1,4-Dioxan-2-on

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1,4-Dioxan-2-on (p-Dioxanon) ist das Lacton der 2-(2-Hydroxyethoxy)essigsäure und weist im Gegensatz zu dem isomeren 1,3-Dioxan-2-on – einem cyclischen Kohlensäureester (Carbonat) – eine intramolekulare Ester- und eine Ether-Funktion auf. Durch ringöffnende Polymerisation entsteht daraus Poly(p-dioxanon), das als bioabbaubares Implantatmaterial verwendet wird.[5]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von 1,4-Dioxan-2-on
Allgemeines
Name 1,4-Dioxan-2-on
Andere Namen
  • p-Dioxanon
  • PDO
  • 1,4-Dioxan-2-one
Summenformel C4H6O3
Kurzbeschreibung

weiße Kristallklumpen[1] oder Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 3041-16-5
EG-Nummer (Listennummer) 608-477-2
ECHA-InfoCard 100.130.057
PubChem 18233
Wikidata Q2798569
Eigenschaften
Molare Masse 102,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest bzw. flüssig

Dichte

1,39 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

28 °C[1]

Siedepunkt
Löslichkeit

löslich in Aceton, Ethylacetat und Tetrahydrofuran[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225319335
EUH: 019066
P: 210261305+351+338[2]
Toxikologische Daten

790 mg·kg−1 (LD50, Ratte, i.p.)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Das gängige Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dioxan-2-on ist die kontinuierliche Gasphasendehydrierung von Diethylenglycol an Kupfer- oder Kupferchromit-Katalysatoren bei Temperaturen bis 280 °C.

Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus DEG
Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus DEG

Dabei werden Ausbeuten bis 86 % erzielt.[6] Die möglichst vollständige Abtrennung des überschüssigen Diethylenglycols ist kritisch für die Eignung des p-Dioxanons als Monomer. Durch Umkristallisation, Vakuumdestillation[4] und Schmelzkristallisation[6] bzw. Kombination der Methoden werden die erforderlichen Reinheiten von >99,5 % erzielt.

Aus dem Mononatriumsalz des Ethylenglycols und Natriummonochloracetat wird das Natriumsalz der 2-(2-Hydroxyethoxy)essigsäure gebildet. Nach Ansäuern mit methanolischer Salzsäure, Einengen und Abtrennen des entstandenen Natriumchlorids wird bei der Vakuumdestillation p-Dioxanon in 67%iger Ausbeute erhalten.[7]

Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus Ethylenglycol und Monochloressigsäure
Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus Ethylenglycol und Monochloressigsäure

Eine weitere Alternative stellt die Oxidation von Methyldiglycol (2-(2-Methoxyethoxy)ethanol) zur 2-(2-Methoxyethoxy)essigsäure (3,6-Dioxaheptansäure) mit anschließender Etherspaltung an der endständigen Methoxygruppe dar. Die gebildete 2-(2-Hydroxyethoxy)essigsäure wird unter Wasserabspaltung zum Lacton p-Dioxanon cyclisiert.

Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus Methyldiglycol
Synthese von 1,4-Dioxan-2-on aus Methyldiglycol

Eigenschaften

Reines 1,4-Dioxan-2-on ist ein weißer kristalliner Feststoff, der bei 28 °C[3] schmilzt. Bereits geringe Verunreinigungen führen zu einem bei Raumtemperatur flüssigen Material, das sich in einer Reihe von Lösungsmitteln (Ketonen, Estern, Ethern, Alkoholen) löst und z. B. aus Ethylacetat umkristallisiert werden kann.[8]

Anwendungen

Bei der Oxidation von p-Dioxanon mit Salpetersäure oder Distickstofftetroxid entsteht in Ausbeuten bis 75 % Diglycolsäure.[9]

In einer ringöffnenden Polymerisation reagiert das Lacton 1,4-Dioxan-2-on unter Katalyse mit organischen Zinn-Verbindungen, wie z. B. Zinndioctoat (Zinn(II)-2-ethylhexanoat),[10] Dibutylzinndilaurat oder mit basischen Alkoxide, wie z. B. Aluminiumisopropoxid[11] zu Poly-1,4-Dioxan-2-on,

Polymerisation/Depolymerisation von 1,4-Dioxan-2-on
Polymerisation/Depolymerisation von 1,4-Dioxan-2-on

einem bioabbaubaren, teilkristallinen und thermolabilen Polymer für industrielle und medizinische Anwendungen.[5]

Bei Erhitzen über 100 °C tritt Depolymerisation zum Monomer p-Dioxanon ein.

Einzelnachweise

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