Adduzierte Daumen-Arthrogrypose-Syndrom

seltenes, nicht eindeutig abgegrenztes angeborenes Krankheitsbild eines Neugeborenen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Adduzierte Daumen-Arthrogrypose-Syndrom ist ein sehr seltenes, nicht eindeutig abgegrenztes angeborenes Krankheitsbild des Neugeborenen mit einer Kombination von Trinkschwäche, Atemstörung, Mikrozephalie, Gaumenspalte und adduziertem Daumen. Betroffene versterben häufig früh.[1] Wesentliches Merkmal ist auch eine Arthrogrypose.[2][3]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q74.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen der Extremität(en)
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Synonyme sind: Addierte Daumen; Syndrom des Adduzierten Daumens; Adduzierte Daumen-Arthrogrypose-Syndrom Typ Christian; Christian Syndrom; englisch Christian Adducted thumb syndrome; Congenital clasped thumb; Thumb in palm deformity; Flexion adduction deformity of the thumb

Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1971 durch die US-amerikanischen Humangenetiker Joe C. Christian, P. A. Andrews, P. M. Conneally und Jans Muller an vier Neugeborenen in Amischfamilien.[4]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt vermutlich autosomal-rezessiv.[2]

Bei einigen Syndromen können adduzierte Daumen wesentliches Krankheitsmerkmal sein:

Ursache

Der Erkrankung liegen – zumindest teilweise – Mutationen im CHST14-Gen auf Chromosom 15 Genort q15.1 zugrunde, welches für die Carbohydrate Sulfotransferase 14 kodiert.[5][6][7]

Mutationen in diesem Gen finden sich auch bei der Muskulokontrakturellen Form des Ehers-Danlos-Syndroms.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[1][2]

  • pränatale Dystrophie
  • Adduzierte Daumen
  • Trinkschwierigkeiten
  • respiratorische Probleme
  • Mikrozephalie, Kraniostenose, Krampfanfälle, mentale Retardierung
  • Ophthalmoplegie
  • Klumpfüße
  • Gaumenspalte
  • abnormaler Ohransatz
  • Arthrogrypose mit Bewegungseinschränkung im Ellbogen-, Hand- und Kniegelenk

Diagnose

Bereits früh in der Schwangerschaft kann im Ultraschall die auffallende Daumenstellung festgestellt werden.[8] Nach der Geburt ergibt sich die Diagnose aus der Kombination klinischer Befunde. Mit dem Moro-Reflex kann die Erkrankung frühzeitig nach der Geburt erkannt werden.[2]

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind:[1]

Ferner können adduzierte Daumen auch beim White-Sutton-Syndrom vorkommen.[9][10]

Literatur

Einzelnachweise

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