Agria-Werke
deutscher Hersteller von Motorgeräten
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Die Agria-Werke GmbH ist ein deutsches Maschinenbauunternehmen. Es stellt Motorgeräte für Grünflächenpflege und Bodenbearbeitung her, beispielsweise Einachsschlepper, Motorhacken oder ferngesteuerte Mäher.
| Agria-Werke GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 1947 |
| Sitz | Möckmühl, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 47 (2022/23)[1] |
| Umsatz | 9,99 Mio. Euro (2024/25)[1] |
| Branche | Maschinenbau |
| Website | www.agria.de |
| Stand: 31. August 2025 | |
Geschichte
Das Unternehmen wurde von dem Kaufmann Erwin Mächtel (1910–1984)[2] und dem Ingenieur Otto Göhler (1907–1988)[2] in Ruchsen bei Möckmühl gegründet, zog aber sehr bald auf ein freies Gelände in Möckmühl um.
Das offiziell am 14. August 1947[3] als Maschinenfabrik Möckmühl G.m.b.H. (kurz MFM) gegründete Unternehmen begann mit der Produktion von Gartenfräsen. Verbreitete Gerätetypen waren in den 1950er- und 1960er-Jahren die Motorhacke Agriette beziehungsweise die Einradfräse Agria Baby. Sie hatten Motoren der NSU Quickly und wurden daher häufig als Kräutermoped bezeichnet.
Von 1949 bis 1953 stellte MFM den Dreirad-Lastenroller Triro 500 her, weshalb es auch als Triro-Werk bezeichnet wurde. Von diesem leichten Nutzfahrzeug mit 500 kg Nutzlast und Hinterradantrieb kamen insgesamt circa 500 Stück auf den Markt.[4] 1952 wurden 14 Stück des Triro 600 mit 600 kg Nutzlast hergestellt. 1953 firmierte das Unternehmen um in Agria Werke Maschinenfabrik Möckmühl G.m.b.H. und der Lieferwagenbau wurde aufgegeben.[5]
Im Verlauf der Geschichte wurde das Unternehmen ausgebaut. Es entstanden zeitweise neben dem Stammwerk in Möckmühl bis in die 1970er-Jahre weitere Betriebe in Adelsheim und Jagsthausen sowie in Spanien, Italien und Griechenland. Um 1975 wurden rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt und Geräte in über 130 Länder exportiert, womit Agria Weltführer auf dem Markt für Gartenfräsen gewesen sein soll.[6]
Im Jahr 1979 stieg Eggebrecht Viering als Geschäftsführer und bald Mitgesellschafter in das Unternehmen ein. In den ersten Jahren führte er es gemeinsam mit den Unternehmensgründern Erwin Mächtel und Otto Göhler. In dieser Zeit entstand unter anderem der noch heute verkaufte Einachsschlepper Typ 3400 und die Produktion wurde durch Schweißroboter und Laserschneidemaschinen technisch weiterentwickelt.
Der Einachsschlepper der Serie 2400 wurde 1982 vom Nachfolgemodell Typ 3400 abgelöst, das bis heute produziert wird.[7] Neben Motorhacken und Einachsschleppern wurden und werden auch Balkenmäher produziert.
Anfang der 1990er-Jahre erforderten die veränderten Marktverhältnisse erhebliche Veränderungen im Unternehmen. Eggebrecht Viering übernahm die Gesellschaftsanteile von den Familien der inzwischen verstorbenen Unternehmensgründer und führte Lean Management wie in der Automobilindustrie ein. Die hohe Fertigungstiefe wurde zugunsten regionaler Lieferanten deutlich reduziert und auf den Standort Möckmühl konzentriert. Im Zuge dieses Umstrukturierungsprozesses entstanden neue Unternehmen, die zum Teil bis heute wichtige Lieferanten sind, wie zum Beispiel die KKI, Hersteller von Blechteilen in Osterburken, die sich 1994 ausgegründet hat.[8] Nach der Neuorganisation entstanden neue Produkte wie die hydrostatischen Geräteträger Agria 5900 mit Portalachse.
Am Stammsitz in Möckmühl befinden sich die Unternehmensverwaltung, eine Produktentwicklung sowie die Montage der Geräte.
Nach dem Tod des langjährigen Gesellschafters und Geschäftsführers Eggebrecht Viering Anfang des Jahres 2019 führt sein Sohn Julian Viering die Entwicklung des Familienunternehmens fort. Zum 31. Mai 2021 trat mit Goetz Viering ein weiterer Sohn Eggebrecht Vierings in die Geschäftsführung als weiterer geschäftsführender Gesellschafter ein.[9]
- Agriette
- Einachsschlepper 2400L
- Kleinschlepper 4800
- Balkenmäher 5400
Aktuelle Produkte
- Einachsschlepper: agria 3400, agria 3600,
- Balkenmäher: agria 3600 BM, agria 5300
- Kreiselmäher: agria 8000
- Geräteträger: agria 5500, agria 5900 Bison/Taifun/Cyclone
- Motorhacken: agria 0800, agria 100-R
- Bodenfräsen: agria 3100
- Kehrmaschinen: agria 7100
- Ferngesteuerte Maschinen: Ferngesteuerter Akku-Geräteträger agria 9700e, Ferngesteuerter Hochgras-Sichelmulcher agria 9600 (112 cm) und agria 9500 (90, 80 und 70 cm)
- Wildkrautbürsten: agria 8100
- Elektro/Akkugeräte: agria 0100e Hacke, agria 5300e Mäher, agria 7100e Kehrmaschine
- Einachsschlepper agria 3400 mit Fräse
- Geräteträger agria 5900 Taifun mit Schlegelmulcher
- Ferngesteuerte Mähraupe agria 9600
Weiteres
Zu den regionalen Zulieferern gehört auch die Johannes-Diakonie Mosbach. In deren Werkstätten für behinderte Menschen werden Einzelteile zu Baugruppen montiert, die anschließend im Möckmühler Stammwerk verarbeitet werden.[10]
Aus den frei gewordenen Flächen im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen Anfang der 1990er-Jahre entstand rund um die Agria-Werke GmbH der heutige Agria-Industriepark mit mehr als vierzig Mietern.
