AMD-Notebookplattform

Antwort auf Intels Centrino From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Notebookplattform von AMD wurde als Antwort auf Intels Centrino vorgestellt. Im Gegensatz zu Centrino sind bei AMDs Variante nur Prozessor und Chipsatz vorgegeben. Der WLAN-Chip ist hingegen den OEMs überlassen und muss lediglich definierte technische Eigenschaften erfüllen, was AMD eine größere Flexibilität in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern wie Broadcom und Atheros ermöglichte.

Geschichte

Die Antwort auf den Pentium M lieferte AMD in Form des AMD Mobile Sempron und des AMD Mobile Athlon 64 im Jahre 2003. Erst 2005 folgte der erste richtige Notebookprozessor namens AMD Turion 64. Man konnte jedoch keine komplette Plattform, wie Intel mit der Centrino-Plattform, anbieten. Stattdessen verließ man sich hier auf andere Hersteller, wie zum Beispiel ATI und nVidia im Bereich der Chipsätze, IGPs und Grafikkarten und bot damit dann ein Konkurrenzprodukt zur Centrino-Plattform. Erst mit dem Kauf von ATI war man in der Lage, eine komplette Plattform aus einer Hand anzubieten. Die erste komplette Plattform wurde unter dem Codenamen „Puma“ im Jahr 2008 vorgestellt. Im Gegensatz zu Intel bietet AMD aber keine W-LAN-Module an, sondern vertraut hier weiterhin auf andere Hersteller. Dafür hat man aber auch diskrete Grafikchips im Angebot. Chipsätze und Grafikkarten der Konkurrenz sind aber weiterhin mit AMDs Notebookprozessoren kombinierbar.

Plattformgenerationen

1. Generation (Puma, 2008)

Die erste vollständige Plattform wurde im Juni 2008 unter dem Codenamen Puma vorgestellt und bestand aus folgenden Komponenten:[1]

Weitere Eigenschaften:

Geplante 2. Generation (Shrike, 2009)

Die ursprünglich für 2009 vorgesehene Plattform Shrike sollte erstmals den APU-Ansatz realisieren und damit CPU- und GPU-Kerne auf einem Die vereinen. Herzstück wäre der Prozessor „Swift“ gewesen. Shrike erschien nicht als Produkt; die Entwicklungen flossen in spätere Plattformen ein. Shrike sollte:

Geplant war der Einsatz in Ultraportables und Mittelklassegeräten mit stärkerer integrierter Grafik.[4][5][6]

Yukon (2009, Ultrathin)

Vorgestellt im Januar 2009 als Yukon, AMDs erste Ultrathin-Plattform.[7][8]

Congo (2009, 2. Gen. Ultrathin)

Congo erschien im September 2009.[9]

Tigris (2009, Mainstream)

Tigris wurde im September 2009 als Mainstream-Plattform eingeführt.[10]

Danube (2010, Mainstream)

Danube wurde am 12. Mai 2010 vorgestellt.[11]

Nile (2010, Ultrathin)

Nile wurde parallel zu Danube als Ultrathin-Plattform vorgestellt.[12]

Brazos (2011, Low-Power-APU)

Mit Brazos begann am 4. Januar 2011 die APU-Ära im Low-Power-Segment.[13]

Sabine (2011, Mainstream-APU „Llano“)

Sabine brachte im Sommer 2011 die erste A-Serie („Llano“) für Notebooks.[14][15]

  • Dual- und Quad-Core-APUs (32 nm, TDP 35–45 W)
  • integrierte Radeon-HD-6000G-Grafik (DirectX 11, UVD 3)
  • DDR3-1600-Support
  • Chipsätze: A60M, A70M (Hudson-M2/M3)

Comal (2012, 2. Gen. A-Serie „Trinity“)

Comal wurde im Mai 2012 als zweite Generation der A-Serie vorgestellt.[16]

  • APUs „Trinity“ (Piledriver-Kerne, 32 nm, 17–35 W TDP)
  • integrierte Radeon-HD-7000G-Grafik (bis 384 Shader, DirectX 11, UVD 3.2)
  • DDR3-1600-Support
  • Chipsätze: A60M, A70M (Hudson-M2/M3)

Richland (2013)

Richland war die Refresh-Generation von Trinity (2013) mit höherer Effizienz und optimierten Taktraten.[17][18]

  • optimierte Piledriver-Architektur, höhere CPU-/GPU-Taktraten
  • weiterhin 32 nm
  • DDR3-1866-Support
  • Radeon-HD-8000G-Grafik

Kaveri (2014)

Mit Kaveri (2014) kam die Steamroller-Architektur in Notebooks.[19]

  • APUs mit bis zu 4 Steamroller-Kernen
  • GPU: Radeon-R5/R7-Grafik (GCN-Architektur, DirectX 11.2, Mantle)
  • HSA-Funktionen
  • 28-nm-Fertigung
  • DDR3-Support bis 2133 MHz (modellabhängig)

Carrizo (2015)

Carrizo folgte 2015 mit Excavator-Kernen.[20]

  • bis zu 4 Excavator-Kerne
  • GPU: Radeon-R6/R7-Grafik (GCN, DirectX 12; Vulkan via Treiber; UVD)
  • 28-nm-Fertigung (GlobalFoundries)
  • DDR3L/LPDDR3-Support (bis 2133 MHz)
  • Fokus auf Energieeffizienz (15- und 35-W-Varianten)

Bristol Ridge (2016)

Bristol Ridge erschien 2016 als Notebook-Plattform mit Excavator v2-Kernen.[21][22]

Ende der Notebookplattformen

Mit Bristol Ridge endete die Ära der klassischen „AMD mobile platforms“. Ab 2017 stellte AMD seine Notebookprozessoren unter der Marke Ryzen Mobile vor (Beginn mit der APU-Generation „Raven Ridge“); die Vermarktung in klar benannten Notebookplattformen (wie Puma, Danube, Sabine, Comal) wurde nicht fortgeführt.[23][24]

Einzelnachweise

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