(669) Kypria

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(669) Kypria ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 20. August 1908 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,1 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 25. Januar und 21. Februar 1906 fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(669) Kypria
Berechnetes 3D-Modell von (669) Kypria
Berechnetes 3D-Modell von (669) Kypria
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Eos-Familie
Große Halbachse 3,016 AE
Exzentrizität 0,076
Perihel – Aphel 2,786 AE  3,247 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 10,791°
Länge des aufsteigenden Knotens 170,4°
Argument der Periapsis 119,7°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 22. April 2028
Siderische Umlaufperiode 5 a 87 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,13 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 29,2 km ± 0,4 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,11
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 14 h 17 min
Absolute Helligkeit 10,0 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker August Kopff
Datum der Entdeckung 20. August 1908
Andere Bezeichnung 1906 BK, 1908 QF
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der im Original verlorenen epischen Dichtung Kypria, die ursprünglich Homer zugeschrieben, ihm aber von Herodot abgesprochen wurde. Sie beschrieb die Ursachen des Trojanischen Krieges und diente als eine Art Einleitung zur Ilias. Kypria ist auch ein Beiname der Aphrodite, die aus dem Schaum des Meeres geboren wurde und in der Nähe der Insel Zypern an Land ging.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (669) Kypria zur Eos-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (669) Kypria, für die damals Werte von 31,8 km bzw. 0,14 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 29,2 km bzw. 0,17.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 35,6 km bzw. 0,11 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 29,2 km bzw. 0,17 korrigiert.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 5. August bis 23. September 2007 durch eine Zusammenarbeit des Ricky Observatory in Missouri und der Universidad de Monterrey in Mexiko. Aus der während zehn Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,283 h bestimmt.[5]

Aus archivierten Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey sowie einer Beobachtung aus 2006 konnte in einer Untersuchung von 2013 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,2789 h berechnet werden.[6]

Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (669) Kypria einen Wert von 14,27 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 31,5 ± 0,3 km abgeleitet.[7] Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 14,27891 h berechnet.[8]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (669) Kypria, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,2787 h berechnet wurde.[9] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 14,279 h bestimmt werden.[10]

Siehe auch

Commons: (669) Kypria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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