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Afro-Russen

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Als Afro-Russen (russisch Афророссияне Afrorossijane) werden russische Staatsbürger bezeichnet, die vollständig oder teilweise subsaharischer Herkunft sind. Im Jahr 2009 lebten in Russland schätzungsweise zwischen 40.000 bis 70.000 Menschen mit Wurzeln aus den subsaharischen Ländern Afrikas.[1]

Geschichte

Russisches Reich

Peter der Große mit seinem Pagen, 1707

Anders als bei den westeuropäischen Mächten gab es keine Bestrebungen Russlands, abgesehen von dem kurzzeitigen Versuch im Jahr 1889 bei Sagallo im heutigen Dschibuti, Kolonien in Afrika zu errichten. Der Sklavenhandel mit afrikanischen Sklaven wurde außerdem durch Zar Nikolaus I. verboten[2]. Russland stand daher über Jahrhunderte in keinem direkten Kontakt zu afrikanischen Stämmen. Der wohl erste bedeutende Afro-Russe war der aus dem heutigen Eritrea stammende Abram Petrowitsch Hannibal, der im Russischen Kaiserreich zu einem Generalmajor und Gouverneur aufstieg. Er war zudem mütterlicherseits der Urgroßvater des russischen Dichters Alexander Puschkin,[3] der dadurch ebenfalls subsaharische Wurzeln hat.

Sowjetunion (1922–1991)

Nach der Oktoberrevolution ließen sich mehrere Afroamerikaner in der Sowjetunion nieder, manche davon zeitweilig andere dauerhaft. Zu ihnen zählten Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Langston Hughes und der Schauspieler Paul Robeson, die jedoch beide in die Vereinigten Staaten zurückgingen. Insbesondere für die Afroamerikaner, die in ihrer Heimat Rassismus erlebten, war die Sowjetunion durch ihre marxistischen Werte, in der das Strafgesetzbuch formal Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten verbot, ein attraktives Einwanderungsland.[2]

Als die afrikanischen Staaten ihre Unabhängigkeit vom Kolonialismus erlangten, viele davon im Afrika-Jahr 1960, bot die Sowjetunion jungen Menschen aus diesen Ländern Stipendien an. Von den späten 1950er Jahren bis 1990 studierten rund 400.000 Afrikaner auf dem Gebiet der Sowjetunion, insbesondere an der Patrice-Lumumba-Universität, viele von ihnen ließen sich daraufhin dauerhaft im Land nieder.[4]

Russische Föderation (seit 1991)

Die Anzahl rassistisch motivierter Gewalttaten stiegen nach dem Zerfall der Sowjetunion in Russland zunehmend an. Im Jahr 2009 zählte eine kirchliche Initiative gegen Rassismus, allein in Moskau 49 Taten dieser Art.

Im Jahr 2010 wurde der aus Benin stammende Jean Sagbo zum Stadtrat von Nowosawidowski gewählt und wurde dadurch der erste Afro-Russe in diesem Amt[5].

Persönlichkeiten

Siehe auch

Einzelnachweise

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