Kalifornien, dem Flarestar Observatory auf Malta und dem Thornton Observatory in Colorado. Aus der während neun Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,02 h bestimmt.[8] Auch weitere Beobachtungen vom 19. bis 21. Mai 2007 am Oakley Observatory des Rose-Hulman Institute of Technology in Indiana konnten dieses Ergebnis mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 9,00 h bestätigen.[9]
Die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database führte in einer Untersuchung von 2016 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,02321 h.[10] Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (489) Comacina, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,0232 h berechnet wurde.[11]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 9,02339 h bestimmt werden.[12] Photometrische Messungen des Asteroiden erfolgten wieder vom 6. bis 25. April 2023 während fünf Nächten an verschiedenen Observatorien der Asociación Valenciana de Astronomía (AVA) in Spanien (abgeleitete Periode 9,025 h).[13]
Siehe auch
Weblinks
- (489) Comacina beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (489) Comacina in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (489) Comacina in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (489) Comacina in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).
