(660) Crescentia
Asteroid des Hauptgürtels
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(660) Crescentia ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 8. Januar 1908 vom US-amerikanischen Amateurastronomen Joel Hastings Metcalf in Taunton, Massachusetts bei einer Helligkeit von 12,0 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (660) Crescentia | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,533 AE |
| Exzentrizität | 0,109 |
| Perihel – Aphel | 2,257 AE – 2,808 AE |
| Neigung der Bahnebene | 15,195° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 156,8° |
| Argument der Periapsis | 107,2° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 12. August 2026 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 11 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,66 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 42,3 km ± 0,4 km |
| Albedo | 0,33 |
| Rotationsperiode | 7 h 55 min |
| Absolute Helligkeit | 9,2 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Joel Hastings Metcalf |
| Datum der Entdeckung | 8. Januar 1908 |
| Andere Bezeichnung | 1908 AN, 1961 CF |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Ein Bezug dieses Namens zu einer Person oder einem Ereignis ist nicht bekannt. Die Benennung könnte von den beiden Buchstaben der vorläufigen Bezeichnung 1908 CC beeinflusst sein. Siehe auch die Anmerkungen bei (579) Sidonia.
Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (660) Crescentia zur Maria-Familie gezählt.
Wissenschaftliche Auswertung
Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im Infraroten aus dem Jahr 1974 vom Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile wurden für (660) Crescentia erstmals Werte für den Durchmesser und die Albedo von 51 km und 0,09 bestimmt.[1][2] Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (660) Crescentia, für die damals Werte von 42,2 km bzw. 0,22 erhalten wurden.[3] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 43,6 km bzw. 0,21.[4] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 42,3 km bzw. 0,33 korrigiert.[5]
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (660) Crescentia eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sl-Typ.[6]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 28. Juli bis 1. August 1978 am Table Mountain Observatory in Kalifornien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 7,92 h bestimmt.[7] Weitere Beobachtungen vom 9. bis 15. März 2009 am Palmer Divide Observatory des Space Science Institute in Colorado konnten die Rotationsperiode mit einem abgeleiteten Wert von 7,910 h bestätigen.[8]
Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey in Verbindung mit eigenen Beobachtungen am 10. und 11. Januar 2012 am Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI) in Südkorea ermöglichte in einer Untersuchung von 2014 für den Asteroiden die Bestimmung von zwei alternativen Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 7,91408 h.[9] Aus neuen Beobachtungen vom 16. April bis 29. Mai 2014 während sechs Nächten am Center for Solar System Studies (CS3) in Kalifornien konnte eine Rotationsperiode von 7,911 h erhalten werden.[10]
Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database und der Beobachtungen aus 2009 und 2014 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 7,91036 h.[11] Neue photometrische Beobachtungen vom 23. Juni bis 13. Juli 2018 während fünf Nächten am Piccolo Osservatorio Corsionese in Italien führten noch einmal zur Bestimmung einer Rotationsperiode von 7,9123 h.[12]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (660) Crescentia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 7,9120 h berechnet wurde.[13] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 7,91193 h bestimmt werden.[14]
Siehe auch
Weblinks
- (660) Crescentia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (660) Crescentia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (660) Crescentia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (660) Crescentia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).