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Folketingswahl 2026

72. Wahl zum dänischen Parlament From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Folketingswahl 2026 war die 72. Wahl zum dänischen Parlament Folketing. Sie fand am 24. März 2026 statt.[1][2] Die bisherige Regierung Frederiksen II verlor ihre Mehrheit im Parlament; alle drei Parteien verloren Sitze. Nach außergewöhnlich langen Regierungsverhandlungen wurde die Bildung einer Minderheitsregierung aus Socialdemokratiet, Socialistisk Folkeparti, Moderaterne und Radikale Venstre angekündigt, wodurch Mette Frederiksen eine dritte Amtszeit als Ministerpräsidentin antreten wird.[3][4]

← 2022Folketingswahl 2026nächste →
Ergebnis in Dänemark in %
 %
30
20
10
0
21,8
11,6
10,1
9,4
9,1
7,7
7,6
6,3
5,8
5,8
2,6
2,2
Sonst. l
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−5,7
+3,3
−3,2
+1,5
+6,5
−1,6
+2,1
+1,1
+2,0
−2,3
−0,7
−2,9
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
l 
darunter Borgernes Parti (H) 2,1 % (neu)
Sitzverteilung
11
20
5
38
10
4
14
18
13
16
10
16
4
11 20 5 38 10 4 14 18 13 16 10 16 4 
Insgesamt 179 Sitze
  • Ø: 11
  • F: 20
  • Å: 5
  • A: 38
  • B: 10
  • Färöer/Grönland: 4
  • M: 14
  • V: 18
  • C: 13
  • I: 16
  • Æ: 10
  • O: 16
  • H: 4

Wahlmodus

Von den 179 Abgeordneten wurden 175 in Dänemark, zwei auf den Färöern und zwei in Grönland gewählt. Es handelt sich um eine Verhältniswahl, wobei sich die dänischen Mandate wie folgt aufteilen: 135 Wahlkreismandate, welche auf die zehn Wahlkreise aufgeteilt und dann dort regional vergeben werden, sowie 40 Ausgleichsmandate, die abschließend landesweit vergeben wurden, wobei eine Zwei-Prozent-Hürde gilt.

Ausgangslage

Folketingswahl 2022
 %
30
20
10
0
27,5 %
13,3 %
9,3 %
8,3 %
8,1 %
7,9 %
5,5 %
5,2 %
3,8 %
3,7 %
3,3 %
4,0 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
l 
O: 2,6 %; Q: 0,9 %; K: 0,5 %

Bei der vorgezogenen Neuwahl im November 2022 gewann die Socialdemokratiet der Ministerpräsidentin Mette Frederiksen leicht hinzu und erzielte mit 27,5 % mit Abstand die meisten Mandate. Insgesamt verlor der sogenannte „rote Block“ aus sozialistischen, sozialliberalen und grünen Parteien jedoch seine Mehrheit im Parlament. Unter den konservativen, wirtschaftsliberalen und rechtspopulistischen Parteien des „blauen Blocks“ ereigneten sich größere Verschiebungen. So verlor die Venstre rund zehn Prozentpunkte, während die vom ehemaligen Venstre-Vorsitzenden Lars Løkke Rasmussen gegründeten Moderaterne – welche sich keinem Block zuordneten – drittstärkste Partei wurden. Zudem wurde die Dansk Folkeparti weitgehend von den Danmarksdemokraterne und Liberal Alliance abgelöst.

Mit Unterstützung dreier Abgeordneter aus Grönland und den Färöerinseln hätte es wieder eine vom roten Block getragene Regierung geben können. Frederiksen forcierte jedoch Verhandlungen über die traditionellen Blockgrenzen hinweg, auch weil die Radikale Venstre einer Fortsetzung der sozialdemokratischen Alleinregierung ablehnend gegenüberstand. So einigten sich Socialdemokratiet, Moderaterne und Venstre bis zum 14. Dezember 2022 auf eine Koalition und formten die Regierung Frederiksen II, die anfänglich 89 der 179 Abgeordneten hatte.

