(718) Erida

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(718) Erida ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 29. September 1911 vom österreichischen Astronomen Johann Palisa an der Universitätssternwarte Wien bei einer Helligkeit von 13,7 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 24. Dezember 1902 und am 11. Mai 1904 an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(718) Erida
{{{Bild}}}
{{{Bildtext}}}
{{{Bild2}}}
{{{Bildtext2}}}
Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,070 AE
Exzentrizität 0,192
Perihel – Aphel 2,479 AE  3,660 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 6,891°
Länge des aufsteigenden Knotens 38,3°
Argument der Periapsis 174,7°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 19. März 2027
Siderische Umlaufperiode 5 a 138 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,84 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 70,9 km ± 1,3 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 17 h 27 min
Absolute Helligkeit 9,7 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
X
Geschichte
Entdecker Johann Palisa
Datum der Entdeckung 29. September 1911
Andere Bezeichnung 1902 YD, 1904 JA, 1911 SA, 1920 GE, 1952 JK, 1963 KL, 1979 QG10
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
Schließen

Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Erida, der Tochter des US-amerikanischen Astronomen Armin Otto Leuschner (1868–1953). Die Freundschaft zwischen Palisa und seinem Kollegen Leuschner wird auch durch die Benennung des Planeten (716) Berkeley belegt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (718) Erida, für die damals Werte von 72,9 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[1] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte von 64,2 km bzw. 0,05 bestimmt wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 71,2 km bzw. 0,04.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 70,9 km bzw. 0,04 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 65,3 km bzw. 0,06, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[5]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 9. bis 25. Januar 2009 am Astronomischen und Geophysikalischen Observatorium (AGO) in Modra in der Slowakei. Aus der während fünf Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 17,447 h bestimmt.[6]

Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 17,4462 h.[7]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (718) Erida, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 17,4462 h berechnet wurde.[8]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 17,446 h bestimmt werden.[9] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 17,4463 h berechnet.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI