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Adrian von Oer

Brigadegeneral des Heeres der Bundeswwehr From Wikipedia, the free encyclopedia

Adrian Hubertus Freiherr von Oer (* 31. Mai 1924 in Kassel; † 2020) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Freiherr von Oer, Sohn eines Oberst, entstammte dem ehemaligen Adelsgeschlecht Oer. Nach dem Abitur trat er am 1. Juni 1942 als Offizieranwärter beim Kradschützen-Ersatz-Bataillon in Meiningen in die Wehrmacht ein. Von April bis August 1943 war er stellvertretender Gruppenführer, später Gruppenführer, in der Panzeraufklärungs-Abteilung 17, wo er im Donez-Bogen eingesetzt war. Nach schwerer Verwundung war er vom 23. August 1943 bis Mai 1944 im Lazarett. Von Mai bis Juni 1944 absolvierte er den Vorbereitungslehrgang für die Kriegsschule bei der Panzeraufklärungs-Ersatz-Abteilung 7 in München und von Juli 1944 bis Februar 1945 die Kriegsschule Krampnitz. Am 1. Februar 1945 wurde er, mit Rangdienstalter 9. November 1944, zum Leutnant ernannt. Am 15. Februar 1945 fiel sein Vater. Von Februar bis März 1945 war er dem Stab des Verteidigungsbereichs Mitte in Berlin zugeteilt und war von März bis April 1945, nach kurzer Zeit in der Führerreserve, Führer eines Panzer-Jagdkommandos der Panzeraufklärungs-Ersatz-Abteilung 7 bei Bad Reichenhall im äußeren Ring des Führersperrgebietes Obersalzberg. Von April bis Mai 1945 war er in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.[1][2][3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte von Oer von 1946 bis 1951 Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und erreichte am 9. Oktober 1951 den Abschluss Diplom-Physiker. Von Oktober 1951 bis Januar 1953 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ab Januar 1953 Stipendiats-Assistent und ab November 1956 wissenschaftlicher Assistent bei Walther Gerlach am 1. Physikalischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie von Juni 1958 bis April 1959 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kernphysik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er sich am Forschungsreaktor Geesthacht mit Kernenergieantrieben von Schiffen befasste.[1][2][3]

Am 1. April 1959 trat von Oer als Hauptmann in die Bundeswehr ein und wurde am 17. August 1959 Berufssoldat. Zunächst war er Offizier für Ausbildungsmaterial, stellvertretender Kompaniechef und Lehrgangsleiter für den Fahnenjunker-Lehrgang im ABC-Abwehrlehrbataillon und von April 1960 bis Juni 1962 Hörsaalleiter Offizierlehrgänge an der ABC-Abwehrschule in Sonthofen. Am 29. Januar 1963 promovierte er zum Doktor der Naturwissenschaften. Von Juli 1962 bis August 1968 war er Referent in der Abteilung Technik im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wo er am Projekt Kampfpanzer 70 beteiligt war, 1965 die Vereinigten Staaten besuchte, 1963 Major und 1966 Oberstleutnant wurde.[1][2][3]

Von Oktober 1968 bis Juni 1969 nahm von Oer am Generalstabslehrgang mittlere Führung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teil. Danach war er Referent im Referat Technik II 2 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, von Oktober 1970 bis März 1972 dessen Referatsleiter, wo er 1971 Oberst wurde, und von April 1972 bis März 1978 Referatsleiter (Rüstung, Militärstrategie) im Planungsstab des Bundesministers der Verteidigung in Bonn.[1][2][3]

Im April 1978 wurde von Oer Amtschef des Amtes für Studien und Übungen der Bundeswehr in Bergisch Gladbach.[4] Mit Ablauf des September 1984 wurde er in den Ruhestand versetzt.[5]

Freiherr von Oer war verheiratet und hatte einen Sohn.[3]

Auszeichnungen

Siehe auch

Schriften

  • Untersuchung der Lenard'schen Hohlflammenbildung und der Emission im Na-gepufferten Bogen in Abhängigkeit von der Ionisierungsspannung des Elementes. München 1963, DNB 481953612 (Dissertation).

Literatur

  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 371.
  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1999 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 3, Laegeler – Quiel. Biblio-Verlag, Bissendorf 2005, ISBN 978-3-7648-2382-5, S. 429–430.
  • Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 116.

Einzelnachweise

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