Die sogenannte SVM-Regierung blieb während der Legislaturperiode ungewöhnlich unpopulär; als besonderer Belastungsfaktor galt für die drei Parteien die Abschaffung des Feiertags Store Bededag.[5]

Am 26. Februar 2026 kündigte Ministerpräsidentin Frederiksen die Ausschreibung der Neuwahl bereits für den 24. März 2026 an.[6] Laut dänischer Verfassung wäre der spätestmögliche Wahltermin der 31. Oktober 2026 gewesen.[7]

Parteien

Dänemark

In Dänemark waren zwölf Parteien aufstellungsberechtigt.[8]

Weitere Informationen Partei, Partei-buchstabe ...
Partei Partei-
buchstabe
Europäische Partei Stimmen 2022 Mandate
2022 zuletzt
Socialdemokratiet A SPE 27,5 % 50 50
Radikale Venstre B ALDE 03,8 % 07 06
Det Konservative Folkeparti C EVP 05,5 % 10 10
SF – Socialistisk Folkeparti F EGP 08,3 % 15 15
Borgernes Parti – Lars Boje Mathiesen H — — — 01
Liberal Alliance I — 07,9 % 14 15
Moderaterne M ALDE 09,3 % 16 12
Dansk Folkeparti O P.eu 02,6 % 05 07
Venstre, Danmarks Liberale Parti V ALDE 13,3 % 23 23
Danmarksdemokraterne – Inger Støjberg Æ — 08,1 % 14 16
Enhedslisten – De Rød-Grønne Ø ELA 05,2 % 09 09
Alternativet Å DiEM25 03,3 % 06 06
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Färöer

Auf den Färöern traten folgende Parteien an:[8]

Weitere Informationen Partei, Partei- buchstabe ...
Partei Partei-
buchstabe
Wahl 2022 Mandate
Stimmen % 2022 zuletzt
FólkaflokkurinA4.93318,1 %00
SambandsflokkurinB8.20530,2 %11
JavnaðarflokkurinC7.67228,2 %11
TjóðveldiE4.21015,5 %00
FramsóknF0.93603,4 %00
MiðflokkurinH1.21704,5 %00
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Grönland

In Grönland waren folgende Parteien zur Wahl zugelassen und angetreten:[8]

Weitere Informationen Partei, Partei- buchstabe ...
Partei Partei-
buchstabe
Wahl 2022 Mandate
Stimmen % 2022 zuletzt
SiumutS7.43838,6 %10
Inuit AtaqatigiitIA4.84425,2 %11
DemokraatitD3.65419,0 %00
NaleraqN2.41612,5 %01
AtassutA0.72803,8 %00
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Umfragen

Verlauf

Umfrageverlauf seit der vergangenen Wahl

Nach dem Wahlergebnis und der erfolgten Regierungsbildung zwischen Socialdemokratiet, Venstre und Moderaterne sanken die Umfragewerte der Socialdemokratiet innerhalb eines halben Jahres auf nur noch knapp 20 Prozent; einen Tiefstand, den die Sozialdemokraten zuletzt 2015 in Umfragen verzeichneten. Im gleichen Zeitraum stiegen die Umfragewerte der Socialistisk Folkeparti von acht auf um die 15 Prozent an. Ein vergleichbarer Effekt zeigte sich auch auf der konservativen Seite, wo die Venstre im Mai 2023 nur noch bei zehn Prozent stand und somit von der rechtslibertären Liberal Alliance überholt wurde, die erstmals auf Umfragewerte von über zehn Prozent kam. Im Verlauf des folgenden Jahres steigerte sich die Liberal Alliance weiter, sodass Umfrageinstitute wie Voxmeter sie im Mai 2024 regelmäßig bei über 15 Prozent sahen.

Rund um die Europawahl im Juni 2024 näherten sich Socialdemokratiet und Socialistisk Folkeparti einander bis auf wenige Prozentpunkte an. Zwei Umfragen sahen die Socialistisk Folkeparti leicht in Führung. In den darauffolgenden Monaten erholte sich die Socialdemokratiet leicht, die Werte sanken bis Ende 2025 aber erneut auf unter 20 Prozent ab. Erst die im Januar 2026 eskalierende Grönlandkrise wendete den Abwärtstrend. Zum Zeitpunkt der Wahlausschreibung im Februar 2026 verzeichneten die Sozialdemokraten einen Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten in den Umfragen. Auch die Moderaterne um Außenminister Lars Løkke Rasmussen erfuhren infolge der Grönlandkrise einen positiven Schub.[9]

Letzte Umfragen vor der Wahl

Weitere Informationen Institut, Datum ...
Institut Datum A V M F Æ I C Ø B Å O H Sonst.
Folketingswahl 2026 24.03.2026 21,9 10,1 7,7 11,6 5,8 9,4 7,6 6,3 5,8 2,6 9,1 2,1 0,1
Megafon[10] 23.03.2026 20,9 09,6 6,8 12,5 6,8 10,2 7,5 6,7 5,9 3,0 7,6 2,3 0,2
Verian[11] 23.03.2026 22,0 10,5 6,8 12,6 6,5 08,8 8,5 5,5 5,8 3,0 7,5 2,4 0,1
Voxmeter[12] 23.03.2026 22,4 09,7 7,1 11,8 6,9 10,8 6,8 6,1 5,2 2,8 7,6 2,8 —
YouGov[13] 23.03.2026 20,4 09,3 6,4 13,9 6,3 09,6 8,3 7,2 4,6 2,4 9,9 2,0 0,2
Epinion[14] 21.03.2026 20,0 08,6 6,6 12,6 6,9 11,0 7,6 7,9 5,0 2,0 9,5 2,2 0,1
Folketingswahl 2022 01.11.2022 27,5 13,3 9,3 08,3 8,1 07,9 5,5 5,2 3,8 3,3 02,6 — 5,2
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Ergebnisse

Die Wahl brachte der bisherigen Mitte-Regierung aus Socialdemokratiet, Venstre und Moderaterne deutliche Verluste; die drei Parteien büßten 19 Mandate ein und kamen nur noch auf 70 Sitze.[5][15] Für eine Regierung war dies die schwerste gemeinsame Wahlniederlage seit 1973.[5] Zugleich entstand ein stark fragmentiertes Parlament mit zwölf Parteien; erstmals seit Einführung der Zwei-Prozent-Sperrklausel 1953 scheiterte keine der Parteien auf dem Stimmzettel.[5]

Dänemark

Socialdemokratiet blieb zwar landesweit stärkste Kraft, erzielte mit 21,8 % jedoch ihr schlechtestes Ergebnis seit 1903.[5][15] Die Partei wurde dennoch in 80 der 92 Wahlkreise stärkste Kraft, verlor aber in allen 92 Wahlkreisen gegenüber 2022 an Stimmen.[15] In fünf Wahlkreisen der Hauptstadt wurde Enhedslisten stärkste Partei; Det Konservative Folkeparti lag in Gentofte und Rudersdal vorn, Danmarksdemokraterne im Wahlkreis Ringkøbing.[15] Für Venstre bedeuteten 10,1 % das schlechteste Resultat ihrer Geschichte; damit unterbot die Partei sogar ihren bisherigen Tiefstwert von 1987.[5][15] SF erzielte mit 11,6 % und 20 Mandaten ihr bestes Folketingswahlergebnis seit 1987 und wurde erstmals zweitstärkste Partei im Folketing.[5] Dansk Folkeparti gelang nach dem historischen Tief von 2022 mit einem Zuwachs um 6,5 Prozentpunkte und elf Mandate ein deutliches Comeback.[5][15]

Gesamtergebnis

Weitere Informationen Partei, Liste ...
Partei Liste Stimmen Prozent Prozent
+/−
Wahlkreis-
mandate
Aus­gleichs-
mandate
Mandate
gesamt
Mandate
+/−
Socialdemokratiet
Sozialdemokraten
A 779.25221,8 %−5,7 %37138−12
Socialistisk Folkeparti
Sozialistische Volkspartei
F 413.30611,6 %+3,3 %18220+5
Venstre
Liberale Partei Dänemarks
V 361.68910,1 %−3,2 %15318−5
Liberal Alliance
Liberale Allianz
I 334.42109,4 %+1,5 %12416+2
Dansk Folkeparti
Dänische Volkspartei
O 324.51809,1 %+6,5 %12416+11
Moderaterne
Die Moderaten
M 274.77507,7 %−1,6 %10414−2
Det Konservative Folkeparti
Konservative Volkspartei
C 270.74907,6 %+2,1 %11213+3
Enhedslisten – de rød-grønne
Einheitsliste – Die Rot-Grünen
Ø 226.03706,3 %+1,1 %7411+2
Radikale Venstre
Sozialliberale Partei Dänemarks
B 207.44205,8 %+2,0 %5510+3
Danmarksdemokraterne
Dänemarkdemokraten
Æ 205.30205,8 %−2,3 %7310−4
Alternativet
Alternative
Å 91.77002,6 %−0,7 %145−1
Borgernes Parti
Bürgerpartei
H 75.92802,1 %neu−44neu
Einzelbewerber 2.43600,1 %±0,0 %−−−−
Gültige Stimmen3.567.625100,0 %—13540175—
Ungültige Stimmen46.64701,3 %
↳ Leere Stimmzettel37.59701,0 %
↳ Andere ungültige Stimmen9.05000,3 %
Abgegebene Stimmen3.614.27284,0 %
Wahlberechtigte4.303.429
Quelle: dst.dk
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Roter Block Blauer Block

