1000-km-Rennen von Adelaide 2000
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Das 1000-km-Rennen von Adelaide 2000. auch Race of a Thousand Years 2000, Asia Pacific Le Mans Series, war ein Langstreckenrennen und der letzte Lauf der American Le Mans Series 2000. Es fand auf dem Adelaide Street Circuit in Australien am Silvesterabend, dem 31. Dezember 2000, statt. Das Rennen wurde auf der vollständigen 3,780 km langen Grand-Prix-Strecke ausgetragen, die von der Formel 1 für den Großen Preis von Australien zwischen 1985 und 1995 genutzt wurde, und nicht auf der kürzeren 3,219 km langen Variante, die seit 1999 von den Supercars verwendet wird. Die Renndistanz war auf sechs Stunden angesetzt, von 16:00 bis 22:00 Uhr.[1]

Das Rennen
Vor dem Rennen
Wie das 1000-km-Rennen von Fuji 1999 war das „Race of a Thousand Years“ als Vorläufer für eine geplante Asia-Pacific Le Mans Series (APLMS) vorgesehen, die von Don Panoz und der International Motor Sports Association organisiert werden sollte. Ähnlich dienten auch die Rennen auf dem Silverstone Circuit und dem Nürburgring zuvor als Grundlage für die European Le Mans Series 2001. Nach einer geringen Teilnehmerzahl in der europäischen Serie 2001 sowie mangelndem Interesse an einem weiteren asiatisch-pazifischen Rennen auf dem Sepang International Circuit wurden die Pläne für die APLMS jedoch eingestellt.
Das Rennen war das Finale von zwölf Langstrecken-Sportwagenrennen-Läufen der American Le Mans Series 2000 und fand am 31. Dezember 2000 auf dem Adelaide Street Circuit statt.[2] Die Veranstaltung war ursprünglich Teil eines Neunjahresvertrags, wurde jedoch nach nur einer Austragung eingestellt. Insgesamt besuchten über 135.000 Zuschauer das Rennwochenende, davon rund 70.000 am Renntag, während die Veranstalter mit etwa 200.000 Besuchern gerechnet hatten.[2]
Der Rennverlauf
Durch das Absolvieren der ersten 25 Runden (und der Führung nach einem Überholmanöver gegen seinen Teamkollegen Frank Biela in Runde 17) sicherte sich Allan McNish den Fahrertitel der American Le Mans Series 2000 in der LMP-Klasse. McNish und sein Teamkollege Rinaldo Capello absolvierten insgesamt 225 Runden in ihrem Audi Sport North America Audi R8. Der australische Fahrer Brad Jones hatte das Fahrzeug ebenfalls qualifiziert und stand für Fahrerwechsel bereit, kam jedoch im Rennen nicht zum Einsatz.
Jones, Teamchef und Fahrer des Brad-Jones-Racing-Teams in Australien, war als Ersatz für den schottischen Fahrer McNish vorgesehen, der sich wenige Tage vor dem Rennen beim Aussteigen aus seinem Kilt am Rücken verletzt hatte. Aufgrund seiner größeren Statur hatte Jones jedoch Schwierigkeiten, in das Cockpit des R8 zu passen, und lag zudem rund vier Sekunden pro Runde hinter den Zeiten von McNish und Capello, weshalb sein Einsatz letztlich nicht notwendig wurde.[3] Das Audi-Team erlitt am Morgen des Rennens einen Rückschlag, als Capello den R8 (mit einer speziellen Krokodil-Lackierung zu Ehren Australiens) in die Reifenstapel in Kurve sechs setzte. Trotz beschädigter und teilweise verschwundener Fahrzeugteile gelang es dem Team, das Fahrzeug rechtzeitig zu reparieren.[4] Die GTS-Klasse wurde von Olivier Beretta, Karl Wendlinger und Dominique Dupuy gewonnen, die ihren Oreca Dodge Viper GTS-R (in Australien als Chrysler Viper bezeichnet) auf den dritten Gesamtrang brachten.
