Abd al-Aziz al-Hakim

irakischer Geistlicher und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Ajatollah Abd al-Aziz al-Hakim, auch Abdul Aziz al-Hakim, (arabisch عبد العزيز الحكيم, DMG ʿAbd al-ʿAzīz al-Ḥakīm; * 1950[1] oder 1953[2] in Nadschaf; † 26. August 2009 in Teheran) war ein irakischer Geistlicher und Politiker.

Abd al-Aziz al-Hakim bei der Stimmabgabe zur irakischen Nationalversammlung am 30. Januar 2005
Abd al-Aziz al-Hakim und G.W. Bush im Dezember 2006

Abd al-Aziz al-Hakim, Sohn von Großajatollah Muhsin al-Hakim, wuchs in Nadschaf auf und besuchte dort eine schiitische Hochschule. Er heiratete eine Tochter aus der Familie as-Sadr und hatte mit ihr zwei Töchter und zwei Söhne. Einer seiner Söhne wurde zu seinem politischen Berater; der andere Sohn, Sayyed Ammar al-Hakim (geb. 1971), ist Vorsitzender des Obersten Islamischen Rates im Irak. Sieben Brüder von Abd al-Aziz al-Hakim wurden getötet, sechs davon auf Befehl von Saddam Hussein.

In den 1970er Jahren wurde Ajatollah al-Hakim dreimal von der irakischen Regierung inhaftiert. Um seiner Verfolgung zu entgehen, floh er nach Iran. Dort gründete sein Bruder, Großajatollah Muhammad Baqir al-Hakim, den Obersten Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), eine islamistische Partei, deren Hauptziel der Sturz Saddam Husseins war und die heute für eine betont islamische Identität Iraks eintritt.

Nach 23 Jahren im Exil kehrte Abd al-Aziz al-Hakim aus Iran zurück und wurde zum Mitglied im von den USA ernannten Irakischen Regierungsrat berufen.

Nachdem einer seiner Brüder im August 2003 bei einem Anschlag umgekommen war, wurde er der neue Vorsitzende des SCIRI. Außerdem führte er bei der irakischen Wahl am 30. Januar 2005 das überwiegend schiitische Parteienbündnis Vereinigte Irakische Allianz an, dem auch das SCIRI angehörte. Die Vereinigte Irakische Allianz ging mit 48 % der Stimmen klar als Sieger aus der Wahl hervor und erlangte auch die absolute Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung. Er machte den Vorschlag, den schiitisch dominierten Südirak als autonome Region mit dem Namen Sumer zu konstituieren, was insbesondere die sunnitische Minderheit sogleich ablehnte.

Am 26. August 2009 starb er in einem Krankenhaus in Teheran an einem Bronchialkarzinom.[3] Er wurde in der Krypta neben seinem Bruder in Nadschaf beigesetzt.[4]

Commons: Abdul Aziz al-Hakim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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