Ergebnis nach Landesteilen und Großwahlkreisen

Die Socialdemokratiet wurde in neun der zehn Großwahlkreise (storkreds) erneut stärkste Partei, verloren aber in allen deutlich an Stimmen. Im Københavns Storkreds verlor sie die Spitzenposition an die Enhedslisten. Die Socialistisk Folkeparti steigerte ihr Ergebnis in acht der zehn Großwahlkreise auf über 10 Prozent. Der Venstre gelang dies hingegen nur noch in fünf. Besonders stark verlor die Venstre in der Hauptstadtregion. Im Københavns Storkreds stürzten sie auf 3,6 % der Stimmen ab, obwohl sie dort 2019 noch einen Stimmenanteil von 15 % hatten. Die Dansk Folkeparti erreichte ihr bestes Ergebnis im Sjællands Storkreds und wurde dort zweitstärkste Partei. Det Konservative Folkeparti wurde im Nordsjællands Storkreds zweitstärkste Partei.[16]

Weitere Informationen Großwahlkreis / Landesteil, A ...
Großwahlkreis / Landesteil A B C F H I M O V Æ Ø Å Sonst.
Hovedstaden18,509,510,012,51,208,709,008,205,901,510,74,20,2
Københavns Storkreds15,312,009,013,30,808,008,205,503,600,716,66,60,4
Københavns Omegns Storkreds21,908,410,112,01,508,309,111,005,601,708,02,6—
Nordsjællands Storkreds18,907,312,011,91,610,310,309,708,602,404,62,4—
Bornholms Storkreds30,501,803,711,61,805,105,810,517,604,205,61,8—
Sjælland-Syddanmark23,603,406,011,22,709,208,011,911,806,104,31,7—
Sjællands Storkreds22,903,406,012,62,808,909,014,308,605,404,21,9—
Fyns Storkreds26,204,407,012,32,308,407,608,610,104,806,12,2—
Sydjyllands Storkreds22,702,905,308,53,010,207,111,416,907,903,21,1—
Midtjylland-Nordjylland23,005,007,111,22,310,206,306,912,309,204,52,00,0
Østjyllands Storkreds21,107,107,713,32,110,507,406,609,704,906,33,00,0
Vestjyllands Storkreds20,603,108,010,02,610,105,707,516,012,702,61,10,1
Nordjyllands Storkreds27,803,705,409,12,409,705,106,912,612,303,61,4—
Schließen

Mandatszuteilung

Die folgende Tabelle zeigt die Zahl der Wahlkreismandate, die in den jeweiligen Wahlkreisen zugeteilt wurden. In Klammern angegeben ist zudem die Zahl der Ausgleichsmandate, die zusätzlich an Kandidaten aus dem Wahlkreis fielen.[16]

Weitere Informationen Großwahlkreis, Gesamt ...
Großwahlkreis Gesamt A B C F H I M O V Æ Ø Å
Københavns Storkreds 17 (3)3
—
2
(1)
2
—
3
—
0
—
1
(1)
1
(1)
1
—
0
—
0
—
3
—
1
—
Københavns Omegns Storkreds 11 (3)3
—
1
—
1
—
2
—
0
—
1
—
1
—
1
(1)
0
(1)
0
—
1
—
0
(1)
Nordsjællands Storkreds 10 (6)3
—
1
—
1
(1)
1
(1)
0
(1)
1
—
1
(1)
1
—
1
—
0
(1)
0
(1)
0
—
Bornholms Storkreds 2100000001000
Sjællands Storkreds 20 (6)5
—
0
(1)
1
(1)
3
—
0
(1)
2
(1)
2
—
3
(1)
2
—
1
—
1
—
0
(1)
Fyns Storkreds 12 (3)4
—
0
(1)
1
—
2
—
0
—
1
—
1
—
1
—
1
(1)
0
(1)
1
—
0
—
Sydjyllands Storkreds 17 (5)5
—
0
—
1
—
2
—
0
(1)
2
—
1
(1)
2
(1)
3
—
1
(1)
0
(1)
0
—
Østjyllands Storkreds 19 (6)5
(1)
1
—
2
—
3
—
0
(1)
2
—
1
(1)
1
(1)
2
(1)
1
—
1
—
0
(1)
Vestjyllands Storkreds 13 (1)3
—
0
(1)
1
—
1
—
0
—
1
(1)
1
—
1
—
3
—
2
—
0
(1)
0
—
Nordjyllands Storkreds 14 (5)5
—
0
(1)
1
—
1
(1)
0
—
1
(1)
1
—
1
—
2
—
2
—
0
(1)
0
(1)
Schließen

