(653) Berenike

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(653) Berenike ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 27. November 1907 vom US-amerikanischen Amateurastronomen Joel Hastings Metcalf in Taunton, Massachusetts bei einer Helligkeit von 13 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 13. und 19. Januar 1893 vom deutschen Astronomen Max Wolf an seiner Privatsternwarte in Heidelberg sowie am 20. und 23. Januar 1905 am Observatoire de Nice in Frankreich fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(653) Berenike
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Eos-Familie
Große Halbachse 3,014 AE
Exzentrizität 0,045
Perihel – Aphel 2,878 AE  3,150 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 11,287°
Länge des aufsteigenden Knotens 132,7°
Argument der Periapsis 61,3°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 11. November 2024
Siderische Umlaufperiode 5 a 85 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,15 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 49,8 km ± 0,4 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,19
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 12 h 29 min
Absolute Helligkeit 9,4 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
K
Geschichte
Entdecker Joel Hastings Metcalf
Datum der Entdeckung 27. November 1907
Andere Bezeichnung 1893 AA, 1905 MA, 1907 WC, 1933 WT, 1963 PE
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der ägyptischen Königin Berenike II. (um 267/66–221 v. Chr.), der Tochter des Königs Magas von Kyrene und Gemahlin (246 v. Chr.) von Ptolemaios III. Berenike opferte ihr prächtiges Haar im Venustempel, nachdem Ptolemaios sicher aus dem Krieg gegen Syrien zurückgekehrt war. Das Haar wurde an den Himmel versetzt und bildete das Sternbild Haar der Berenike. Die Benennung könnte von den beiden Buchstaben der vorläufigen Bezeichnung 1907 BK beeinflusst sein. Siehe auch die Anmerkungen bei (579) Sidonia.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (653) Berenike zur Eos-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (653) Berenike, für die damals Werte von 39,2 km bzw. 0,24 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 56,9 km bzw. 0,11.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 66,1 km bzw. 0,09 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 49,8 km bzw. 0,19 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 60,2 km bzw. 0,09 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[5]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 24. bis 30. Juli 1984 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der während vier Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,14 h abgeleitet.[6] Dies war aber eine Fehlauswertung, denn aus neuen Beobachtungen vom 13. Dezember 2007 bis 26. Januar 2008 am Modra-Observatorium in der Slowakei konnte eine verbesserte Rotationsperiode von 12,4886 h bestimmt werden.[7] Aus archivierten Lichtkurven wurde in einer Untersuchung von 2015 eine Periode von 12,481 h abgeleitet.[8]

Eine Untersuchung von 2019 berechnete aus den archivierten Daten von 1984 und 2007/08 sowie den Beobachtungsergebnissen verschiedener Observatorien vom Juli 2005 bis Februar 2018 ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Positionen der Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 12,48357 h. Aus thermophysikalischen Modellen wurde ein mittlerer Durchmesser von 46+4−2 km und eine Albedo von 0,18 abgeleitet.[9]

Terrestrische Beobachtungsdaten vom 18. Juni bis 12. August 2015 des Astronomischen Observatoriums der Adam-Mickiewicz-Universität Posen in Verbindung mit weiteren Daten der Raumsonde Gaia aus dem Zeitraum Februar bis Oktober 2015 ermöglichten in einer Untersuchung von 2022 für den Asteroiden die Bestimmung einer Rotationsperiode von 12,4876 h.[10] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 12,484 h bestimmt werden.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

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