(692) Hippodamia

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(692) Hippodamia ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 5. November 1901 von den deutschen Astronomen Max Wolf und August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. Für Kopff war es die erste von insgesamt 68 Asteroidenentdeckungen. Das Objekt erhielt Nummer und Namen erst, nachdem es am 30. April 1910 von Kopff erneut aufgefunden worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(692) Hippodamia
Berechnetes 3D-Modell von (692) Hippodamia
Berechnetes 3D-Modell von (692) Hippodamia
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,384 AE
Exzentrizität 0,170
Perihel – Aphel 2,808 AE  3,959 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 26,080°
Länge des aufsteigenden Knotens 63,5°
Argument der Periapsis 53,4°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 20. Juni 2026
Siderische Umlaufperiode 6 a 82 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,08 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 42,8 km ± 0,6 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,21
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 9 h 0 min
Absolute Helligkeit 9,0 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf,
August Kopff
Datum der Entdeckung 5. November 1901
Andere Bezeichnung 1901 VJ, 1941 HK
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach Hippodameia, einer Tochter des Oinomaos, König von Pisa, Gemahlin des Pelops und Mutter von Atreus und Thyestes. Sie bestach Myrtilos, den Wagenlenker ihres Vaters, damit dieser eine Speiche aus den Rädern des königlichen Wagens entfernte, damit Pelops sie für sich gewinnen konnte. Oinomaos hatte bereits 13 andere Freier, die er zu Wagenrennen herausgefordert hatte, besiegt und getötet. Nach Oinomaos’ Tod ermordete Pelops auch Myrtilos. Diese Morde galten als Ursünden, die später durch die vielen Leiden des Hauses Atreus gesühnt wurden. Die Benennung könnte von den beiden Buchstaben der vorläufigen Bezeichnung 1901 HD beeinflusst sein. Siehe auch die Anmerkungen bei (579) Sidonia.

(692) Hippodamia wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (692) Hippodamia, für die damals Werte von 45,9 km bzw. 0,18 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 44,3 km bzw. 0,20.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 42,8 km bzw. 0,21 korrigiert.[3]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (692) Hippodamia eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sl-Typ.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 22. bis 24. Oktober 1987 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 8,98 h bestimmt.[5]

Durch eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona, der Catalina Sky Survey und der Siding Spring Survey konnte in einer Untersuchung von 2011 für (692) Hippodamia zunächst nur eine retrograde Rotation mit einer Periode von 8,99690 h abgeleitet werden.[6]

Weitere photometrische Messungen erfolgten vom 24. Mai bis 17. Juni 2015 am Astronomischen Observatorium der Universität Kiew in der Ukraine. Während vier Nächten konnte nur eine unvollständige Lichtkurve aufgezeichnet werden, aus der aber eine Rotationsperiode von 8,9972 h bestimmt wurde.[7] Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database dann erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 8,99690 h.[8]

Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (692) Hippodamia wurde aus Messungen vom 20. September bis 18. Oktober 2018 eine Rotationsperiode von 8,99931 h erhalten.[9]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (692) Hippodamia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 8,9969 h berechnet wurde.[10] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 8,9959 h bestimmt werden.[11]

Siehe auch

Commons: (692) Hippodamia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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