Aki-Matilda Høegh-Dam
grönländische Politikerin
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Aki-Matilda Tilia Ditte Høegh-Dam (* 17. Oktober 1996 in Hillerød, Dänemark)[1] ist eine grönländische Politikerin (Naleraq).

Leben
Familie und Jugend
Aki-Matilda Høegh-Dam ist das einzige gemeinsame Kind des Schiffsführers Kim Høegh-Dam und der Lehrerin Bitten Høegh-Dam (* 1965). Sie hat zwei ältere Halbschwestern väterlicherseits sowie zwei ältere Halbbrüder mütterlicherseits, nämlich den Politiker Minik Høegh-Dam und den Politiker Qarsoq Høegh-Dam (* 1989).[2][3][1] Ihr Onkel ist der Beamte und Diplomat Kenneth Høegh (* 1965). Zwei ihrer Großelternteile sind Grönländer und zwei Dänen. Sie wurde in Dänemark geboren und wuchs in Sisimiut auf.[2] Sie ist verlobt mit dem Politiker Kuno Fencker (* 1974).[1]
Mit 14 Jahren wurde sie Mitglied im Rat der Kinderrechtsorganisation Nakuusa, wodurch ihr politisches Interesse geweckt wurde. Ein Jahr später wurde sie Mitglied in der Jugendorganisation der Siumut.[4] Sie ist zudem Mitgründerin der Antikolonialismusorganisation Nalik, wo sie von 2017 bis 2020 Vizevorsitzende war.[5] 2015 begann sie ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Kopenhagen, das sie 2019 abschloss.[1]
2015 trat sie bei der Miss-Danmark-Wahl an und erreichte Platz 6.[6]
Karriere im Folketing
Sie trat im Alter von 22 Jahren bei der Folketingswahl 2019 an und erhielt die zweitmeisten Stimmen aller Kandidaten sowie die meisten der Kandidaten der Siumut.[7] Damit erhielt sie einen der beiden grönländischen Plätze im Folketing und verdrängte die ehemalige Regierungschefin Aleqa Hammond aus dem Parlament.[4] Sie setzt sich für ein unabhängiges Grönland ein.[8] Bei der Folketingswahl 2022 erhielt sie 33,7 % der Stimmen, womit sie ihr Ergebnis von 2019 beinahe verdoppelte und ihren Sitz im dänischen Parlament verteidigte.[7] 2021 gewann ihr Bruder Minik die Kommunalwahl in der Avannaata Kommunia, wurde aber wegen einer früheren Verurteilung wegen Hehlerei aus der Siumut ausgeschlossen, verlor somit das Recht auf den Bürgermeisterposten und wurde später für unwählbar erklärt und musste aus dem Kommunalrat zurücktreten. Bei der Parlamentswahl am selben Tag wurde ihr Bruder Qarsoq ins Inatsisartut gewählt, verzichtete aber wegen einer früheren Verurteilung wegen Drogenbesitzes auf seinen Parlamentssitz, da er ebenfalls damit rechnen musste, für unwählbar erklärt zu werden.[3][9][10]
Am 30. Juli 2023 kandidierte sie als Parteivorsitzende der Siumut und erhielt 16 Stimmen und damit drei mehr als der frühere Regierungschef Kim Kielsen, während der Parteivorsitzende Erik Jensen sein Amt mit 39 Stimmen im ersten Wahlgang verteidigen konnte.[11] In Verbindung mit der Wahl schlug sie vor, die zwei grönländischen Sitze im Folketing abzuschaffen, von denen sie den einen selbst innehatte, da beide Parlamente ihrer Meinung nach gegeneinander arbeiten. Dabei kündigte sie auch an, vermutlich bei der nächsten Parlamentswahl in Grönland antreten zu wollen.[12]
Im Mai 2023 hatte sie eine Rede im Folketing auf Grönländisch gehalten, woraufhin die übrigen Parlamentsmitglieder nicht auf sie eingehen konnten. Dies löste eine Diskussion darüber aus, inwiefern die grönländischen und färöischen Mitglieder im Folketing ihre Muttersprache anwenden dürfen. Sie forderte die Einführung von Dolmetschern im Parlament, obwohl sie selbst perfekt Dänisch spricht. Wegen einer Reise ließ sie sich ab dem 22. September 2023 für zwei Wochen im Parlament beurlauben, woraufhin ihr Stellvertreter Markus E. Olsen ihren Platz übernahm. Dieser hatte im Voraus angekündigt ebenfalls nur Grönländisch reden zu wollen. Das Folketing lehnte die Forderung von Dolmetschern aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen ab, gewährte aber die doppelte Redezeit, um dieselbe Rede sowohl in der Muttersprache als auch auf Dänisch halten zu können. Zudem wurde angekündigt, zusätzliche Gelder für Übersetzer zu gewähren und die Website des Parlaments teilweise mehrsprachig anzubieten.[13][14] Ihre Rede im Mai 2023 wurde im Nachhinein von der privaten Organisation Danske Taler als „Rede des Jahres“ ausgezeichnet.[15] Eine Klage beim Parlamentspräsidium über Rasmus Jarlov, der ihre Familie in einer Debatte als „sehr dänisch“ bezeichnet und damit ihrer Meinung nach ihre ethnische Identität geleugnet hatte, wurde abgewiesen.[16] Im November 2024 kündigte sie erneut an, bei einer Parlamentssitzung nur Grönländisch sprechen zu wollen, woraufhin ein Test mit Simultandolmetschern durchgeführt wurde.[17] Zwei Wochen später wurde beschlossen, ausgewählte Reden in Zukunft generell simultandolmetschen zu wollen.[18]
Parteiwechsel und Wechsel in die grönländische Politik
Anfang 2025 forderte sie den sofortigen Beginn der Arbeit für die grönländische Unabhängigkeit. Der Parteivorsitzende Erik Jensen meinte jedoch, dass man erst auf die Ergebnisse der §21-Kommission, die nach Abschluss der Arbeit der Verfassungskommission gegründet wurde, warten sollte. Aki-Matilda Høegh-Dam drohte daraufhin am 5. Februar mit dem Parteiaustritt.[19] Tags darauf änderte Erik Jensen seine Meinung und forderte nun ebenfalls, sofortige Verhandlungen mit der dänischen Regierung zu beginnen.[20] Dennoch verließ sie einen Tag später die Partei und wurde parteilos,[21] trat aber am 10. Februar in die Naleraq ein.[22]
Bei der Parlamentswahl in Grönland 2025 erhielt sie auf Anhieb die drittmeisten Stimmen aller Kandidaten und sorgte somit für eine Verdoppelung des Wahlergebnisses der Naleraq, die erstmals zweitstärkste Kraft wurde.[7] Sie ließ sich wegen ihres Einzugs ins Inatsisartut im Herbst 2025 im Folketing beurlauben. Da der erste Nachrücker Markus E. Olsen kurz zuvor verurteilt worden war und auf seinen Sitz verzichtete und die zweite Nachrückerin Karina Zeeb ebenfalls verzichtete, wurde die dritte und letzte Nachrückerin Elvira Kûitse stellvertretend ins Folketing berufen und trat dabei auch der Naleraq bei.[23]
Bei der Folketingswahl 2026 verzichtete sie auf eine Wiederwahl. Ihr Bruder Qarsoq, der bereits 2024 zur Naleraq gewechselt war, erreichte bei der Wahl die meisten Stimmen aller Kandidaten und zog damit als ihr Nachfolger ins Folketing ein.[24]