(787) Moskva

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(787) Moskva ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 20. April 1914 vom russischen Astronomen Grigori Nikolajewitsch Neuimin am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 12,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 7. Mai 1910 in Taunton (Massachusetts) fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(787) Moskva
Berechnetes 3D-Modell von (787) Moskva
Berechnetes 3D-Modell von (787) Moskva
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Maria-Familie
Große Halbachse 2,540 AE
Exzentrizität 0,129
Perihel – Aphel 2,213 AE  2,868 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 14,848°
Länge des aufsteigenden Knotens 183,8°
Argument der Periapsis 126,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 17. Juni 2024
Siderische Umlaufperiode 4 a 18 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,61 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 27,9 km ± 0,5 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,19
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 6 h 3 min
Absolute Helligkeit 9,6 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker G. N. Neuimin
Datum der Entdeckung 20. April 1914
Andere Bezeichnung 1910 JC, 1914 HC, 1934 FD, 1970 CT
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der Stadt Moskau in Russland.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (787) Moskva zur Maria-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (787) Moskva, für die damals Werte von 27,5 km bzw. 0,26 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 40,3 km bzw. 0,12.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 27,9 km bzw. 0,30 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 32,0 km bzw. 0,19 korrigiert.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 10. Oktober 1996 bis 6. Januar 1997 am Observatorium Brorfelde in Dänemark. Aus der während sechs Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von etwa 10 h abgeschätzt.[5] Weitere Beobachtungen vom 18. bis 22. Mai 1999 während drei Nächten am Palmer Divide Observatory in Colorado wurden dagegen zunächst zu einer Rotationsperiode von 5,381 h ausgewertet.[6] Eine Revision der Daten führte jedoch in einer Untersuchung von 2006 zu einem korrigierten Wert von 6,056 h,[7] was auch noch einmal 2011 bestätigt wurde.[8]

In einer Untersuchung von 2009 wurden aus archivierten Daten aus den Jahren 1996 bis 2004 und einer Beobachtung vom 23. Mai 2003 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine und am Krim-Observatorium in Simejis für den Asteroiden zwei alternative Rotationsachsen sowie die Achsenverhältnisse eines deiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells berechnet.[9]

Am Observatorium Skalnaté Pleso in der Slowakei war 2000 ein neues Teleskop installiert worden. Damit wurden photometrische Beobachtungen von (787) Moskva am 25. April und 1. Mai 2003, vom 18. bis 23. Oktober 2004 sowie am 5. und 11. Januar 2006 durchgeführt, aus denen Werte für die Rotationsperiode von 6,0559, 6,0552 bzw. 6,0551 h abgeleitet wurden. Außerdem konnte in einer Untersuchung von 2009 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 6,05580 h berechnet werden.[10][11]

Aus archivierten Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey sowie Beobachtungen aus dem Zeitraum 1999 bis 2011 wurde in einer Untersuchung von 2013 wieder ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 6,05581 h berechnet.[12]

Eine weitere Auswertung von archivierten Lichtkurven des USNO und der Catalina Sky Survey in Verbindung mit Beobachtungen vom 7. bis 11. Juli 2008 am Wise Observatory in Israel, am 10. Oktober 2012 am Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI) und am 25. und 26. Dezember 2012 am Sobaeksan Optical Astronomy Observatory (SOAO), beide in Südkorea, ermöglichte in einer Untersuchung von 2014 für den Asteroiden erneut die Bestimmung von zwei alternativen Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 6,05581 h.[13]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (787) Moskva, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 6,05581 h berechnet wurde.[14]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 6,05581 h bestimmt werden.[15] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 6,05575 h berechnet.[16]

Siehe auch

Commons: (787) Moskva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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