(860) Ursina
Asteroid des Hauptgürtels
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(860) Ursina ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 22. Januar 1917 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,2 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 18. und 22. Januar 1903 fotografiert worden war.
| Asteroid (860) Ursina | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,795 AE |
| Exzentrizität | 0,109 |
| Perihel – Aphel | 2,491 AE – 3,099 AE |
| Neigung der Bahnebene | 13,296° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 309,2° |
| Argument der Periapsis | 21,0° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 20. Mai 2027 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 246 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 17,76 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 34,6 km ± 0,4 km |
| Albedo | 0,12 |
| Rotationsperiode | 9 h 18 min |
| Absolute Helligkeit | 10,0 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
M |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
X |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 22. Januar 1917 |
| Andere Bezeichnung | 1903 BB, 1917 BE, 1959 CU |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Ein Bezug dieses Namens zu einer Person oder einem Ereignis ist nicht bekannt.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (860) Ursina, für die damals Werte von 29,3 km bzw. 0,16 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 41,9 km bzw. 0,08.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 21,9 km bzw. 0,29 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 34,6 km bzw. 0,12 korrigiert.[4]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 10. bis 13. September 1994 am Osservatorio Astrofisico di Catania in Italien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,33 h abgeleitet.[5] Weitere Beobachtungen erfolgten am 5. und 6. Oktober 1999 am Palmer Divide Observatory in Colorado. Dabei konnte eine Rotationsperiode von 9,386 h bestimmt werden.[6] Eine Revision der Daten führte dann in einer Untersuchung von 2011 zu einem korrigierten Wert von 9,32 h.[7]
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (860) Ursina einen Wert von 9,291 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 34,5 ± 0,3 km abgeleitet.[8]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 9,30228 h berechnet.[9]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (860) Ursina, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 9,3023 h berechnet wurde.[10]
Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 9,30228 h bestimmt werden.[11] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 9,3027 h berechnet.[12]
Siehe auch
Weblinks
- (860) Ursina beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (860) Ursina in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (860) Ursina in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (860) Ursina in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).