Färöer

← 2022Folketingswahl 2026
Färöer
 %
50
40
30
20
10
0
44,9 %
25,2 %
15,0 %
13,4 %
1,5 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+16,7 %p
−5,0 %p
−0,5 %p
−4,7 %p
−3,0 %p
−3,4 %p
Weitere Informationen Partei, Liste ...
Partei Liste Stimmen Mandate
Anzahl % +/− Anzahl +/−
Javnaðarflokkurin C 13.07244,9+15,71±0
Sambandsflokkurin B 7.34125,2−6,11±0
Fólkaflokkurin A 4.37815,0−1,000
Tjóðveldi E 3.88713,4−4,500
Miðflokkurin H 4331,5−5,400
Gültige Stimmen29.111100,0—2—
Leere Stimmzettel1880,6
Ungültige Stimmen1070,4
Abgegebene Stimmen29.406100,0
Wahlberechtigte/Wahlbeteiligung38.95575,5
Quelle: kvf.fo
Schließen

Grönland

← 2022Folketingswahl 2026
Grönland
 %
30
20
10
0
29,2 %
25,1 %
19,0 %
16,8 %
10,9 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
 15
 10
   5
   0
  −5
−10
−15
−20
−25
+4,0 %p
+12,6 %p
± 0,0 %p
−21,8 %p
+7,1 %p
−0,9 %p
Weitere Informationen Partei, Stimmen ...
Partei Stimmen Mandate Listenerstplatziert
Anzahl % +/− Anzahl +/−
Inuit Ataqatigiit IA 6.13329,2 %+4,0 %1±0 Naaja H. Nathanielsen
Naleraq N 5.26825,1 %+12,6 %1+1 Qarsoq Høegh-Dam
Demokraatit D 3.76719,0 %±0,0 %0±0 Anna Wangenheim
Siumut S 3.51516,8 %−21,8 %0−1 Ineqi Kielsen
Atassut A 2.29010,9 %+7,1 %0±0 Ellen Schärfe
Gültige Stimmen20.973100,0 %—2——
Leere Stimmzettel2971,4 %
Ungültige Stimmen1580,7 %
Abgegebene Stimmen21.42852,3 %
Wahlberechtigte40.952
Quelle: valg.gl
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Die beiden grönländischen Mandate gingen an Inuit Ataqatigiit und Naleraq; das regierende Demokraatit verfehlte dagegen den Einzug ins Folketing.[17] Das Ergebnis wurde als Signal eines politisch gespaltenen Grönlands interpretiert: Mit Naaja H. Nathanielsen zog eine auf Zusammenarbeit mit Dänemark setzende Vertreterin von IA ein, mit Qarsoq Høegh-Dam von Naleraq zugleich ein Politiker, der einen rascheren Weg zur Unabhängigkeit von Dänemark fordert.[17] Mit dem Erfolg Naleraqs gewann damit erstmals eine ausdrücklich auf schnelle Loslösung von Dänemark gerichtete Linie ein grönländisches Mandat im Folketing.[17]

Regierungsbildung

Das Wahlergebnis ließ die Mehrheitsverhältnisse offen. Ohne die nordatlantischen Mandate kamen die Parteien des roten Blocks auf 84 Sitze, die des blauen Blocks auf 77, während die Moderaterne 14 Mandate errangen.[5][15] Damit konnte keiner der beiden traditionellen Blöcke aus eigener Kraft eine Mehrheit von 90 Sitzen erreichen, wodurch Lars Løkke Rasmussen und die Moderaterne eine Schlüsselstellung bei den anschließenden Regierungsverhandlungen erhielten.[5][15] In den ersten Analysen nach der Wahl wurden unter anderem eine Mitte-links-Koalition aus Socialdemokratiet, SF, Moderaterne und Radikale Venstre mit parlamentarischer Unterstützung der Enhedslisten sowie verschiedene blockübergreifende Modelle als denkbare Regierungsoptionen diskutiert.[15]

