Aachbach
Fluss in der Schweiz
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Der Aachbach ist ein knapp neun Kilometer langer Fluss der Voralpen und ein rechter Nebenfluss des Necker im Schweizer Kanton St. Gallen. Als sein Quellbach gilt der Fischenlochbach, der in einem Randgebiet des Kantons Appenzell Ausserrhoden, am Westhang der Fuchsackerhöchi, entspringt.
| Aachbach Fischenlochbach (Oberlauf) | ||||
|
Die Ortschaft Mogelsberg mit dem Aachbachtal | ||||
| Daten | ||||
| Gewässerkennzahl | CH: 411 | |||
| Lage | Appenzeller Alpen
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| Flusssystem | Rhein | |||
| Abfluss über | Necker → Thur → Rhein → Nordsee | |||
| Quelle | im Fischenloch unter der Fuchsackerhöchi 47° 21′ 30″ N, 9° 11′ 55″ O | |||
| Quellhöhe | 976 m ü. M. | |||
| Mündung | bei Aachsäge in den Necker 47° 21′ 55″ N, 9° 7′ 14″ O | |||
| Mündungshöhe | 605 m ü. M. | |||
| Höhenunterschied | 371 m | |||
| Sohlgefälle | 42 ‰ | |||
| Länge | 8,9 km[1] | |||
| Einzugsgebiet | 20,1 km²[1] | |||
| Abfluss[2] AEo: 20,1 km² an der Mündung |
MQ Mq |
610 l/s 30,3 l/(s km²) | ||
| Linke Nebenflüsse | Wisenwaldbach, Ronenbach | |||
| Rechte Nebenflüsse | Kähbach, Ruerbach | |||
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Geographie
Ursprung
Der Aachbach entsteht als Gewässer unter diesem Namen im Tal zwischen dem Hornberg und der Fuchsackerhöchi einen Kilometer südwestlich von Degersheim, wo sich der etwa 1,3 Kilometer lange Fischenlochbach (von links) und der (mit dem Taabach) gut 2,5 Kilometer lange Kähbach (von rechts) auf der Höhe von 757 m ü. M. treffen. Den Bächen folgt die Gemeindegrenze zwischen Degersheim und Neckertal. Der Fischenlochbach, der aus einem Seitental kommt, wird als Oberlauf des hydrologischen Hauptstrangs des Aachbachs genommen, während der Kähbach den obersten Teil des Aachbachtals vom Bergsattel in Degersheim an entwässert. Der Kähbach hat wiederum zwei Quellbäche, den Taabach (von rechts, Quellhöhe 875 m ü. M.) und den Weierwiesbach (von links, Quellhöhe 859 m ü. M.). Die beiden Oberläufe des Kähbachs fliessen westlich des Bahnhofs Degersheim zusammen.
Einzugsgebiet
Das Flussgebiet des Aachbachs mit einem Umfang von 20,1 Quadratkilometern liegt im nordwestlichen Bergland der Appenzeller Alpen und im Norden des Toggenburgs. Die ganze Fläche befindet sich mit Ausnahme weniger kleiner Randgebiete innerhalb der St. Galler Gemeinde Neckertal. Die Landschaft gehört je nach Betrachtungsweise (und auch gemäss SOIUSA) zu den Ostschweizer Voralpen. Die Zone am Alpennordrand hat Gebirgscharakter und wird im Südosten durch eine Wasserscheide begrenzt, die über einige mehr als 1000 Meter hohe Gipfel führt. Die höchsten Stellen am Rand des Einzugsgebiets sind die Wilkethöchi (1172 m ü. M.), die Züblisnase (1048 m ü. M.), der namenlose Gipfel nordwestlich der Hochwacht (1078 m ü. M.) und die Fuchsackerhöchi (1072 m ü. M.), an deren Nordflanke die Quelle des Aachbachs liegt. Die beiden letztgenannten Erhebungen befinden sich im Gebiet der Appenzeller Gemeinde Schwellbrunn und sind die am weitesten im Westen gelegenen Berge des Kantons Appenzell Ausserrhoden.
Nördlich dieser Reihe von Eintausendern sind die Berge weniger hoch und gehen allmählich in das Hügelgebiet des Schweizer Mittellands über. Der höchste Punkt am Nordrand des Einzugsgebietes des Aachbachs liegt auf dem Altenberg (915 m ü. M.) im Gebiet der St. Galler Gemeinde Degersheim. Der Hornberg westlich von Degersheim hat eine Höhe von 936 m ü. M.
Das Einzugsgebiet des Aachbachs grenzt
- im Norden an jenes des Jomerbachs[3] und des Lehmibachs,[4] die ebenfalls in den Necker münden,
- im Westen an den Necker direkt,
- im Süden an jene des Löffelsbergbachs,[5] des Josenbachs,[6] des Enzenbergbachs[7] und des Schwindelbachs[8], die alle ebenfalls Zuflüsse des Necker sind,
- im Osten an jenes des Wissbachs, der ein Zufluss der Glatt ist, und
- im Nordosten an das Gebiet des Goldbachs,[9] der bei Flawil in die Glatt mündet.
Zuflüsse
Die grösseren Zuflüsse des Aachbachs sind der Kähbach[10], der Wisenwaldbach[11], der Ronenbach[12] und der Ruerbach.[13]
Direkte Zuflüsse des Aachbachs:[14]
- Kähbach (rechter Quellbach, in Degersheim)
- Fischenlochbach (linker Quellbach)
- Oberbistrichbach (links)
- Chlusbach (links)
- Bistrichbach (links)
- Unterbistrichbach (links)
- Farnbodenbach (rechts)
- Wisenwaldbach (links)
- Hornbergbach (rechts)
- Feldbach (rechts)
- Ardackerbach (links)
- Ebnetbach (links)
- Haldenbach (links)
- Ronenbach (links)
- Schönenwisbach (links)
- Chlindenbach (links)
- Huebbach (rechts)
- Aeschbach (links)
- Aachbodenbach (rechts)
- Egghaldenbach (rechts)
- Unterbruggenbach (links)
- Steinbach (links)
- Bruggenbach (links)
- Hinterbach (rechts)
- Sandbüelbach (links)
- Neuhusbach (links)
- Ruerbach (rechts)
- Vogelsangbach (rechts)
- Löchlibach (links)
- Russentobelbach (links)
Hydrologie
Bei der Mündung des Aachbachs in den Necker beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 0,61 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist pluvial supérieur[15], und seine Abflussvariabilität[16] beträgt 24.[2]
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Aachbachs in m³/s[2] |
|---|
0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 0,61 0,43 Jan. 0,54 Feb. 0,71 März 0,86 Apr. 0,81 Mai 0,78 Juni 0,62 Juli 0,52 Aug. 0,45 Sep. 0,43 Okt. 0,51 Nov. 0,46 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 0,61 m³/s |
Geologie
Die Bergzone mit dem Aachbachtal ist leicht gegen Norden einfallenden Schichten der Oberen Süsswassermolasse und der «Bunten Nagelfluh» aufgebaut und gehört zum ausgedehnten «Hörnli-Fächer».[17][18] In der Talniederung am Aachbach und an gewissen Stellen der Seitenhänge sind darüber eiszeitliche Moränen mit vielen Findlingen abgelagert. Während der grössten Vergletscherung, der Riss-Eiszeit, strömten im Aachbachtal der Thurgletscher von Süden und der Rheingletscher von Osten zusammen, und die Gletscherflüsse schütteten im Gebiet der heutigen Aachbachmündung das Schottermassiv, dessen Rest das Nassenfeld nördlich von Mogelsberg ist.[19]

