(977) Philippa

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(977) Philippa ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 6. April 1922 vom russisch-polnisch-französischen Astronomen Beniamin Pawlowitsch Schechowski am Observatoire d’Alger in Algerien bei einer Helligkeit von 12,9 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 19. Dezember 1914 und 11. Dezember 1919 an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg fotografiert worden war.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(977) Philippa
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,119 AE
Exzentrizität 0,021
Perihel – Aphel 3,054 AE  3,185 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 15,176°
Länge des aufsteigenden Knotens 75,6°
Argument der Periapsis 65,9°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 21. November 2025
Siderische Umlaufperiode 5 a 186 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,86 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 65,5 km ± 0,2 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 15 h 24 min
Absolute Helligkeit 9,9 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
C
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker B. P. Schechowski
Datum der Entdeckung 6. April 1922
Andere Bezeichnung 1914 YA, 1919 XA, 1922 GA
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt zu Ehren des französischen Finanziers Philippe de Rothschild (1902–1988).

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (977) Philippa, für die damals Werte von 65,7 km bzw. 0,06 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 65,5 oder 68,3 km bzw. 0,06 oder 0,05.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden diese Werte 2014 exakt bestätigt.[3] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 61,9 oder 68,0 km bzw. 0,04 angegeben[4] und dann 2016 korrigiert zu 63,7 km bzw. 0,04, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[5] Eine Anwendung thermophysikalischer Modelle auf Beobachtungen des Asteroiden mit WISE vom 19. Januar und 7. Juli 2010 ergab in einer Untersuchung von 2021 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 76,9 ± 6,4 km und 0,04. Außerdem konnten die Achsenverhältnisse für ein zweiachsig-ellipsoidisches Gestaltmodell und eine retrograde Rotation bestimmt werden.[6]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (977) Philippa eine taxonomische Klassifizierung als X-Typ.[7]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 17. bis 27. April 2004 am Palmer Divide Observatory in Colorado. Aus der während fünf Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 15,405 h bestimmt.[8]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,40430 h berechnet.[9]

Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (976) Benjamina wurde aus Messungen vom 4. bis 14. November 2018 eine Rotationsperiode von 15,4017 h erhalten.[10]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (977) Philippa, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,4042 h berechnet wurde.[11]

Aus den Daten von ATLAS konnte dann in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 15,40434 h bestimmt werden.[12] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,4043 h berechnet.[13]

Siehe auch

Einzelnachweise

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