(745) Mauritia
Asteroid des Hauptgürtels
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(745) Mauritia ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 1. März 1913 vom deutschen Astronomen Franz Kaiser an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (745) Mauritia | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 3,259 AE |
| Exzentrizität | 0,044 |
| Perihel – Aphel | 3,117 AE – 3,401 AE |
| Neigung der Bahnebene | 13,294° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 125,5° |
| Argument der Periapsis | 38,1° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 13. Oktober 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 5 a 323 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,49 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 24,7 km ± 0,3 km |
| Albedo | 0,20 |
| Rotationsperiode | 9 h 57 min |
| Absolute Helligkeit | 10,6 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Franz Kaiser |
| Datum der Entdeckung | 1. März 1913 |
| Andere Bezeichnung | 1913 EH, 1972 BM |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Früher wurde angenommen, dass der Asteroid vom Entdecker nach dem Heiligen Mauritius, dem Schutzpatron einer Wiesbadener Kirche, benannt worden sei.[1] Dies ist aber falsch, denn neue Forschungen des deutschen Astronomen Erwin Schwab konnten nachweisen, dass die Benennung im Jahr 1926 zu Ehren des Juweliers Moritz Nathan Oppenheim (1848–1933), Mitglied des Physikalischen Vereins und Förderer der Frankfurter Sternwarte, erfolgte. Der Völkische Beobachter äußerte anlässlich der Benennung die Sorge, dass „jetzt sogar schon der Sternenhimmel verjude“.[2][3] Nach Oppenheim und seiner Frau Katharina, der Schwester des österreichischen Unternehmers Moriz von Kuffner, wurde auch noch der Asteroid (343981) Oppenheim benannt.[4]
Wissenschaftliche Auswertung
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (745) Mauritia zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 27,0 km bzw. 0,17.[5] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 24,7 km bzw. 0,20 korrigiert.[6]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 22. Februar bis 3. April 2013 am Organ Mesa Observatory in New Mexico. Aus der während sechs Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,945 h abgeleitet.[7] Weitere Beobachtungen erfolgten vom 14. Januar bis 4. April 2014 während fünf Nächten an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine. Für die Rotationsperiode wurde dabei ein verbesserter Wert von 9,9425 h bestimmt.[8]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 9,9427 h bestimmt werden.[9] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 9,9435 h berechnet.[10]
Siehe auch
Weblinks
- (745) Mauritia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (745) Mauritia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (745) Mauritia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (745) Mauritia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).