(738) Alagasta

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(738) Alagasta ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 7. Januar 1913 vom deutschen Astronomen Franz Kaiser an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,1 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 5. und 8. Februar 1908 in Taunton (Massachusetts) fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(738) Alagasta
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,035 AE
Exzentrizität 0,056
Perihel – Aphel 2,864 AE  3,207 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 3,531°
Länge des aufsteigenden Knotens 131,9°
Argument der Periapsis 50,5°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 21. Februar 2025
Siderische Umlaufperiode 5 a 105 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,08 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 62,8 km ± 1,2 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 17 h 53 min
Absolute Helligkeit 10,0 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
CGSU
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Franz Kaiser
Datum der Entdeckung 7. Januar 1913
Andere Bezeichnung 1908 CA, 1913 AF, 1950 BX1
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der Stadt Gau-Algesheim am Rhein, aus der die väterliche Familie des Entdeckers stammte. Die Stadt hieß ursprünglich Alagastesheim, die „Wohnstätte des Alagast“, ein Name wiederum abgeleitet von Alberich, dem Hüter des Nibelungenhorts.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (738) Alagasta, für die damals Werte von 62,8 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 58,5 km bzw. 0,05.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2012 auf 75,2 km bzw. 0,03 geändert.[3] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 51,9 km bzw. 0,04 angegeben[4] und dann 2016 korrigiert zu 70,6 oder 77,9 km bzw. 0,03, alle Angaben von NEOWISE beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[5]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 7. bis 13. Mai 2004 mit einem ferngesteuerten Teleskop am Tenagra Observatory in Arizona. Aus der während vier Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 17,83 h abgeleitet.[6] Weitere Beobachtungen erfolgten vom 27. Mai bis 6. Juni 2015 durch die Gruppe Observadores de Asteroides (OBAS) an verschiedenen Observatorien in Spanien. Die während sechs Nächten registrierte Lichtkurve mit geringer Amplitude wurde zu einer Rotationsperiode von 18,86 h ausgewertet.[7]

Die Diskrepanz konnte durch eine neue Messung vom 19. bis 23. April 2020 am Command Module Observatory in Arizona aufgelöst werden, indem mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 17,89 h der kürzere Wert bestätigt wurde.[8]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 17,897 h berechnet werden.[9]

In einer Untersuchung von 2023 wurde dann unter Verwendung photometrischer Daten aus den Jahren 2015 bis 2020 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden erstellt. Für die Rotationsachse konnten zwei alternative Lösungen mit retrograder Rotation und einer Periode von 17,8888 h berechnet werden. Aus der Auswertung der Beobachtungen von drei Sternbedeckungen durch den Asteroiden am 12. November 2017, 30. Mai 2020 und 12. November 2022 konnte aber keine sichere Entscheidung für eine der beiden möglichen Rotationsachsen getroffen werden. Für die Größe wurde ein Durchmesser von 55 ± 5 km abgeleitet.[10]

Aus neuen photometrischen Messungen von 6. Dezember 2023 bis 11. Januar 2024 während neun Nächten am Organ Mesa Observatory in New Mexico ließ sich wieder eine Rotationsperiode von 17,882 h bestimmen. Die doppelte Periode konnte ausgeschlossen werden.[11]

Siehe auch

Literatur

  • N. Diehl, M. Specht: Vor 100 Jahren entdeckte Franz Kaiser den Asteroiden (738) Alagasta. In: Heimatbeilage. Blätter für Kultur- und Heimatpflege. Beilage des Amtsblattes der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim, 23. Jahrgang, Nr. 1, 2013, S. 1–12 (PDF; 727 kB).

Einzelnachweise

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