(575) Renate
Asteroid des Hauptgürtels
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(575) Renate ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 19. September 1905 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (575) Renate | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,555 AE |
| Exzentrizität | 0,128 |
| Perihel – Aphel | 2,227 AE – 2,882 AE |
| Neigung der Bahnebene | 15,007° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 349,5° |
| Argument der Periapsis | 334,5° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 4. Dezember 2027 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 30 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,56 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 19,1 km ± 0,3 km |
| Albedo | 0,21 |
| Rotationsperiode | 3 h 41 min |
| Absolute Helligkeit | 11,0 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 19. September 1905 |
| Andere Bezeichnung | 1905 SJ, 1981 EO1 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Ein Bezug dieses Namens zu einer Person oder einem Ereignis ist nicht bekannt. Die Benennung könnte von den beiden Buchstaben der vorläufigen Bezeichnung 1905 RE beeinflusst sein. Siehe auch die Anmerkungen bei (579) Sidonia.
Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (575) Renate zur Maria-Familie gezählt.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (575) Renate, für die damals Werte von 21,3 km bzw. 0,17 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 21,2 km bzw. 0,17.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 19,1 km bzw. 0,21 korrigiert.[3]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 29. und 30. September 1999 am Palmer Divide Observatory in Colorado. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 3,678 h abgeleitet. (575) Renate gehört damit zu den schnellen Rotatoren.[4] Zu dieser Periode passten auch Beobachtungen vom 27. bis 29. September 2003 mit dem ferngesteuerten Rigel-Teleskop der University of Iowa am Winer Observatory in Arizona.[5] In einer Untersuchung von 2008 wurde bei einer Revision der Daten von 1999 für die Rotationsperiode noch einmal ein verbesserter Wert von 3,676 h bestimmt.[6]
Neue photometrische Beobachtungen erfolgten am 26. Dezember 2012 am Sobaeksan Optical Astronomy Observatory (SOAO) in Südkorea. Die gemessene Lichtkurve führte zu einer abgeleiteten Rotationsperiode von 3,67 h. Weitere archivierte Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey ermöglichten dann in einer Untersuchung von 2014 für (575) Renate die Berechnung von zwei alternativen Rotationsachsen, eine nahe zur Ebene der Ekliptik gelegen und die andere mit retrograder Rotation, sowie einer Periode von 3,66033 h. Von den beiden Rotationsachsen wurde die mit der retrograden Rotation bevorzugt.[7]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2020 allerdings eine prograde Rotation mit einer Periode von 3,67615 h berechnet werden.[8]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (575) Renate, für die in einer Untersuchung von 2021 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 3,67614 h berechnet wurde.[9]
Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 3,67615 h bestimmt werden.[10] Neue photometrische Beobachtungen des Asteroiden erfolgten wieder vom 2. bis 26. November 2024 durch eine Gruppe von Amateurastronomen in Spanien. Dabei wurde eine Rotationsperiode von 3,68 h bestimmt.[11]
Trivia
Der Name des Asteroiden wurde 1945 verwendet für die Taufe des US-amerikanischen Angriffsfrachtschiffs (Attack Cargo Ship) der Artemis-Klasse USS Renate (AKA-36).
Siehe auch
Weblinks
- (575) Renate beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (575) Renate in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (575) Renate in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (575) Renate in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).