(760) Massinga
Asteroid des Hauptgürtels
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(760) Massinga ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 28. August 1913 vom deutschen Astronomen Franz Kaiser an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,0 mag entdeckt wurde. Am gleichen Tag gab es noch eine unabhängige Entdeckung durch den russischen Astronomen Grigori Nikolajewitsch Neuimin am Krim-Observatorium in Simejis.
| Asteroid (760) Massinga | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 3,147 AE |
| Exzentrizität | 0,234 |
| Perihel – Aphel | 2,409 AE – 3,885 AE |
| Neigung der Bahnebene | 12,542° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 331,5° |
| Argument der Periapsis | 200,2° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 2. April 2023 |
| Siderische Umlaufperiode | 5 a 213 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,56 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 71,3 km ± 1,9 km |
| Albedo | 0,23 |
| Rotationsperiode | 10 h 43 min |
| Absolute Helligkeit | 7,9 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
SU |
| Geschichte | |
| Entdecker | Franz Kaiser |
| Datum der Entdeckung | 28. August 1913 |
| Andere Bezeichnung | 1913 QD, 1941 SL2 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Adam Massinger (1888–1914), Assistenzastronom an der Heidelberger Sternwarte, der im Ersten Weltkrieg als Soldat gefallen war.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (760) Massinga, für die damals Werte von 71,3 km bzw. 0,23 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 69,1 km bzw. 0,36, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[2]
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (760) Massinga eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sl-Typ.[3]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 28. bis 31. Dezember 1999 am Thornton Observatory in Colorado. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 10,72 h bestimmt.[4]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 10,76087 h berechnet.[5]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (760) Massinga, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 10,7611 h berechnet wurde.[6]
Abschätzungen von Masse und Dichte ergaben in einer Untersuchung von 2012 für (760) Massinga eine Masse von etwa 1,33·1018 kg und mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 71 km eine Dichte von 7,15 g/cm³ bei keiner Porosität. Diese Werte besitzen eine sehr hohe Unsicherheit von ±99 %.[7]
Siehe auch
Weblinks
- (760) Massinga beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (760) Massinga in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (760) Massinga in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (760) Massinga in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).