(798) Ruth

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(798) Ruth ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 21. November 1914 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,2 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er mit einem Objekt identisch ist, das bereits am 15. Mai 1880 an der Neuen Berliner Sternwarte beobachtet worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(798) Ruth
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Eos-Familie
Große Halbachse 3,016 AE
Exzentrizität 0,036
Perihel – Aphel 2,909 AE  3,124 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 9,218°
Länge des aufsteigenden Knotens 214,1°
Argument der Periapsis 52,7°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 10. September 2027
Siderische Umlaufperiode 5 a 87 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,15 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 43,2 km ± 2,9 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,16
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 8 h 33 min
Absolute Helligkeit 9,7 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
M
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung 21. November 1914
Andere Bezeichnung 1880 JA, 1914 WH, 1917 KA, 1945 VJ, 1955 SN
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist möglicherweise benannt nach der biblischen Heldin aus dem alttestamentlichen Buch Rut.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (798) Ruth zur Eos-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (798) Ruth, für die damals Werte von 43,2 km bzw. 0,16 erhalten wurden.[1] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte von 43,8 km bzw. 0,15 bestimmt wurden.[2]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 7. bis 10. Januar 1989 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 10,35 h abgeleitet.[3] Dies war aber eine Fehlauswertung, denn aus weiteren Beobachtungen vom 13. bis 17. August 2002 am Santana Observatory in Kalifornien wurde eine deutlich kürzere Rotationsperiode von 8,53 h bestimmt.[4]

Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (798) Ruth einen Wert von 8,55 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 46,0 ± 0,4 km abgeleitet.[5]

Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database und von Beobachtungen aus dem Zeitraum 2002 bis 2012 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 8,55068 h.[6]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (798) Ruth, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 8,5508 h berechnet wurde.[7]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 8,5508 h bestimmt werden.[8] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 8,5508 h berechnet.[9]

Siehe auch

Einzelnachweise

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