AMD-Notebookplattform
Antwort auf Intels Centrino
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Die Notebookplattform von AMD wurde als Antwort auf Intels Centrino vorgestellt. Im Gegensatz zu Centrino sind bei AMDs Variante nur Prozessor und Chipsatz vorgegeben. Der WLAN-Chip ist hingegen den OEMs überlassen und muss lediglich definierte technische Eigenschaften erfüllen, was AMD eine größere Flexibilität in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern wie Broadcom und Atheros ermöglichte.
Geschichte
Die Antwort auf den Pentium M lieferte AMD in Form des AMD Mobile Sempron und des AMD Mobile Athlon 64 im Jahre 2003. Erst 2005 folgte der erste richtige Notebookprozessor namens AMD Turion 64. Man konnte jedoch keine komplette Plattform, wie Intel mit der Centrino-Plattform, anbieten. Stattdessen verließ man sich hier auf andere Hersteller, wie zum Beispiel ATI und nVidia im Bereich der Chipsätze, IGPs und Grafikkarten und bot damit dann ein Konkurrenzprodukt zur Centrino-Plattform. Erst mit dem Kauf von ATI war man in der Lage, eine komplette Plattform aus einer Hand anzubieten. Die erste komplette Plattform wurde unter dem Codenamen „Puma“ im Jahr 2008 vorgestellt. Im Gegensatz zu Intel bietet AMD aber keine W-LAN-Module an, sondern vertraut hier weiterhin auf andere Hersteller. Dafür hat man aber auch diskrete Grafikchips im Angebot. Chipsätze und Grafikkarten der Konkurrenz sind aber weiterhin mit AMDs Notebookprozessoren kombinierbar.
Plattformgenerationen
1. Generation (Puma, 2008)
Die erste vollständige Plattform wurde im Juni 2008 unter dem Codenamen Puma vorgestellt und bestand aus folgenden Komponenten:[1]
- Prozessoren für den Sockel S1g2:[2]
- Chipsatz:
- M770 (ohne IGP)
- M780G (mit Radeon HD 3200)
- M780V (mit Radeon HD 3100)
- Grafik:
- integrierte GPUs der M780-Serie
- dedizierte Karten wie Nvidia GeForce M oder ATI Mobility Radeon HD 3000
- WLAN-Modul mit Unterstützung für IEEE 802.11 a/b/g/n
Weitere Eigenschaften:
- Unterstützung von DDR2-800
- Hybrid-CrossFire und PowerXpress (umschaltbare Grafik)
- Unterstützung für Hybridfestplatten
- HyperFlash für ReadyBoost
- HDMI/optional DisplayPort
- HyperTransport 3.0, PCI Express 2.0
- ATi-XGP-Unterstützung
- TPM-Unterstützung
Geplante 2. Generation (Shrike, 2009)
Die ursprünglich für 2009 vorgesehene Plattform Shrike sollte erstmals den APU-Ansatz realisieren und damit CPU- und GPU-Kerne auf einem Die vereinen. Herzstück wäre der Prozessor „Swift“ gewesen. Shrike erschien nicht als Produkt; die Entwicklungen flossen in spätere Plattformen ein. Shrike sollte:
- CPU und GPU integrieren (APU)
- die Northbridge ersetzen (integrierter Speichercontroller, PCIe und Display-Schnittstellen direkt in der CPU)
- nativen DDR3-Support bieten
Geplant war der Einsatz in Ultraportables und Mittelklassegeräten mit stärkerer integrierter Grafik.[4][5][6]
Yukon (2009, Ultrathin)
Vorgestellt im Januar 2009 als Yukon, AMDs erste Ultrathin-Plattform.[7][8]
- Prozessoren Athlon Neo (Codename „Huron“) oder Mobile Sempron („Huron“)
