6. Infanterie-Brigade Nr. 64
Großverband der Sächsischen Armee
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Die 6. Infanterie-Brigade Nr. 64 war ein von 1887 bis 1915 bestehender Großverband der Sächsischen Armee.
Geschichte
Die Brigade wurde mit Wirkung zum 1. April 1887 (Stiftungstag) in Dresden errichtet. Gemeinsam mit der 5. Infanterie-Brigade Nr. 63 und der 3. Kavallerie-Brigade Nr. 32 bildete sie die 3. Division Nr. 32 des XII. Armee-Korps. Zum 1. April 1899 trat die 1. Feldartillerie-Brigade Nr. 23 unter das gemeinsame Divisionskommando und wurde am 1. Oktober 1901 durch die 3. Feldartillerie-Brigade Nr. 32 ersetzt.
Dem Brigadekommando waren das Schützen-(Füsilier-)Regiment „Prinz Georg“ Nr. 108, dass 11. Landwehr-Regiment Nr. 139 und das Reserve-Landwehr-Bataillon Nr. 108 unterstellt. Das ebenfalls unterstellte 6. Infanterie-Regiment Nr. 105 war zum XV. Armee-Korps abkommandiert. Außerdem wurden die Jäger-Bataillone Nr. 12, 13 und 15 unter das Brigadekommando kommandiert.
Im Zuge der Neuorganisation wurden die Landwehr-Formationen 1889 aufgelöst und Bezirkskommandos gebildet. Ab dem 1. April 1899 standen das Schützen-(Füsilier-)Regiment „Prinz Georg“ Nr. 108 sowie die Jäger-Bataillone Nr. 12 und 13 unter dem Brigadekommando.[1] Zum 1. Oktober 1912 formierte sich die Brigade mit den Infanterie-Regimentern Nr. 177 und 178 sowie dem 2. Jäger-Bataillon Nr. 13.[2] Dieses Bataillon trat kurz darauf unter das Kommando der 3. Infanterie-Brigade Nr. 47 und wurde durch das 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 ersetzt.
Erster Weltkrieg
Mit der Mobilmachung anlässlich des Ersten Weltkriegs schied das Jäger-Bataillon Nr. 12 aus der Brigadeverband aus. Im Verbund mit der 32. Infanterie-Division (3. Königlich Sächsische) rückte die Brigade in das neutrale Belgien ein. Hier waren Teile des 13. Infanterie-Regiments Nr. 178 in die Kämpfe um Dinant (Massaker von Dinant) eingebunden. Nach weiteren Kämpfen um Namur, an der Maas und der Aisne, bei Fère-Champenoise sowie der Schlacht an der Marne gingen die Truppen an der Aisne in den Stellungskrieg über.
Am 31. März 1915 wurde die Brigade aufgelöst und der Stab zur Bildung der 245. Infanterie-Brigade bei der ebenfalls neu zusammengestellten 123. Infanterie-Division (7. Königlich Sächsische) herangezogen.[3]
Kommandeure
| Dienstgrad | Name | Datum |
|---|---|---|
| Generalmajor | Wilhelm von Minckwitz | 1. April bis 5. November 1887 |
| Oberst/Generalmajor | Gottlob von Hodenberg | 6. November 1887 bis 1. Mai 1890 |
| Generalmajor | Curt von Raab | 20. Mai 1890 bis 6. April 1894 |
| Generalmajor/Generalleutnant | Erwin von Minckwitz | 7. April 1894 bis 18. April 1896 |
| Generalmajor | Alexander Vitzthum von Eckstädt | 19. April 1896 bis 25. März 1899 |
| Generalmajor | Richard von Schulz | 26. März 1899 bis 24. Februar 1901 |
| Oberst | Hans von Carlowitz | 25. Februar bis 18. April 1901 (mit der Führung beauftragt) |
| Generalmajor | Hans von Carlowitz | 19. April 1901 bis 21. März 1902 |
| Generalmajor | Karl Ludwig d’Elsa | 22. März 1902 bis 3. September 1903 |
| Generalmajor | Paul Vitzthum von Eckstädt | 4. September 1903 bis 27. Oktober 1904 |
| Generalmajor | Sylvio von Kospoth | 28. Oktober 1904 bis 22. November 1905 |
| Generalmajor | Felix Barth | 23. November 1905 bis 24. März 1907 |
| Oberst | Egon von Schlieben | 25. März bis 20. Mai 1907 (mit der Führung beauftragt) |
| Generalmajor | Egon von Schlieben | 21. Mai 1907 bis 23. September 1910 |
| Generalmajor | Adolph von Carlowitz | 24. September 1910 bis 8. März 1912 |
| Generalmajor | Bernhard von Watzdorf | 20. März 1912 bis 24. März 1913 |
| Generalmajor | Kurt Hempel | 25. März 1913 bis 16. März 1914 |
| Generalmajor | Max Morgenstern-Döring | 17. März 1914 bis 31. März 1915 |
Literatur
- Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 295.
- Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 1389.