Am Tag nach der Wahl reichte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen beim König den Rücktritt ihrer bisherigen Regierung ein, um den Weg für eine neue Regierungsbildung zu öffnen.[18] Vertreter aller Parteien fanden sich anschließend auf Schloss Amalienborg ein, um einen Verhandlungsführer auszuwählen. Die Parteien des roten Blocks schlugen die Sozialdemokratin Frederiksen vor. Während Socialistisk Folkeparti und Radikale Venstre ihr Interesse an einer eigenen Regierungsbeteiligung bekundeten, knüpften Enhedslisten und Alternativet ihre Unterstützung daran, dass es sich um eine rote Regierung ohne Beteiligung aus dem blauen Block handeln müsse. Die Vertreter des blauen Blocks – mit Ausnahme der Borgernes Parti – unterstützten den Venstre-Politiker Troels Lund Poulsen. Die Moderaterne favorisierten ihren Vorsitzenden Lars Løkke Rasmussen mit dem Ziel einer Mitte-Regierung. König Frederik X. beauftragte daraufhin Mette Frederiksen mit der Bildung einer Regierung, die die Socialistisk Folkeparti und Radikale Venstre umfasse.[19]

Am 8. Mai 2026 scheiterten die wochenlangen Verhandlungen, die zunehmend auf eine Mitte-Links-Regierung mit den Moderaterne gedeutet hatten. Løkke Rasmussen rief stattdessen zur Wahl von Troels Lund Poulsen als neuem Verhandlungsführer auf.[20] Dem kamen die Parteivertreter des blauen Blocks in der neuen Königsrunde nach, Frederik X. verband den formalen Verhandlungsauftrag jedoch mit der Forderung der Dansk Folkeparti, dass Socialdemokratiet und Moderaterne der Regierung nicht angehören sollen.[21] Nach ersten Gesprächen erklärte Lund Poulsen, eine Minderheitsregierung aus Venstre, Liberal Alliance und Det Konservative Folkeparti bilden zu wollen und erhoffte sich, dass diese auch von der Radikale Venstre und den Moderaterne toleriert würde.[22] Die Radikale Venstre lehnte den Plan umgehend ab;[23] nach weiteren Gesprächen erklärte auch Løkke Rasmussen, die Moderaterne könnten ein solches Regierungsprojekt, das die Mitte nicht beteilige, nicht unterstützen.[24]

Für den 23. Mai 2026 wurde die dritte Königsrunde einberufen. Nun unterstützte auch Løkke Rasmussen die bisherige Ministerpräsidentin Frederiksen, die erneut als Verhandlungsführerin eingesetzt wurde.[25] Er bezeichnete eine Mitte-Links-Regierung als die einzige logisch verbleibende Möglichkeit. Zugleich relativierte er seine früheren Vorbehalte gegen eine Regierung, deren parlamentarische Grundlage die Enhedslisten einschlösse, indem er die Abhängigkeit von Pelle Dragsted derjenigen von Morten Messerschmidt vorzog.[26]

Am 1. Juni 2026 teilte Frederiksen König Frederik X. an Bord des Königsschiffs Dannebrog mit, dass eine Regierung aus Socialdemokratiet, Socialistisk Folkeparti, Moderaterne und Radikale Venstre gebildet werden könne.[3][4] Die vier Regierungsparteien verfügten zusammen über 82 Mandate und waren daher auf parlamentarische Unterstützung angewiesen.[3] Enhedslisten erklärte, die neue Regierung als freies und unabhängiges parlamentarisches Fundament zu stützen; auch Alternativet war bis zuletzt an den Verhandlungen beteiligt und wurde als Teil der parlamentarischen Grundlage erwartet.[3] Mit zehn Wochen dauerten die Verhandlungen länger als alle bisherigen dänischen Regierungsbildungen; der vorherige Rekord stammte aus dem Jahr 2022, als Frederiksen 42 Tage nach der Wahl eine neue Regierung ankündigen konnte und diese zwei Tage später gebildet wurde.[3] Das Statsministeriet kündigte für den 2. Juni 2026 die Vorstellung des Regierungsgrundlags durch Frederiksen, Pia Olsen Dyhr, Lars Løkke Rasmussen und Martin Lidegaard an; die Minister sollten am Folgetag vorgestellt werden.[3] Die Einigung fiel in eine Phase, in der neben Lebenshaltungskosten, Wirtschafts- und Wohlfahrtsfragen auch Tierwohl, Pestizidbelastung des Trinkwassers, der Klima-Fußabdruck der Landwirtschaft und die Grönlandfrage als zentrale politische Aufgaben galten.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

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