(808) Merxia
Asteroid des Hauptgürtels
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(808) Merxia ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 11. Oktober 1901 vom italienischen Astronomen Luigi Carnera an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,8 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (808) Merxia | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (808) Merxia | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,745 AE |
| Exzentrizität | 0,130 |
| Perihel – Aphel | 2,387 AE – 3,103 AE |
| Neigung der Bahnebene | 4,722° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 180,9° |
| Argument der Periapsis | 274,1° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 14. Juli 2025 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 200 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 17,90 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 30,9 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,21 |
| Rotationsperiode | 1 d 7 h |
| Absolute Helligkeit | 10,0 mag |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
Sq |
| Geschichte | |
| Entdecker | Luigi Carnera |
| Datum der Entdeckung | 11. Oktober 1901 |
| Andere Bezeichnung | 1901 TG |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Adalbert Merx (1838–1909), evangelischer Theologe und Orientalist und Schwiegervater des deutschen Astronomen Max Wolf. Er war möglicherweise bereits zuvor durch die Benennung von (330) Adalberta geehrt worden.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (808) Merxia, für die damals Werte von 32,5 km bzw. 0,22 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 37,7 km bzw. 0,16.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 30,9 km bzw. 0,21 korrigiert.[3]
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (808) Merxia eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sq-Typ.[4]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 27. Dezember 2002 bis 5. Februar 2003 am Antelope Hills Observatory in Colorado und am Starlight Farm Observatory in Maryland. Die gewonnenen Daten wurden kombiniert und aus der während 15 Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 30,631 h bestimmt.[5] Weitere Beobachtungen vom 4. Februar bis 11. März 2003 während zehn Nächten am Tenagra Observatory in Arizona passten ebenfalls zu dieser Periode.[6]
Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona, der Catalina Sky Survey und der Mount Lemmon Survey sowie mehreren Beobachtungen von 2003 ermöglichte in einer Untersuchung von 2011 erstmals die Berechnung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 30,630 h.[7]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (808) Merxia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 30,630 h berechnet wurde.[8]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 30,6304 h bestimmt werden.[9] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 30,629 h berechnet.[10]
Merxia-Familie
(808) Merxia ist eines der größten und namensgebendes Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 2,67–2,82 AE, eine Exzentrizität von 0,12–0,15 und eine Bahnneigung von 4,6°–5,4°. Taxonomisch handelt es sich hauptsächlich um Asteroiden der Spektralklassen S, Q und C, die mittlere Albedo liegt bei 0,21. Die Merxia-Familie umfasste im Jahr 2019 fast 2160 bekannte Mitglieder,[11] ihr Alter wird auf 329 ± 50 Mio. Jahre geschätzt.[12]
Siehe auch
Weblinks
- (808) Merxia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (808) Merxia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (808) Merxia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (808) Merxia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).