- Chipsatz: AMD 690E + SB600
- Grafik: integrierte ATI Radeon X1250 bzw. optional ATI Mobility Radeon HD 3410
- DDR2-SO-DIMM
- optional 3G und WLAN (802.11 a/b/g/n)
Congo (2009, 2. Gen. Ultrathin)
Congo erschien im September 2009.[9]
- Prozessoren „Conesus“ (1–2 Kerne, 65 nm, 15–18 W TDP)
- Chipsatz: AMD RS780M + SB710
- Grafik: Mobility Radeon HD 3000 (DirectX 10, UVD)
- DDR2-SO-DIMM
Tigris (2009, Mainstream)
Tigris wurde im September 2009 als Mainstream-Plattform eingeführt.[10]
- Prozessoren „Caspian“ (45 nm, 25–35 W TDP, bis 2 Kerne)
- Chipsatz: AMD RS880M + SB710
- Grafik: Mobility Radeon HD 4200 (DirectX 10.1, UVD 2)
- DDR2-SO-DIMM (teilweise auch mit DDR3-Support)
Danube (2010, Mainstream)
Danube wurde am 12. Mai 2010 vorgestellt.[11]
- Prozessoren „Champlain“ (1–4 Kerne, 45 nm, 25–45 W TDP)
- DDR3-1066/1333-Support
- Chipsatz: AMD M880G/RS880 + SB820
- Grafik: Mobility Radeon HD 4200 (DirectX 10.1, UVD 2)
- DDR3-SO-DIMM
- HDMI/DisplayPort-Support
Nile (2010, Ultrathin)
Nile wurde parallel zu Danube als Ultrathin-Plattform vorgestellt.[12]
- Prozessoren „Geneva“ (Athlon II Neo, Turion II Neo, 9–15 W TDP)
- Chipsatz: AMD RS880M + SB820
- Grafik: Mobility Radeon HD 42xx (DirectX 10.1, UVD 2)
- DDR3-SO-DIMM
Brazos (2011, Low-Power-APU)
Mit Brazos begann am 4. Januar 2011 die APU-Ära im Low-Power-Segment.[13]
- APUs C-Serie („Ontario“, 9 W) und E-Serie („Zacate“, 18 W), jeweils Bobcat-Kerne
- integrierte Radeon-HD-6000-Grafik (DirectX 11, OpenCL, UVD 3)
- DDR3-Support (bis 1333 MHz)
- Chipsatz: Hudson-M1 (A50M FCH)
Sabine (2011, Mainstream-APU „Llano“)
Sabine brachte im Sommer 2011 die erste A-Serie („Llano“) für Notebooks.[14][15]
- Dual- und Quad-Core-APUs (32 nm, TDP 35–45 W)
- integrierte Radeon-HD-6000G-Grafik (DirectX 11, UVD 3)
- DDR3-1600-Support
- Chipsätze: A60M, A70M (Hudson-M2/M3)
Comal (2012, 2. Gen. A-Serie „Trinity“)
Comal wurde im Mai 2012 als zweite Generation der A-Serie vorgestellt.[16]
- APUs „Trinity“ (Piledriver-Kerne, 32 nm, 17–35 W TDP)
- integrierte Radeon-HD-7000G-Grafik (bis 384 Shader, DirectX 11, UVD 3.2)
- DDR3-1600-Support
- Chipsätze: A60M, A70M (Hudson-M2/M3)
Richland (2013)
Richland war die Refresh-Generation von Trinity (2013) mit höherer Effizienz und optimierten Taktraten.[17][18]
Kaveri (2014)
Mit Kaveri (2014) kam die Steamroller-Architektur in Notebooks.[19]
Carrizo (2015)
Bristol Ridge (2016)
Bristol Ridge erschien 2016 als Notebook-Plattform mit Excavator v2-Kernen.[21][22]
- APUs der 7. Generation (Excavator v2, bis 4 Kerne)
- GPU: Radeon-R5/R7/R8-Grafik (GCN 3.0, DirectX 12)
- DDR4-Support bis 2400 MHz (erstmals bei AMD-Notebooks)
- 28-nm-Fertigung
- Zielmärkte: Mainstream-Notebooks und 2-in-1-Geräte
Ende der Notebookplattformen
Mit Bristol Ridge endete die Ära der klassischen „AMD mobile platforms“. Ab 2017 stellte AMD seine Notebookprozessoren unter der Marke Ryzen Mobile vor (Beginn mit der APU-Generation „Raven Ridge“); die Vermarktung in klar benannten Notebookplattformen (wie Puma, Danube, Sabine, Comal) wurde nicht fortgeführt.[23][24]