(618) Elfriede

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(618) Elfriede ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 17. Oktober 1906 vom deutschen Astronomen Karl Julius Lohnert an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,1 mag entdeckt wurde. Es war der erste von insgesamt vier durch ihn entdeckten Asteroiden.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(618) Elfriede
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Elfriede-Familie
Große Halbachse 3,191 AE
Exzentrizität 0,068
Perihel – Aphel 2,973 AE  3,409 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 17,056°
Länge des aufsteigenden Knotens 110,8°
Argument der Periapsis 230,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 6. Oktober 2025
Siderische Umlaufperiode 5 a 256 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,66 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 131,3 km ± 1,4 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 14 h 47 min
Absolute Helligkeit 8,6 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
C
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Julius Lohnert
Datum der Entdeckung 17. Oktober 1906
Andere Bezeichnung 1906 UM
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Ein Bezug dieses Namens zu einer Person oder einem Ereignis ist nicht bekannt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (618) Elfriede, für die damals Werte von 120,3 km bzw. 0,06 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 131,2 km bzw. 0,05.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 131,3 km bzw. 0,05 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 132,0 km bzw. 0,05 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 121,2 km bzw. 0,06 angegeben[5] und dann 2016 korrigiert zu 103,3 oder 108,9 km bzw. 0,07 oder 0,06, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[6]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (618) Elfriede eine taxonomische Klassifizierung als C-Typ.[7]

Eine Forschergruppe an der University of Arizona und am Planetary Science Institute in Tucson führte in den 1980er Jahren ein Programm zur „Photometrischen Geodäsie“ einer Anzahl von schnell rotierenden Asteroiden des Hauptgürtels durch, darunter auch (618) Elfriede. Die bei Beobachtungen am Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona am 12. Mai 1984 und am 16. und 17. April 1989 registrierten Lichtkurven konnten nicht zuverlässig ausgewertet werden. Obwohl man für die Rotationsperiode Werte von etwa 10, 15 und 20 h als möglich ansah, wurden weitere Beobachtungen als notwendig erachtet.[8]

Bei Beobachtungen vom 12. Mai bis 2. Juni 2006 am Palmer Divide Observatory des Space Science Institute in Colorado konnte dann aus der während sieben Nächten aufgezeichneten Lichtkurve eine Rotationsperiode von 14,801 h bestimmt werden.[9] Dieses Ergebnis konnte durch Messungen vom 8. bis 10. September 2008 an den Observatorien des Rose-Hulman Institute of Technology in Indiana mit einem Wert von 14,85 h bestätigt werden.[10] Aus archivierten Lichtkurven wurde in einer Untersuchung von 2015 auch eine Periode von 14,800 h abgeleitet.[11]

Neue photometrische Beobachtungen erfolgten wieder vom 11. November bis 30. Dezember 2015 durch die Beobachtergruppe Observadores de Asteroides (OBAS) in Spanien. Dabei konnte während vier Nächten eine Lichtkurve aufgezeichnet werden, aus der sich eine Rotationsperiode von 14,795 h ableiten ließ.[12] Auch bei Messungen vom 2. bis 17. März 2017 am Etscorn Campus Observatory (ECO) in New Mexico führte die Auswertung zu einer Periode von 14,791 h.[13]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,7952 h berechnet.[14]

Mit archivierten Daten aus dem Zeitraum 1984 bis 2019 wurden dann in einer Untersuchung von 2021 erneut zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,7956 h berechnet. Außerdem konnten mit einer thermophysikalischen Modellierung für den mittleren Durchmesser und die Albedo Werte von etwa 145 ± 15 km bzw. 0,05 abgeleitet werden. Ein Vergleich mit den Beobachtungsdaten von vier Sternbedeckungen durch den Asteroiden aus dem Zeitraum 2008 bis 2018 führte zwar nicht zum Ausschluss einer der Rotationsachsen, aber ergab noch verbesserte Werte für den Durchmesser von 145 oder 155 ± 2 km.[15]

Terrestrische Beobachtungsdaten vom 2. Oktober bis 10. Dezember 2014 des Astronomischen Observatoriums der Adam-Mickiewicz-Universität Posen in Verbindung mit weiteren Daten der Raumsonde Gaia aus dem Zeitraum August 2014 bis Januar 2015 ermöglichten in einer Untersuchung von 2022 für den Asteroiden die Bestimmung einer Rotationsperiode von 14,7974 h. Weitere terrestrische Daten vom 11. Oktober 2015 bis 28. Januar 2016 in Verbindung mit Gaia-Daten aus dem Zeitraum September 2015 bis April 2016 ergaben eine Periode von 14,7980 h.[16] Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 14,796 h bestimmt werden.[17]

Elfriede-Familie

(618) Elfriede ist namensgebendes und größtes Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen mittleren Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 3,19 AE, eine Exzentrizität von 0,06 und eine Bahnneigung von 15,9°. Die mittlere Albedo liegt bei 0,05. Der Elfriede-Familie wurden im Jahr 2013 etwa 45 Mitglieder zugerechnet.[18]

Siehe auch

Commons: (618) Elfriede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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