(614) Pia
Asteroid des Hauptgürtels
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(614) Pia ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 11. Oktober 1906 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,1 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (614) Pia | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (614) Pia | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,694 AE |
| Exzentrizität | 0,109 |
| Perihel – Aphel | 2,401 AE – 2,986 AE |
| Neigung der Bahnebene | 7,020° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 217,0° |
| Argument der Periapsis | 210,4° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 1. August 2026 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 154 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,10 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 29,2 km ± 0,1 km |
| Albedo | 0,09 |
| Rotationsperiode | 4 h 34 min |
| Absolute Helligkeit | 11,0 mag |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | August Kopff |
| Datum der Entdeckung | 11. Oktober 1906 |
| Andere Bezeichnung | 1906 TE, 1919 RA, 1928 XH, 1963 QF |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist wahrscheinlich benannt nach dem Pia-Observatorium im italienischen Triest, das der deutsche Astronom Johann Nepomuk Krieger (1865–1902) nach seiner Frau benannt hatte.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (614) Pia, für die damals Werte von 25,8 km bzw. 0,11 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 31,3 km bzw. 0,08.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 29,2 km bzw. 0,09 korrigiert.[3] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 20,7 km bzw. 0,12 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[4]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 27. und 28. Februar 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile. Nachdem zunächst eine Rotationsperiode von 4,572 h veröffentlicht worden war,[5] ergab eine neue Auswertung der aufgezeichneten Lichtkurve eine Rotationsperiode von 4,576 h.[6]
Aus archivierten Daten des Uppsala Asteroid Photometric Catalogue (UAPC) wurde in einer Untersuchung von 2009 für (614) Pia erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 4,57870 h berechnet.[7] Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey ermöglichte 2011 erneut die Berechnung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 4,57872 h.[8]
Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 4,57871 h berechnet.[9] Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (614) Pia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 4,57872 h berechnet wurde.[10]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 4,57872 h bestimmt werden.[11] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 4,57871 h berechnet.[12]
Siehe auch
Weblinks
- (614) Pia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (614) Pia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (614) Pia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (614) Pia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).