(526) Jena

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(526) Jena ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 14. März 1904 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,3 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass der Asteroid bereits am 11. und 16. Oktober 1901 am gleichen Ort fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(526) Jena
Berechnetes 3D-Modell von (526) Jena
Berechnetes 3D-Modell von (526) Jena
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Themis-Familie
Große Halbachse 3,129 AE
Exzentrizität 0,125
Perihel – Aphel 2,739 AE  3,519 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 2,173°
Länge des aufsteigenden Knotens 137,5°
Argument der Periapsis 358,3°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 18. Dezember 2024
Siderische Umlaufperiode 5 a 196 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,77 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 44,8 km ± 0,2 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,08
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 11 h 53 min
Absolute Helligkeit 10,1 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
B
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung 14. März 1904
Andere Bezeichnung 1901 TF, 1904 EE
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der Stadt Jena in Thüringen anlässlich der dortigen Tagung der Astronomischen Gesellschaft im September 1906.[1] Der Name wurde vorgeschlagen von Johann Palisa.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (526) Jena zur Themis-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (526) Jena, für die damals Werte von 41,5 km bzw. 0,09 erhalten wurden.[2] Mit dem Ziel, Zusammensetzung und Oberfläche von Asteroiden der Themis-Familie näher einzugrenzen, wurde auch (526) Jena am 4. März 2009 mit dem Spitzer-Weltraumteleskop im mittleren Infrarot beobachtet. Aus den Messdaten wurde ein mittlerer Durchmesser von 52,3 km und eine Albedo im sichtbaren Bereich von 0,06 abgeleitet.[3][4] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 51,0 km bzw. 0,06.[5] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 41,6 km bzw. 0,09 geändert worden waren,[6] wurden sie 2014 auf 44,8 km bzw. 0,08 korrigiert.[7] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 35,1 km bzw. 0,09 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[8] Eine thermophysikalische Modellierung des Asteroiden, die auf Daten von WISE/NEOWISE beruhte, führte in einer Untersuchung von 2021 zu einem effektiven Durchmesser von 55,1+4−3 km und einer visuellen Albedo von 0,05.[9]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (526) Jena eine taxonomische Klassifizierung als C- bzw. Ch-Typ.[10]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 10. bis 14. März 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,474 h abgeleitet.[11]

Die Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey führte in einer Untersuchung von 2016 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 9,51664 h.[12] Dies war aber offenbar eine Fehlauswertung, denn eine Revision der Daten unter zusätzlicher Verwendung der Messungen von Gaia DR2 führte 2019 zu einem verbesserten Gestaltmodell für zwei Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 11,87655 h.[13]

Auch mit archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte eine Untersuchung von 2020 die Rotationsperiode zu 11,877 h bestimmen, darüber hinaus wurde eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % für einen C-Typ und von 2 % für einen S-Typ angegeben.[14] Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 11,87651 h berechnet.[15]

Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 11,8764 h bestimmt werden.[16] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 ein neues dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 11,8766 h berechnet.[17]

Photometrische Messungen erfolgten wieder bei einer Zusammenarbeit des Organ Mesa Observatory in New Mexico mit drei Observatorien in Italien vom 7. Oktober bis 13. November 2023. Aus der während zehn Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 11,877 h bestimmt, dagegen konnte eine Periode im Bereich von 9,48 h sicher ausgeschlossen werden.[18] Auch Beobachtungen vom 4. bis 23. November 2023 im Rahmen einer Zusammenarbeit von sieben Observatorien der Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) in Argentinien, Spanien und Italien wurden zu einer Periode von 11,871 h ausgewertet.[19] Eine weitere Kampagne von GORA vom 3. Februar bis 3. März 2025 an sechs Observatorien in Argentinien, Spanien und Italien führte zu einer Rotationsperiode von 11,878 h.[20]

Siehe auch

Commons: (526) Jena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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