(622) Esther

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(622) Esther ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 13. November 1906 vom US-amerikanischen Amateurastronomen Joel Hastings Metcalf in Taunton, Massachusetts bei einer Helligkeit von 11,5 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(622) Esther
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Innerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,415 AE
Exzentrizität 0,243
Perihel – Aphel 1,828 AE  3,002 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 8,635°
Länge des aufsteigenden Knotens 141,9°
Argument der Periapsis 257,0°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 11. November 2026
Siderische Umlaufperiode 3 a 275 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,88 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 21,9 km ± 0,2 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,32
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 1 d 23 h
Absolute Helligkeit 10,3 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
S
Geschichte
Entdecker Joel Hastings Metcalf
Datum der Entdeckung 13. November 1906
Andere Bezeichnung 1906 VN, 1947 QE, 1952 BC, 1994 EV9
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist wahrscheinlich nach Ester, der jüdischen Heldin des alttestamentlichen Buches Ester benannt.

Wissenschaftliche Auswertung

Radarastronomische Untersuchungen am Arecibo-Observatorium am 12. und 14. Januar 2001 bei 2,38 GHz ergaben für (622) Esther einen effektiven Durchmesser von 29 ± 8 km.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 29,0 km bzw. 0,17.[2] Ein Vergleich von Daten, die von 1978 bis 2011 an der Sternwarte Ondřejov in Tschechien und am Table Mountain Observatory in Kalifornien gesammelt wurden, mit den Daten von NEOWISE ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 29,1 km bzw. 0,17.[3] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 23,5 km bzw. 0,21 geändert worden waren,[4] wurden sie 2014 auf 21,9 km bzw. 0,32 korrigiert.[5] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 22,1 km bzw. 0,26, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[6]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 17. bis 19. November 1981 am Osservatorio Astronomico di Torino in Italien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve ergaben sich nur zwei mögliche Rotationsperioden von etwa 15,8 oder 47,5 h, es wurde davon die längere bevorzugt.[7] Weitere Beobachtungen, die kurz darauf vom 24. November bis 3. Dezember 1981 am Table Mountain Observatory in Kalifornien stattfanden, bestätigten zwar eine lange Periode, allerdings konnte auch keine sichere Ableitung eines Wertes dafür erfolgen und weitere Messungen wurden als notwendig erachtet.[8]

Aus archivierten Daten des Uppsala Asteroid Photometric Catalogue (UAPC) konnte in einer Untersuchung von 2009 für (622) Esther zunächst nur eine retrograde Rotation mit einer Periode von 47,5042 h abgeleitet werden.[9] Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database dann erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 47,5039 h.[10]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (622) Esther, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 47,504 h berechnet wurde.[11] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 47,5038 h bestimmt werden.[12]

Neue photometrische Beobachtungen erfolgten vom 26. Juli bis 14. November 2022 im Rahmen einer Zusammenarbeit von acht Observatorien der Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) in Argentinien und Spanien. Die aufgezeichnete Lichtkurve wurde zu einer Rotationsperiode von 47,413 h ausgewertet.[13] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 47,504 h berechnet.[14]

Siehe auch

Commons: (622) Esther – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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