Den Sieg in der GT-Klasse sicherten sich Dirk Müller und Lucas Luhr im Porsche 911 GT3-R von Dick Barbour Racing, womit sie den fünften Gesamtrang belegten. Die schnellsten Rundenzeiten in den jeweiligen Klassen erzielten McNish (Audi), der portugiesische Fahrer Ni Amorim (Viper) und der Deutsche Luhr (Porsche). McNishs Zeit von 1:25,2189 Minuten war dabei die schnellste jemals gefahrene Rennrunde eines Nicht-Formel-1-Fahrzeugs auf dem Adelaide Street Circuit. Zum Vergleich: Der absolute Streckenrekord liegt bei 1:15,381 Minuten, aufgestellt von Damon Hill in einem Williams FW15C mit Renault-V10-Motor beim Großer Preis von Australien 1993.
Ergebnisse
Schlussklassement
| Pos. | Klasse | Nr. | Team | Fahrer | Fahrzeug | Runden |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | LMP | 77 | Audi R8 | 225 | ||
| 2 | LMP | 28 | Lola B2K/10 | 204 | ||
| 3 | GTS | 91 | Dodge Viper GTS-R | 202 | ||
| 4 | GTS | 92 | Dodge Viper GTS-R | 202 | ||
| 5 | GT | 5 | Porsche 911 GT3-R | 199 | ||
| 6 | GT | 15 | Porsche 911 GT3-R | 191 | ||
| 7 | GT | 6 | BMW M3 | 190 | ||
| 8 | GTS | 61 | Chrysler Viper GTS-R | 190 | ||
| 9 | LMP | 12 | Panoz LMP-1 Roadster-S | 190 | ||
| 10 | GT | 10 | BMW M3 | 190 | ||
| 11 | GT | 66 | Porsche 911 GT3-R | 188 | ||
| 12 | GT | 8 | Porsche 911 GT3-R | 187 | ||
| 13 | GT | 30 | Porsche 911 GT3-R | 178 | ||
| 14 | LMP | 78 | Audi R8 | 170 | ||
| 15 | GT | 70 | Porsche 911 GT3-R | 164 | ||
| 16 | GT | 51 | Porsche 911 GT3-R | 162 | ||
| Disqualifiziert | ||||||
| 17 | LMP | 2 | Panoz LMP-1 Roadster-S | 187 | ||
| Ausgefallen | ||||||
| 18 | LMP | 0 | Lola B2K/10 | 183 | ||
| 19 | GT | 69 | Porsche 911 GT3-R | 159 | ||
| 20 | LMP | 31 | Cadillac Northstar LMP | 72 | ||
| 21 | LMP | 32 | Cadillac Northstar LMP | 54 | ||
| 22 | GT | 71 | Porsche 911 GT3-R | 53 | ||
| 23 | GT | 7 | BMW M3 | 30 | ||
| 24 | GTS | 37 | Porsche 911 GT2 | 19 | ||
| 25 | LMP | 1 | Panoz LMP07 | 2 | ||
Nur in der Meldeliste
Zu diesem Rennen sind keine weiteren Meldungen bekannt.
Klassensieger
Renndaten
- Gemeldet: 25
- Gestartet: 25
- Gewertet: 16
- Rennklassen: 3
- Zuschauer: 135.000
- Wetter am Renntag: warm und schwül
- Streckenlänge: 3,780 km
- Fahrzeit des Siegerteams: 5:44:51,737 Stunden
- Gesamtrunden des Siegerteams: 225
- Gesamtdistanz des Siegerteams: 850,940 km
- Siegerschnitt: 184,048 km/h
- Pole Position: Rinaldo Capello – Audi R8 (#77) – 1:23,804 = 162,463 km/h
- Schnellste Rennrunde: Rinaldo Capello – Audi R8 (#77) – 1:25,219 = 159,776 km/h
- Rennserie: 12. Lauf zur American Le Mans Series 2000